Presse - Echo, 23.01.2013
 
Hören Sie Resch!
Hören Sie Resch!

Großartiges Echo für Gerald Reschs Porträit-CD beim Label Kairos


Gerald Resch "konzentriert sich mit seinen kompositorischen Strategien [...] darauf, seiner Musik das Potenzial für etwas den Hörer immer wieder Überraschendes mit auf den Weg zu geben; intrinsische Weichen, deren Existenz im Rezeptionsvollzug erahnt werden können und deren erst heraufziehende Entscheidungswirkungen - Kontraste, Strukturbrüche, Stetigkeiten - in der Erwartung aber permanent in ihren Bann ziehen.
Eigenständig ausbalancierte Formintegrität. Beim Label KAIROS ist nun eine CD mit vier recht verschiedenen Werken aus der äußerst bedacht und sorgfältig arbeitenden Feder Gerald Reschs erschienen: und jedes von ihnen vermag, bei eigenständig ausbalancierter Formintegrität, im Sinne dieser erzeugten Binnenspannungen zu fesseln [...] äußerst filigran gewirkte und geradezu zauberisch klangsinnliche Musik [...]  Welch wunderbare Klangwelten können nicht alle angelegt sein im Allbekannten, vom eingestrichenen a der von der Solo-Oboe initiierten Ritual des üblichen Stimmvorgangs eines Orchesters - für jene, die des Hörens kundig sind." (Helmut Rohm, BR Klassik CD-Tipp, 3. Dezember 2012)
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Resch 'is often tonal, use formal structures that seem modest and ordinary, but the combination is what he is interested [in], a combination that is an expression of his concepts and at the same time also a mirror of the times. [...] "Figuren", for solo clarinet, based on a vigilant and vital score [...]; "Ein garten, Plade, die sich verzweigen" for viola and seven instruments [...] contains an atmosphere of disorienting mystery that still lives in the almost fairytale character placed inside a contemporary structure; "Cantus firmus "is currently his musical masterpiece: [...] it is beautifully measured in tension and in its constituent elements (both in the territories of tonality than in those non-tonal), three movements of unquestionable beauty.' (Ettore Garzia, Blog Percorsi Musicali, 20. Jänner 2013)
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Presse - Echo, 18.04.2012
 
Begeisterung für Woyzeck 2.0
Begeisterung für Woyzeck 2.0

Großer Uraufführungs-Erfolg für Markus-Lehmann Horns Oper


"Markus Lehmann-Horns Partitur basiert auf seiner eingehenden Auseinandersetzung mit Bergs 'Wozzeck', die in komprimierter Form auch die ersten 30 Sekunden von 'Woyzeck 2.0' ausmacht. Der 1977 geborene Komponist begann seine Karriere im Bereich der angewandten Musik und schreibt erst in jüngerer Vergangenheit zunehmend für den Konzertsaal. Bereits im Einführungsgespräch, das der Premiere vorausging, verriet er einen entspannt-undogmatischen Zugang zur Stilpluralität der Gegenwart. Dieser erwies sich auch in der Praxis: Lehmann-Horn kombiniert in 'Woyzeck 2.0' zwanglos verschiedene musikalische Idiome - vom Berg-Zitaten über den Jazz bis hin zum absichtsvoll anachronistischen Dur-Dreiklang - und bedient sich zu illustrativen Zwecken gekonnt klangfarblicher Mittel, die vom amadeus ensemble wien eindrucksvoll umgesetzt wurden."
Zur kompletten Kritik: Wiener Zeitung

"Zwischen pulsierender Atmosphäre und eruptierenden Ausbrüchen wechselnde Klänge bereiten den Weg für eine verklärte Liebe, die in der ernüchternden Klarheit eines Alptraums endet: Markus Lehmann-Horns Kammeroper 'Woyzeck 2.0 - Traumfalle', die am Dienstagabend in der Wiener Kammeroper Uraufführung feierte, berührt und bedrückt zugleich", heißt es in der Kleinen Zeitung. "Während der Beginn mit Zitaten aus Alban Bergs "Wozzeck" in Kombination mit surrealen und slapstickartigen Momenten noch zum Schmunzeln anregt, verliert sich im Laufe der Zeit dieser leichtfüßige Tenor, setzt Regisseur Alexander Medem ganz auf fesselndes Psychospiel und greift für die eindrucksvollen Szenen allen voran auf das großartige Bühnenbild von Gilles Gubelmann zurück: Acht weiße, sich nach hinten verjüngende Rahmen umranden das Geschehen, zunächst noch parallel und in Balance, doch mit zunehmender Dringlichkeit der Verzehrung Klaras nach "ihrem" Woyzeck aus der Achse geratend. Diese Verschiebung der eigenen wie fremden Wahrnehmung unterstreicht Lehmann-Horn mit einem breiten Spektrum an aggressiven Tempi und effektvoller Percussion, gibt dabei seinen Sängern aber genügend Raum, um sich zu entfalten. Dabei glänzen vor allem Davison und Leutgeb in ihren Duetten, die damit Raum und Zeit überwinden."
Zur kompletten Kritik: Kleine Zeitung

"Durchschlagender, großer Erfolg für die 'Neue Oper Wien' von Walter Kobéra. Die Auftrags-Komposition des 35jährigen bayrischen Komponisten (und Film-Spezialisten) Markus Lehmann-Horn unter dem anspruchsvollen Titel 'Woyzeck 0.2' kommt beim Publikum gut an", schreibt Peter Dusek in der Online-Version des Neuen Merkers. "Die Regie des 30jährigen Österreichers mit chilenischen Wurzeln Alexander Medem in  Bühnenbildern des Schweizers Gilles Gubelmann ist modern, phantasievoll und kommt ohne 'Mätzchen' aus. Und die musikalische Dynamik  des Amadeus-Ensembles unter der Leitung von Walter Kobera kann sich auf eine exzellente Besetzung stützen, aus der vor allem die weibliche Hauptdarstellerin der Klara – Jennifer Davison – hervorragt. Sie sieht aus wie ein TV-Serienstar und singt phantastisch. [...] Die Neue Oper unter Walter Kobera kann sich zur Stückwahl und professionellen Produktion gratulieren. Roland Geyer, der die Kammeroper in Zukunft nicht nur der Neuen Oper Wien anbieten will, kann auf einen mehr als ermutigenden Auftakt verweisen. Und was unterscheidet Wien von Paris, London oder New York – schon lange nicht nur die  Wiener Philharmoniker. Es ist die freie Opernszene Wiens, um  man uns in Berlin und Madrid, Rom und München beneidet . Mit Recht!"
Zur kompletten Kritik: Der Neue Merker

 


Presse - Echo, 10.02.2012
 
Reschs collection serti in Köln
Reschs collection serti in Köln

Gastspiel mit dem Klangforum Wien in der Philharmonie


"Aber es gibt einen Moment, da kommt dieser merkwürdige, verrückte Abend zu sich selbst: Der junge Wiener Komponist Gerald Resch hat das Schlüsselstück des Abends komponiert. In collection serti steigen die Musiker paarweise in Vitrinen, in denen Oskar Sertis Devotionalien ausgestellt sind, und fangen inmitten  des umher wandelnden Publikums an zu spielen – ohne Dirigent, ohne unmittelbaren Kontakt untereinander. Aus den einzelnen musikalischen – aber auch real räumlichen! – Zellen ergibt sich durch Verschränkung und Überlagerung mehr und mehr eine Gesamtkomposition, die schließlich das gesamte Gebäude erfüllt. Man kann, wenn man so will, hier die Aufhebung einzelner, höchst idiosynkratischer Erkenntnisweisen zu einer geglückten, weltbejahenden Leidenschaft in Echtzeit beobachten. Auch das ist virtuos, manieriert und enorm anspruchsvoll – aber im Gelingen der Komposition spielen diese Attribute schlagartig keine Rolle mehr. Am Ende ist Oskar Serti doch noch zu seiner Musik gelangt." (Felix Klopotek, StadtRevue. Das Kölnmagazin, 1/2012)


Presse - Echo, 11.01.2012
 
Shihs Gebet in Taiwan
Shihs Gebet in Taiwan

Uraufführung vor 6000 Hörern am Rìyuètán


Die Uraufführung von Shis Gebet im Rahmen des hundertjährigen Jubiläums der Republik China (Zhonghuá Mínguó, auch: Taiwan) geriet überaus eindrucksvoll, weiß Dietmar Grieser in der Presse zu berichten:

"Das National Taiwan Symphony Orchestra mit Sitz in Taichung beauftragte einen aus der Reihe der „Ehemaligen“, den aus Taiwan stammenden Wahlösterreicher Shih, mit der Komposition einer massentauglichen Klanginstallation, die mit den Mitteln zeitgenössischer Musik dem Republikjubiläum Gestalt geben sollte.
Alles, was ihnen zur Verfügung stand, boten die Veranstalter auf, um „Prayer“ – so der Titel des von dem Wiener Designer Fabian Dembski inszenierten Spektakels – aus der Taufe zu heben: die riesige Naturbühne des Sun-Moon-Lake [Rìyuètán, Anm.], des größten See-Areals von Taiwan, sowie den aus einer ehemaligen Militärbasis hervorgegangenen Kulturbezirk am Stadtrand von Kaohsiung, der nach Taipeh zweitwichtigsten Metropole des Landes. Auch das Aufgebot an darstellendem Personal konnte sich sehen lassen: Taiwans traditionsreichstes Symphonieorchester trat an, Shihs feingliedrige Partitur in eine kraftvolle Ode auf Freiheit, Demokratie und Völkerfrieden umzusetzen; die 400 Stimmen der vereinigten Frauen- und Kinderchöre wetteiferten mit dem Solopart der aus Deutschland eingeflogenen Vokalistin Chang Hsin-Han, dem in zwölf Weltsprachen artikulierten „Gebet“ Gehör zu verschaffen.
76 das Auditorium kreisförmig umschließende und mittels Lichtsignalen „gesteuerte“ Pauken symbolisierten jene Revolutionäre, die beim Entscheidungsschlag gegen die alten Mächte ihr Leben gelassen haben. Großflächig auf die Bühnenbauten projizierte Visuals von den Kampfhandlungen steuerten den historischen Kontext bei."

Sein höchst lesenswerter Text gibt aber auch spannende Einblicke in Historie und Gegenwart des Landes: Zum kompletten Artikel


Presse - Echo, 15.11.2011
 
Alte und neue Harmoniemusik
Alte und neue Harmoniemusik

Rainer Bischofs Meditatio mortis uraufgeführt


"Wenn es auch nur für einen kleinen Liebhaberkreis konzertiert, hat das Oktavian Ensemble in den erst sechs Jahren seines Bestehens viele Erfolge erzielt, denen ein weiterer am Montag im Linzer Brucknerhaus folgte. Dass die acht Stimmführer-Bläser des Bruckner Orchesters jährlich auch eine Uraufführung auf ihr Programm setzen, verschafft ihrer steten Repertoireerweiterung gesteigertes Interesse.
Diesmal erhielt den Auftrag zu einem neuen Bläser-Kammermusikwerk der Wiener Rainer Bischof (64), einer der vielseitigsten Komponisten Österreichs mit schöpferischen Wurzeln in der Zweiten Wiener Schule. Sein neues Opus Meditatio mortis, also ein Nachdenken über den Tod, trägt den Untertitel 'Harmoniemusik', die keineswegs als Trauermusik verstanden werden will. Darin erzielt er reizvolle Klangeffekte, die das klar strukturierte zehnminütige Werk ungemein weich und feierlich machen und in Staunen über die Expressivität des Zwölftons versetzen. Das Oktavian Ensemble hat sich mit der Wiedergabe besonders ausgezeichnet. Ein strahlender Komponist ging dankend durch die Musikerreihen." (Georgina Szeless, Neues Volksblatt, 9. November 2011)


Presse - Echo, 09.11.2011
 
Gerald Resch bei Wien Modern
Gerald Resch bei Wien Modern

Collection Serti als zentrales Werk beim Serti-Projekt des Klangforum Wien


Gerald Reschs Collection Serti für 14 im Raum verteilte Instrumente wurde im Rahmen von Oskar Serti geht ins Konzert. Warum? erstmals in seiner quasi-szenischen Form aufgeführt - und wurde von den Kritikern einhellig als Zentrum der Aufführung angesehen:

"Höhepunkt ist die Aufführung von 'collection Serti' - jenem Stück, mit dem Resch den Erste-Bank-Kompositionsauftrag erfüllte. Das Ensemble bringt darin die im Foyer präsentierte Instrumentensammlung der Kunstfigur Serti zum Klingen. Die Komposition endet mit einem Witz, nämlich so, wie ein Konzert normalerweise beginnt: mit dem Stimmen der Instrumente. Die Form der Darbietung - nämlich als Installation, in der das Publikum sich frei bewegen kann, wobei es von allen Richtungen beschallt wird - trägt erheblich zum Reiz dieser Aufführung bei." (Lena Drazic, WIENER ZEITUNG 8.11.2011)

"Ein Höhepunkt: Gerald Reschs 'collection Serti' bespielte das verspiegelte große Foyer mit überaus zugänglichem, luftig-transparentem Raumklang."  (Georg Leyrer, KURIER 7.11.2011)

"Gerald Resch hatte den Erste-Bank-Kompositionsauftrag bekommen, sein Werk wurde im Rahmen der Veranstaltung uraufgeführt. Eine gelungene Raum-Klang-Komposition, bei der die MusikerInnen im Haupfoyer des Konzerthauses verteilt waren und so ein sehr beeindruckendes Hörerlebnis boten." (Sabine Töfferl, TERZ)

Gerald Resch führte mit diesem Stück den renommierten Erste-Bank-Kompositionspreis aus. Collection Serti, beim "musikprotokoll" in Graz konzertant uraufgeführt, erlebte nun seine szenische Uraufführung bei "Wien modern". Resch verwendet dabei die Instrumentensammlung des fiktiven Oskar Serti, die im  Foyer des Wiener Konzerthauses zu besichtigen ist. In glaslosen Vitrinen ausgestellt, dürfen die Instrumente nicht herausgenommen, aber von Fachleuten besucht und bedient werden. Resch: "14 Musiker steigen nach und nach in die 14 Vitrinen und beginnen ohne Koordination durch einen Dirigenten zu spielen, wobei sich ihre jeweiligen Musiken immer stärker überlappen. Nach und nach verdichtet sich die Musik zu einem kompakten Ensemblestück aus 14 gleichzeitig erklingenden Partien. Dabei organisiert sich das Ensemble gewissermaßen von selbst, die Musiker reagieren auf bestimmte akustische Signale und interagieren - idealerweise auch ohne Sichtkontakt - rein musikalisch."
Schöpfer des Projekts und Erfinder der Person Oskar Serti ist der 1959 in Belgien geborene interdisziplinäre Künstler Patrick Corillon,  zur Verwirklichung haben sich die freie Operntruppe netZ-Zeit, Wien Modern, Konzerthaus und Klangforum Wien unter der Regie von Markus Kupferblum zusammengetan, um Theater und Musik verschmelzen zu lassen. Unterschiedlichste Konzerte, Text-Rezitationen und Installationen erfüllten das ganze Konzerthaus. 


Presse - Echo, 13.09.2011
Mit Mut gegen den Strom der Zeit

Uraufführung von Johannes Berauer zur Eröffnung des Brucknerfestes 2011


"Echoes of the Miraculous" nannte der Welser Komponist Johannes Berauer sein gestern bei der Eröffnung uraufgeführtes Werk, das vom Brucknerhaus in Auftrag gegeben wurde. Die Musik des 31-jährigen ist spätestens seit der Linzer Klangwolke 2008 in vieler Ohren. pendelt zwischen Jazz und Klassik und findet einen geschickten Weg, die beiden scheinbaren Extreme gekonnt zu verbinden. Sein Werk, eine positivistische Absage an die bedrückende gesellschaftliche und politische Stimmung, ist in der formalen und kompositorischen Konstruktion rein klassisch durchdacht. Harmonisch ist es aber stark von der 'anderen' Seite gefärbt und lässt immer wieder im Unterbewusstsein jazzige Rhythmen erkennen, die nicht massiv an die Oberfläche durchdringen. Dennoch ist 'Echoes' keine Synthese, sondern vielmehr eine spannende und höchst effektvolle Weiterentwicklung. Berauer bleibt bewusst tonal, weiß ganz genau orchestrale Effekte  treffsicher zu platzieren. Er versteht es ausgezeichnet, mit einem auch vom musikalisch nicht Übergebildeten zu erfassenden thematischen Material zu arbeiten. So erzielt er nicht bloß vordergründige Effekthascherei, sondern seriösen Tiefgang. Insofern schwimmt er damit gegen den Strom, als Mut dazugehört, mit dem Vorhandenen auszukommen und nicht mit der Brechstange unbedingt Neues zu erzwingen.

(Michael Wruss, OÖ.Nachrichten 12.9.2011)


Presse - Echo, 06.06.2011
Preisgekrönt mit Helmut-Schmidinger-Komposition
Hard-Chor gewinnt Gold beim 3. Internationalen Anton-Bruckner-Chorwettbewerb

"...Grund zum Jubeln hatte aber noch ein Chor aus Linz: Das Vokalensemble Hard-Chor, geleitet von Alexander Koller, sicherte sich Gold in seiner Kategorie. (...) Ins Herz des Publikums sang sich der Hard-Chor mit seinem originellen Kürstück „Gefülltes Gansl“, einer augenzwinkernden Hommage des Welser Komponisten Helmut Schmidinger an das zu unserem Genuss gerupfte Federvieh.
(OÖ.Nachrichten, 6. Juni 2011)

Presse - Echo, 21.04.2011
 
Absichtslose Ausdruckswelten
Absichtslose Ausdruckswelten
Uraufführung von Christian Ofenbauer beim Osterfestival Tirol
 
 

"Ein Kyudo-Meister im klassischen Kimono, umringt von einer Schar von Schülern; Batterien von Pfeilen und Bögen nebst all den anderen Utensilien, die beim japanischen Bogenschießen benötigt werden; schließlich das zeremonielle Schießen selbst: Größte Anspannung der Körper und der Bogensehnen, der Schuss quer durch eine riesige Halle, das eine gefühlte Sekunde später deutlich zu vernehmene Ankommen des Pfeils auf der vibrierenden Zielscheibe, während die Schützen noch in regungsloser Konzentration verharren.
So beginnt üblicherweise kein Bericht über ein Musikfestival; doch boten sich genau diese Bilder am Dienstag im Salzlager Hall beim Osterfestival Tirol. Der Bogenschütze, der da einen siebenstündigen Workshop leitete, war niemand anderer als Komponist Christian Ofenbauer, der dann am Abend am selben Schauplatz die Uraufführung seines vierten Streichquartettsatzes Bruchstück IX (2010) mitverfolgte.
Mechanische Fahlheit
Ofenbauers künstlerische Haltung lässt sich durchaus mit der Philosophie des Zen verbinden: Der Loslösung vom eigenen Selbst in der fernöstlichen Lehre scheint eine zentrale Tendenz seiner neueren Werke ziemlich genau zu entsprechen, nämlich der Abwendung von einer Ausdrucksmusik, der auch Ofenbauer selbst anfangs noch verpflichtet war. Von Emphase und Expressivität in der Schönberg-Nachfolge hat er sich also abgewendet. An ihre Stelle ist eine beim ersten Hinhören karge, brüchige Musiksprache getreten, die an die 'Absichtslosigkeit' amerikanischer Avantgardisten erinnert: Mit fast starrer Langsamkeit tastet sich Bruchstück IX an mechanisch-fahl wiederholten Akkordstrukturen und Mikromelodien entlang. Fast unmerklich beginnen die Repetitionen - ganz ähnlich wie beispielsweise auch bei Morton Feldman - auszufransen und kleinste Varianten zu entwickeln.
Betörender Sensualismus
Ebenso unmerklich verändern sich die Klangvaleurs, mischen sich stets wieder andere geräuschhafte Anteile hinzu. Wie auf der Negativseite musikalischer Emotionalität sind es dennoch reichste Ausdruckswelten, in denen diese Musik resultiert - zumindest in ihrer Wiedergabe durch die Musiker des Quatuor Diotima.
Die Art ihrer interpretatorischen Herangehensweise ist der Haltung Ofenbauers im Grunde diametral entgegengesetzt. […] Bei Ofenbauers Neuheit, die sich vielleicht noch ein wenig karger spielen ließe, sorgten die vier Streicher jedenfalls mit regungsloser Konzentration für eine Schärfung der Wahrnehmung - wie beim Kyudo." (Daniel Ender, Der Standard, 21. April 2011)
 
 
Foto: Quatuor Diotima, (c) Thibault Stipal

Presse - Echo, 23.02.2011
Cerha rief, und alle kamen
"Fest mit Freunden" zu Friedrich Cerhas 85. Geburtstag im Wiener Konzerthaus

Ein Festkonzert zum 85. Geburtstag von Friedrich Cerha versammelte nahezu das gesamte Wiener Musikleben im Mozartsaal des Konzerthauses. Vier nach Entstehungszeit und Stil unterschiedliche Werke beleuchteten dabei die ganze Spannweite seines Schaffens und bestätigten neuerlich seinen Rang als bedeutendster österreichischer Komponist der Gegenwart.
Kühn verschmelzen schon die zwischen 1949 und 1955 entstandenen "Zehn Rubaijat dse Omar Khajjam" für Chor a cappella unterschiedliche Kompositionstechniken zu einem fesselnden Ganzen. Dann das Klarinettenquintett von 2004, berstend vor Ausdruckswillen und mit überlegener Meisterschaft der Konstruktion gearbeitet (...) Illuster auch die Mitwirkenden: Der Arnold Schönberg Chor unter Erwin Ortner, der sensible Klarinettist Andreas Schablas mit einem von Ernst Kovacic angeführten, hochkarätigen Streichquartett; das Ensemble die reihe unter Heinrich Schiff mit dem exzellenten Cellisten Bruno Weinmeister und zuletzt HK Gruber als gewohnt skurriler Chansonnier. Ein wahrhaft würdiges Fest.
Gerhard Kramer, WIENER ZEITUNG, 19./20.2.2011
 
Ein stiller Pionier!
Am Abend seines 85. Geburtstages ehrte das Wiener Konzerthaus sein Ehrenmitglied, den österreichischen Komponistendoyen, Dirigenten und prominenten Pädagogen Friedrich Cerha, der - auch als Lehrer - Wiens Musikleben jahrzehntelang entscheidende Impulse gab und bedeutende Komponisten ausbildete.
Im Mittelpunkt dse umfangreichen Kalenders aller Feiern und Ehrungen stand das "Geburtstagsfest für Cerha" im Konzerthaus. (...)
Auf dem Programm standen zentrale Stücke aus seinem Lebens-Werk: "Zehn Rubaijat des Omar Khajjam" für gemischten Chor a cappella - ein Hörgenuss vom Feinsten, perfekt dargeboten vom Arnold Schönberg Chor (...)
Keine Frage: Das vielschichtige OEuvre Cerhas gehört zu den bedeutendsten Kulturschätzen unseres Landes!
Florian Krenstetter, KRONENZEITUNG, 19.2.2011

Presse - Echo, 22.12.2010
Erfolg für Schmidinger im Brucknerhaus Linz
Am 13.12.2010 spielte das Koehne-Quartett zwei Streichquartette von Helmut Schmidinger mit Schubert- und Mozart-Bezug

Vor einem sehr interessierten Publikum präsentierte das auf Neue Musik spezialisierte Koehne Quartett Werke oberösterreichischer Komponisten im Rahmen der Brucknerhaus-Reihe „Komponisten schaffen Szene“. Die dargebotene Musik verschaffte sich tatsächlich Gehör, auch wenn es keine Uraufführungen, sondern beinahe schon so etwas wie moderne Klassiker waren, vielleicht auch gerade deshalb.
Helmut Schmdingers erstes Herangehen an die Königsdisziplin der Kammermusik ist eine „phantastische Fortschreibung“ eines Schubert-Fragments. Aus dem romantischen Ansatz entwickelt sich eine neue Musik, die zwar dort ihre Anknüpfungspunkte hat, aber gleichzeitig eine ganz eigene Tonsprache findet, die dann im Konzert emotional berührte, im Aufeinandertreffen mit einem Schubert-Zitat „Nur ein Hauch! und er ist Zeit“ – so auch der Titel des 2002 uraufgeführten Werks – auch betroffen machte.
(…)
Aus dem kompositorischen Erbe heraus auch Schmidingers „Zyklen für Streichquartett“, die allerdings eher philologisch an die Materialfindung herangehen. Die Tonarten der beiden großen Mozart-Quartett-Reihen sind Ansatz für das Material, das sich aus sparsamen Tonwiederholungen langsam entwickelt, zur Dominanz der Quint findet, schließlich aus den Grundtönen stimmige Akkorde bildet und so formal und thematisch frei und eigenständig beim Vorbild anknüpft.
Alle Werke fanden in der Interpretation durch das hervorragende Koehne Quartett ihre ideale Entsprechung. Besonders reizvoll die Quintenpassage in Schmidingers „Zyklen“.
(Michael Wruss, OÖ Nachrichten vom 15.12.2010)
 
Schmidinger schöpfte in zwei Auftragswerken aus der Tradition, stellte seine Musik in den Kontext mit Schubert und Mozart. „Nur ein Hauch! — und er ist Zeit“ (2002) ist eine fantastische Fortschreibung von Schuberts Streichquartettsatz c-Moll D 703, deren Inhalt Schmidinger nach einer von Schubert überlieferten Traumschilderung komponierte. Keineswegs kopienartig, nicht ganz ohne Zitate, aber ohne formalen Zusammenhang mit dem Vorbild und stark in der Absicht, seine Liebe zum Klanggeschehen auszudrücken.
Von einer Adaption mehr entfernt er sich in seinen fünfsätzigen Zyklen für Streichquartett (2008/09), die keinen hörbaren Mozart darstellen. Die aufregenden harmonischen Wendungen verraten vielmehr einen verspielten Zugang zu Mozart, auf dessen Quartette Schmidingers Werk eine neue Sicht werfen will.
Die schwierige Interpretation der Avantgarde-Stücke lag beim in Wien stationierten australischen Koehne Quartett, einem auf diesem Gebiet führenden Damenensemble, das für seinen souveränen Einsatz lautstark bedankt wurde.
(Georgina Szeless, Neues Volksblatt vom 15.12.2010)

Presse - Echo, 30.11.2010
Rainer Bischof spielt mit Bruckner und Brahms
Orchesterwerk "Wozu? - Deshalb!" von Rainer Bischof im Wiener Musikverein uraufgeführt
(26.11.2010, RSO Wien unter Cornelius Meister)

„Die einen resignieren, die anderen proben bewusst den Widerstand. Es geht um den Zeitgeist. Rainer Bischof hat der Auseinandersetzung mit diesem Thema sein jüngstes Opus gewidmet. Nirgendwo, so Bischofs Analyse, seien Bruckner und Brahms einander kompositorisch so nahe wie bei deren Fünfter bzw. Dritter Symphonie. Das ist der Ansatzpunkt für Bischofs Werk „Wozu? – Deshalb!“. Gleich Bruckners Fünfter beginnt es mit Pizzicati im Bass und endet ruhig wie die F-Dur-Symphonie von Brahms. Zwischendurch demonstriert der Enkelschüler Arnold Schönbergs – Bischof konzipiert seine Werke streng nach dessen Zwölfton-Regeln – welche spannenden Effekte sich aus dem Mit- und Gegeneinander von vier rhythmisch profilierten Themen gewinnen lassen, ehe sie sich schließlich zu einem Choral zusammenfügen. (…)“
 
Walter Dobner, DIE PRESSE, 29.11.2010

Presse - Echo, 02.11.2010
Zwischen Ernst und guter Laune
Eröd-Schwerpunkt in Wels

In der neuen Musikschule in Wels fand eine interessante Begegnung mit dem in Ungarn geborenen Komponisten Iván Eröd statt, eine Musikerpersönlichkeit, die auf vielfältige Weise die österreichische Musiklandschaft geprägt hat: als Pianist, Studienleiter an der Staatsoper und schließlich als Komponist und Lehrer an den Musikuniversitäten Graz und Wien. Eröd hat eine ganz persönliche Musiksprache entwickelt, die ihre traditionelle Herkunft nicht leugnet, und ihren Schöpfer als einen versteht, der bereits Entwickeltes neu ordnet, Bestehendes neu interpretiert.
Überbordende Heiterkeit und zugleich tiefer Ernst prägen seine Werke, die er als persönliche Expression und nicht als politisches Statement verstanden haben will. (...)
Bei den von Anna Maria Pammer vorzüglich interpretierten Gesängen "Über der Asche zu singen" nach Gedichten von Richard Bletschacher, saß der Komponist selbst am Klavier. In den heiteren "Milchzahnliedern" begleitete er Monica Theiss-Eröd, die diese Miniaturdramulette bemerkenswert gestaltete. Ebenso zwischen Ernst und guter Laune pendelnd die "Drei Stücke für Violine solo", in denen er gekonnt mit dem Material jongliert - mit Gespür musiziert von Martin Walch. Er führte auch das Ensemble der Bruckneruni Linz an, das abschließend das Klavierquartett op. 54 genussvoll zelebrierte.
(Michael Wruss, OBERÖSTERREICHISCHE NACHRICHTEN, 30. Oktober 2010)

Presse - Echo, 28.10.2010
Beeindruckender Egon Wellesz
Neunte Symphonie im Wiener Musikverein aufgeführt (21.10.2010)

„(…) Vor allem aber war Meister der Neunten Symphonie von Egon Wellesz ein wunderbarer Anwalt. Das Stück holt Bruckner’sche Kraftballungen ins Zwölfton-Reich und knüpft mit seinem wild gestikulierenden Scherzo, vor allem aber dem introvertiert verklingenden Adagio-Finale an den Subjektivismus Mahler’scher Symphonik an. Das der rauen ‚atonalen‘ Schale zum Trotz in musikantischem Geist hörbar gemacht, verlieh dem Wellesz-Schwerpunkt der Gesellschaft der Musikfreunde einen Höhepunkt. Vergangene Woche standen etliche Kompositionen des 1974 verstorbenen Wellesz auf dem Programm, unter anderem interpretiert von Peter Keuschnigs ‚Kontrapunkten‘, die eben bei cpo eine Wellesz-CD herausgebracht haben. Sie enthält, höchst hörenswert, auch eine exzellente Wiedergabe des ‚Persischen Balletts‘ von 1920 – ein weiterer Beitrag zum Thema: Was hat die Musikgeschichte jener Ära jenseits des Hardcore-Avantgardismus Marke Schönberg zu bieten?“
(Wilhelm Sinkovicz, DIE PRESSE, 23.10.2010)
 
 „(…) ein durchsichtig gestaltetes, karg instrumentiertes und in Harmonik wie Kontrapunkt leicht herbes Spätwerk des vor genau 125 Jahren Geborenen (…)“
(Marion Eigl, WIENER ZEITUNG, 23./24.10.2010)
 
„Das ORF Radio-Symphonieorchester Wien (RSO) ist auch mit seinem neuen Chefdirigenten Cornelius Meister weiter auf Höhenflug. Das bestätigte das fulminante erste Zykluskonzert im Goldenen Saal mit Egon Wellesz‘ IX. Symphonie, HK Grubers ‚Rough Music‘ und Béla Bartóks Konzert für Orchester.
(…)
Was das Orchester schon bei Wellesz‘ vor Spielfreude strotzender Symphonie an flexiblem Spiel und wohltönender Klangpracht hören ließ, konnte es bei Bartók bis in feinste Details und in mannigfaltig schillernden Klangfarben voll ausspielen. (…)“
(Florian Krenstetter, KRONENZEITUNG 23.10.2010)

Presse - Echo, 14.10.2010
Unglaublich spannend
Erich Urbanners Begegnungen zur Eröffnung von musica viva München 

"Wirklich erstaunlich ist jedoch, dass die wohl dichteste Tonsprache bei der Uraufführung des konziliantesten Werkes dieses Abends entsteht: bei Erich Urbanners 'Begegnungen' für großes Orchester. Durch die unglaublich dichte Melodik, durch die vielen, einander stimmig ablösenden Stimmungsbilder entsteht ein Klangeindruck, der an eine spätromantische sinfonische Dichtung erinnert. Eine wirklich spannende musikalische Geschichte." (Andreas Pernpeintner, Süddeutsche Zeitung, 27. September 2010) 

Presse - Echo, 06.10.2010
Ein Sieg des Lichts - Uraufführung des Orchesterwerks
Auftragswerk zum Saisonstart des Niederösterreichischen Tonkünstlerorchesters am 1. 10. 2010 im Wiener Musikverein uraufgeführt

"...Schließlich entpuppt sich Gerald Reschs Cantus Firmus als vitales Opus der markanten Momente. Als Auftragswerk des Festspielhauses St. Pölten soll der Zwanzigminüter auf Mendelssohn Bartoldys chorlastige zweite Symphonie (Lobgesang) Bezug nehmen. Natürlich aber will eine Neuheit vor allem für sich selbst stehen, abseits der Beziehungen zur inspirierenden Vorlage. Resch setzt den Chor dann auch ein, jedoch kurz zu Beginn und sanft ganz am Schluss. Dazwischen? Zwei gewaltige Tutti-Ausbrüche und die anfängliche Richtungssuche mit Streicherdominanz, perkussiven Momenten und markantem Bläsereinsatz, bis sich auf freitonaler Grundlage die rhythmische Prägnanz quasi als eine Art Werkrückgrat entpuppt. Zum Schluss hin bestätigt sich dies durch blockartigen, mechanisch anmutenden Streichereinsatz, obwohl hin und wieder auch ganz andere, also verinnerlichte Passagen zum Einsatz kommen. (...)" (Ljubisa Tosic, DER STANDARD, 4.10.2010)
 
 
"... Vor der Pause hörte man die Uraufführung von Gerald Reschs 'Cantus Firmus'. Souverän nützt er das Riesenorchester und geht mit Traditionsformen (Passacaglia, Sonata usw.) wie mit Mitteln der neuen Musik effektvoll um." (V. P., KRONENZEITUNG, 4.10.2010)
 
 
"...Resch greift ins Volle bei seinen Klangbildern und setzt Energien frei. Polyrhythmische Motorik, fast tänzerische, perkussive Phasen, zahllose Kontraste machen den halbstündigen, dreisätzigen 'Cantus Firmus' für Orchester und Chor zu einem kurzweiligen Erlebnis: sehr resch, sozusagen. Den 'Chorus sine nomine' nützte der Komponist allerdings nur, um kleine Farbkleckse im a-cappella-Eingang und zum Schluss beizusteuern. ..."  (Karl Harb, Ernst P. Strobl, SALZBURGER NACHRICHTEN - 4.10.2010)
 
"... Ein Versuch, der gelang: Reschs "Cantus Firmus" orientierte sich nicht zwingend an der Vorlage, er ging mit eingängigen Eigenthemen und Zitaten ans Werk. Messiaen'sche Klangintensität eröffnete den Corale, persiflierende Sololändler bereicherten die Violinstimmen, heiße Rhythmen machten deutlich: Für dieses Werk brauchte man keine Bedienungsanleitung, nur ein offenes Herz für schöne Überraschungen. Wie bei Mendelssohn." (Daniel Wagner, WIENER ZEITUNG online, 4.10.2010)
 
 
"... Die Tonsprache weitab neoklassizistischer Praxis oder plumper Zitierfreudigkeit wirkt völlig eigenständig, assoziative Anklänge tauchen nur wie durch Nebelschleier auf. (...) Durch dramaturgische Abwechslung und instrumentations-technische Finessen kommt das Werk jedoch auch ohne formale Entschlüsselung effektvoll an." (Ewald Baringer, APA - online, 2.10.2010)
 
 
"... Leicht hat er es sich nicht gemacht. Und herausgekommen ist ein sehr gutes, anspruchsvolles Stück, an dem er sogar während der Konzeption den Titel änderte. (...) Es wurde - bei allem Respekt vor der romantischen Musik Mendelssohns, auch Schuberts - keine affirmative Angelegenheit, sondern mitunter eine motivisch streng strukturell komponierte, aber auch dramatische. Wunderschön die von vielen Solostellen durchsetzte Stimmführung der Partitur mit auch bedeutenden Aufgaben für Pauker, Schlagwerker inklusive Marimba- und Vibraphon sowie der Harfe. (...) Ein großes Bravo! Man mag der Musik wieder begegnen." (Heinz Rögl, MICA/ Musikaustria-Homepage)

Presse - Echo, 02.09.2010
 
Eröds Alterslaunen begeisterten in Stuttgart
Eröds Alterslaunen begeisterten in Stuttgart
Originelles Oktett uraufgeführt

"Iván Eröd hat sich nie um Ideologien oder Moden gekümmert. Der ungarische Komponist, Jahrgang 1936, hält nach eigenem Bekunden das Handwerk hoch. Das Lob eines Freundes, Eröd sei der im Wesen heiterste Mensch, den dieser kenne, ist dem Komponisten das Höchste. Und so bekennt sich Eröd, im Schutz seiner Heiterkeit, zur Melodie, zur Form und zum Effekt, für ihn die Grundpfeiler musikalischer Kommunikation. 
Jetzt haben Mitglieder des Staatsorchesters zum Auftakt ihres letzten Kammerkonzerts dieser Saison im Mozartsaal Eröds 'Alterslaunen. Variationen über ein eigenes Thema' op. 86 zur Uraufführung gebracht. Eröd hat beherzt in den Fundus gegriffen, ein Thema aus seiner Oper in sieben Bildern 'Die Seidenraupen' (1964-1968) gewählt und darauf 17 Variationen geschrieben. Mit demselben Spaß, mit dem Eröd wohl die Zwölftonmelodie von 'Rothars Abschied' tonal verkleidet hat, spielten das Ensemble diesen kursorischen Gang durch die Musikgeschichte des zwanzigsten Jahrhunderts, in dem Eröd mit Augenzwinkern Ligetis Motorik zitiert, Prokofjews Lust am Grotesken, Schostakowitschs Sinn für markante Rhythmik und dabei doch einen ganz eigenen Ton findet." (rle, Stuttgarter Zeitung, 3. Juli 2010)
 
"Mit einer heiteren, ja fast knitzen Uraufführung begann im Mozartsaal der Liederhalle das letzte Kammerkonzert des Stuttgarter Staatsorchesters in dieser Spielzeit [...]. Verspielt und einfallsreich verdienen sich die 'Alterslaunen' des österreichisch-ungarischen Komponisten Iván Eröd ihren Titel zu Recht. Die bis auf ein paar Spurenelemente durchweg tonalen Variationen über ein Thema aus seiner eigenen Oper 'Die Seidenraupen', gesetzt als Oktett für Oboe, Klarinette, Horn, Fagott, Violine, Viola, Violoncello und Kontrabass, entstanden als Auftragswerk des Stuttgarter Staatsorchesters [...]. Fast jede der 17 kurzen Variationen überrascht als neue, launige Miniatur, ob Zigeunertango, Lamento oder munteres Bälle-Zuwerfen zwischen Bläser- und Streichquartett. Die Lust am kunstvollen Verflechten der Stimmen und das Ende in einer presto dahinwuselnden Jagd lassen vermuten, dass der 74-jährige Eröd seinen Lebensabend bestimmt nicht als Grübler verbringt, ähnlich wie Rossini mit seinen 'Péchés de vieillesse'." (Angela Reinhardt, Cannstatter Zeitung, 2. Juli 2010)

Presse - Echo, 01.07.2010
Neue Orgel-Ausgaben Haydn und italienisches Barock
Besprechungen im "MUSIC TEACHER", Juli 2010

Haydn never wrote any solo organ music, so this volume is a selection of arrangements from his orchestral works. Like the originals, these pieces are bright and full of life; they work well on the organ. (...) This is a fun volume to dip into.
 
Jonathan Wikeley, Music Teacher July 2010
 
(...) This volume of Italian music is a delight. The music is manuals only and so could easily be transferred to another instrument (organ and harpsichord would work rather nicely). The pieces, by a selection of seven Italian composers, of whom I’d heard of not very many, conjure up images of Venice and the like – in fact the introduction quotes Girolamo Diruta describing his experience of hearing a fantastic ‚battle oft he organs‘, waiting at the door, and seeing Alessandro Gabrieli and Monteverdi coming out. (...) The music is what entices here: it is lively and entrancing – and the antiphonal nature oft he works mean that with a bit of jiggery-pokery you can almost play it on your own, and certainly as a duet, if you don’t mind getting up close and personal with your fellow organist.
 
Jonathan Wikeley, Music Teacher July 2010

Presse - Echo, 01.07.2010
Zweimal Helmut Schmidinger im Wiener Musikverein
Kritik der Aufführungen von "...und haben fast die Sprache in der Fremde verloren" und "...das Geräusch von den Flügeln, die einander berührten..."

Im April gab es im Musikverein gleich zwei Werke des oberösterreichischen Komponisten Helmut Schmidinger zu hören, an beiden Abenden standen Violine und Violoncello im Mittelpunkt. Im Gläsernen Saal konnte das Publikum das ausdrucksstarke Spiel der beiden (auch) "großen Söhne" Michael Barenboim (Vl.) und Matthias Bartolomey (Vc.) hautnah miterleben. Schmidingers "...und haben fast die Sprache in der Fremde verloren" erscheint beinahe maßgeschneidert für sie.  Wie oft bei Schmidinger fußt das Stück auf dem Nachdenken über Texte, Sprache und Kommunikation. Es entsteht der Eindruck, dass Violine und Cello einander annähern und entfernen und einfühlsam versuchen, die Sprache des jeweils anderen zu sprechen, um so zur Einigung zu kommen. (...)
Tags darauf gab es das neueste Konzert für Violine, Cello und Orchester, "...das Geräusch von den Flügeln, die einander berührten...", im Brahms-Saal innerhalb eines Abends des Wiener Concert-Vereins unter Lior Shambadal zu hören. Die Solisten waren Christian Altenburger (Vl.) und Reinhard Latzko (Vc.), die seit der Uraufführung in Südtirol (20.4.) im Musikverein bereits die vierte Aufführung des Werkes bestritten. Nachdem Schmidinger die Gattung des Solokonzerts lange hinterfragt hat, ist er auf Daniel Glattauers Buch "Gut gegen Nordwind" gestoßen und nahm den Text - inhaltlich wie strukturell - als Ausgangspunkt für sein Doppelkonzert. Auch hier ist es sowohl dem Komponisten als auch den Musikern gelungen, das Wechselspiel zwischen Orchester und Soloinstrumenten, zwischen Individuum und Kollektiv spannungsreich herauszuarbeiten und behutsam eines aus dem anderen erwachsen zu lassen. (...)
(F.K., ÖMZ 6/2010)
 

Presse - Echo, 01.07.2010
Uraufführungs-Konzert im Musikverein
Neue Stücke von Norbert Sterk und Erich Urbanner vom Ensemble Kontrapunkte uraufgeführt

„… Den Anfang machte Erich Urbanner mit seinem Kammerkonzert für zwölf Spieler. Wie der Komponist selbst erläuterte, versuchte er dabei anstatt eines Wettstreits zwischen Solist und Ensemble neue Wege zu gehen und Instrumentengruppen gegeneinander zu setzen. Auch räumlich wurde eine neue Dimension erschlossen – das Klavier und das Blechbläsertrio waren rechts und links positioniert – und so auch die Differenz zwischen innen und außen neu gestaltet. Bei einigen Passagen wurden dabei das innen positionierte Streichquartett und das Bläserquintett regelrecht in die Zange genommen, um im nächsten Augenblick wieder durch die Formation eines eigenwillig mit vier Spielern besetzten Klaviertrios wieder in Verbindung zu treten. In dem rhythmisch ausdifferenzierten Werk blieb lediglich das Klavier, dem vor allem zu Beginn und am Ende doch wieder eine gewisse Sonderstellung eingeräumt wurde, über weite Strecken ein Außenseiter, was auf die Deutung als „eine andere Art eines Klavierkonzerts“ (Urbanner) hinweist.
Sein virtuoses Können demonstrierte der Saxophonist Gerald Preinfalk in Norbert Sterks "Vertigo. Saxophon. Desaster", einem dem Instrumentalisten gewidmeten Konzert für Saxophon und Orchester. Er legte Klanglinien, wimmerte, ächzte und stotterte in dem effektvollen Stück voll beeindruckender Klangvielfalt, das auf raffinierte Weise Solist und Orchester miteinander verwob. Dabei umtanzten und umkreisten sich Solist und Orchester - wurden Impulse vom Solist an das Orchester weitergegeben - wie "zwei Individuen, die einander begegnen und aufeinander reagieren" (Sterk), was dem Stück eine gewisse Leichtfüßigkeit verlieh.
S. S. , ÖMZ 6/2010

Presse - Echo, 30.06.2010
CD "Vienna Connection" mit Krenek-Violinsonate
Rezension in der Österreichischen Musikzeitschrift Juni 2010

"... besonders erfreulich ist es, die frühe Sonate op. 3 von Ernst Krenek erleben zu dürfen, die den beiden  Ausführenden einiges zu denken und dem Hörer manches Liebenswertes zu genießen gibt"
 
(Rezension der CD "Vienna Connection" mit David Frühwirt, ÖMZ 6/2010)

Presse - Echo, 30.06.2010
Neue Apostel-CD
Hans Erich Apostel und das Streichquartett

"... Ein fesselndes Doppelalbum mit Werken für Streichquartett von Hans Erich Apostel ist bei Cybele Records mit dem tüchtigen DoelenKwartet erschienen. Die Edition gewährt tiefen Einblick in die Welt der Zweiten Wiener Schule im Einflussbereich von Schönberg und Berg, informiert über Freundschaften, Schüler-Lehrer-Beziehungen, über fast schon skurriles imitatorisches Verhalten unter dem Eindruck der Übergestalt Schönbergs. Und die Einspielungen des mir bis dahin unbekannten Quartetts beweisen, dass Apostel nicht nur ein notorisch kühl kalkulierender "Zwölftonspieler" war, sondern auf der Basis von emotionaler Entsorgung durchaus in der Lage war, "ansprechende" Musik zu schreiben. Die Edition gewinnt an instruktiver Bedeutung, indem Apostel - leider allzu knapp - zu Wort kommt, indem jedoch sein Schüler Rainer Bischof ausführlich über seine Erfahrungen mit dem im Alltag offenbar nicht gerade pflegeleichten Mentor und Freund referiert. Es handel sich um ein Gespräch mit der bestens vorbereiteten Editions-Gründerin Mirjam Wiesmann, die sich als impulsive Stichwortgeberin betätigt, aber in einer Phase auch zum Schmunzeln verleitet."
(Peter Cossé, ÖMZ 6/2010)

Presse - Echo, 10.06.2010
SAMBA FELIZ! - Latin Guitar Solos & Dues von Stefan Oser
Besprechung aus "Akustik Gitarre" 3/2010

 Die Spielbücher von Stefan Oser sind uns bisher immer positiv aufgefallen. Der Latin-Experte, der selbst einige Jahre als Musiker in Lateinamerika gelebt hat, schreibt schöne und gut spielbare Stücke, die beim Nachspielen Spaß machen und einen am Instrument weiterbringen. (…)
 Musikalisch ist das alles sehr schön gemacht: Die Tempi sind abwechslungsreich, es gibt getragene Solostücke aus der Bossa-Nova-Ecke, Arpeggien-lastige Fantasien mit offenen Saiten, Samba, Choro, Walzer und Tango zum Nachspielen. Bei den Duo-Stücken gibt es immer eine ausgewiesene Solo- und Begleitstimme, dazu im gesamten Buch konsequent Akkordangaben – sehr gut. Standardnotation und Tabulatur sind getrennt, die TABs liegen als separates Büchlein bei.
 (...) viele ausführliche Fingersätze und sorgfältige Notation (...). Die beiliegende CD macht zusätzlich Lust darauf, Osers Latin-Songs zu spielen, denn sie ist klangschön, groovig und musikalisch eingespielt. (…)  Musikalisch und gitarristisch volle Punktzahl für „Samba Feliz“!
(Andreas Schulz)

Presse - Echo, 04.06.2010
Egon Wellesz' 3. Streichquartett im Musikverein
Das Artis-Quartett rückt Egon Wellesz in die Nähe von Schubert

 Nächste Ausfahrt Abgrund
(...) Das Ensemble spannte Schuberts Streichquartett D 87 in einer spannenden Programmierung mit dem 3. Streichquartett von Egon Wellesz zusammen. Spannend, weil (...) Wellesz als organische Fortsetzung erschien. Da wurden ähnliche Stimmungen und Seelenwelten spürbar, nur in anderem Dialekt. Als würde ein Maler ein Motiv erst als Aquarell, dann als Ölbild realisieren. Hier wie dort rasche Stimmungswechsel, Passagen nervöser Rastlosigkeit und eine Ahnung von Vergeblichkeit aller (Lebens-)Mühen, an der die beschwingten Schlusssätze in Summe wenig ändern können.
Eine exemplarische Stelle: Gegen Ende des ersten Wellesz-Satzes erscheint unvermittelt eine Aufhellung. Sie bleibt eine Art Verkehrsinsel der Hoffnung, schon bald nimmt die Partitur zielsicher die nächste Ausfahrt Richtung Abgrund. Das alles wird mit absoluter Präzision und einer Intensität ausgeführt, die kein dynamisches Auftrumpfen als Geschmacksverstärker benötigt. (...)
(hd, Die Presse. 27.5.2010)

Presse - Echo, 17.05.2010
hits4school
Rock- und Pophits in Unterricht und Schulchor - Arrangements von Johann Pinter

Die neue Reihe „Hits 4 School“ bei Doblinger schließt eine lange klaffende Lücke im Bereich der Unterrichtsmaterialien für Chorleiter. Die Motivation von Schülern zu singen ist eine viel diskutierte Problematik. Die Etablierung zeitgenössischer popularer Musik in den Unterricht schafft die Möglichkeit aus der rein reflexiven Herangehensweise an das Repertoire heraus zu treten und mithilfe der Alltagskultur Stimmen auf neuen Wegen zu bilden. (...)
Die vorliegende Sammlung von Johann Pinter verfolgt genau dieses Ziel. Die Originaltreue seiner Arrangements sorgt für eine schnelle Adaption in den ersten Chorproben. Die musikalische Arbeit am Song kann relativ schnell begonnen werden. Zuhause und im Unterricht kann direkt erst einmal zur Vollversion gesungen werden und die Möglichkeit zu üben wird zusätzlich durch Playbackversionen, welche auf der Seite des Doblinger-Verlags (kostenneutral) downzuloaden sind, sehr erleichtert. Eine reine Klavierversion und eine Trioversion ermöglichen jedem Chorsänger vielfältige Übungsmöglichkeiten. Hervorragend musiziert gehen sie über die üblichen Klavierplaybacks hinaus und wären sogar für Probe und Konzert geeignet, falls keine Band oder ein guter Pianist zur Verfügung steht. In zwei verschiedenen Versionen liefern die Ausgaben die Möglichkeit des Musizierens in klassischer Chorbesetzung, aber auch in einer 3-Part-Version, die alle Besetzungsmöglichkeiten offen lässt. Diese Flexibilität in der Besetzung ist optimal auf die Praxis abgestimmt. Sie trägt der oftmals sehr variierenden Anzahl von männlichen und weiblichen Stimmen Rechnung und lässt Raum für zusätzliche Instrumentalbesetzungen. Kurze didaktische Hinweise und Tipps runden den Gesamteindruck ab. Eine größere Anzahl an didaktischen Hilfsmitteln bietet im Augenblick keine andere Publikation in diesem Bereich. Und somit beinhaltet diese Ausgabe beides: sie bedient die Emotionalität des Pop und gleichzeitig den Kunstanspruch ernster Musik. Im besten Sinne kann so Popmusik endlich auch offiziell zu dem werden, was sie schon lange ist: die Volksmusik der heutigen Zeit.
 
Sascha Wienhausen, VOX HUMANA, Februar 2010
 
 

Presse - Echo, 14.05.2010
Friedrich Cerha: Kammermusik für Orchester
Uraufführung am 12. Mai 2010 im Wiener Musikverein

 
Packendes Erlebnis 
„Sensibel aufeinander zu hören und einzugehen, intime Dialoge anzustimmen, die dadurch desto deutlicher und unmittelbarer zum Publikum sprechen… Ein Stück geprägt von abgeklärter Reife!“ So lautet das Credo von Friedrich Cerhas „Kammermusik für Orchester“, einem Auftragswerk der Gesellschaft der Musikfreunde.
Das RSO Wien und sein Noch-Chefdirigent Bertrand de Billy nahmen sich des fast halbstündigen Werkes behutsam an:
Im Mittelpunkt der oftmals „filigranen Verästelungen, die kammermusikalisches Aufeinander-Eingehen erfordern“, stand das in Höchstform musizierende RSO. Streicher und Bläser standen etwa Orgel, Klavier, Celesta, Cembalo, Harfe, Mandoline, Vibraphon und Marimbaphon gleichberechtigt gegenüber. Dabei nahmen die Oboe (abwechselnd Oboe d’amore) mit Thomas Höniger eine effektvolle solistische Rolle ein. In Cerhas Schaffen das einzige Mal! De Billy wusste genau, wie dieses riesige Werk zu gestalten war. Es gelang ihm, Spannungsbögen aufzubauen und die vielen Teile als geschlossenes Ganzes wirken zu lassen. (…)
Florian Krenstetter, Kronenzeitung 14.05.2010
 
Springender Funken und weit gespannte Bögen
„Kammermusik für Orchester“ nennt Friedrich Cerha seine großformatige Auftragskomposition, die von der Gesellschaft der Musikfreunde angeregt wurde. Das Festwochen-Konzert am Mittwoch, bei dem sie das ORF Radio-Symphonieorchester Wien uraufführte, hätte im Grunde unter demselben Motto stehen können. Es ist zwar paradox, aber nur wenn sich ein Orchester die Fähigkeit erhält, ähnlich wie bei Kammermusik aufeinander zu hören und zu reagieren, kann im entscheidenden Moment der Funke überspringen. (…)
Von diesen Qualitäten profitierte Cerhas „Kammermusik“ mit ihren weitgespannten Bögen, ihren heiklen, sich ineinander verzahnenden Linien von Mandoline, Harfe, Tasteninstrumenten und Schlagzeug, aber vor allem dem Gesang einer solistischen Oboe und Oboe d’amore (Thomas Höniger) fast noch mehr. Denn hier brachten sich die Musiker in einem Maße gestaltend ein, das ihren selbstverständlichen Zugang zu zeitgenössischer Tonsprache ebenso zeigte wie Cerhas Anknüpfen an hochexpressive Gesten aus der nachromantischen Tradition. Das Publikum nahm dies dankbar zur Kenntnis und feierte den 84-Jährigen entsprechend stürmisch.
Daniel Ender, Der Standard, 14.05.2010
 
Friedrich Cerha trickst Schönberg aus
(…) Die musikantische Brillanz kam diesmal auch einer Novität zugute: Friedrich Cerha hat aus älteren, skizzenhaften Stücken ein zusammenhängendes symphonisches Werk geschaffen, das vom RSO in aller denkbaren Farbenpracht und Ausdrucksfülle zelebriert wurde: Da wachsen verzehrende melodische Linien, durch alle Register geführt, zu immer neuen Klangtürmen empor; und stets beginnen nach den Höhepunkten aus zarten Pflänzchen – etwa einem exquisiten Oboensolo – wieder neue Verzweigungen zu wuchern. Ein naturhafter, faszinierender Klangprozess, der die „Dritte Wiener Schule“ viel näher ans – im Programm klugerweise danach platzierte – Ravel-Märchen „Ma mere l’oye“ rückt als an Schönberg… (…)
Wilhelm Sinkovicz, Die Presse, 14.05.2010
 
Neue Musik, leicht zu fassen
 
"Es war einer jener Momente, in denen man gerne Mauserl gespielt hätte: Als sich Friedrich Cerha nach der Uraufführung seiner Kammermusik für Orchester zu Dirigent Bertrand de Billy wandte und ihm etwas zuflüsterte. Was wohl? Es sei dahingestellt, einen zufriedenen Eindruck machten beide: der 84-jährige Wiener Komponist und der Chefdirigent des RSO Wien. Auch das Publikum hatte Gefallen gefunden an dem als Auftragswerk der Gesellschaft der Musikfreunde entstandenen gut fasslichen Werk. Klar und erkennbar sind sowohl die melodischen als auch die strukturgebenden Bausteine in diesem "kammermusikalischen Aufeinander-Eingehen". Solistische Kantilenen (schön die Oboensoli von Thomas Höniger) wechseln mit klangdichten Passagen. Es ist ein Leichtes, der knapp halbstündigen Komposition, die dem Orchester vier Tasteninstrumente und eine Mandoline hinzufügt, aufmerksam zu folgen. (...)"
Marion Eigl, Wiener Zeitung, 15./16.05.2010

Presse - Echo, 03.05.2010
Helmut Schmidinger: ...das Geräusch von den Flügeln, die einander berührten ...
Uraufführung des Doppelkonzerts für Violine, Violoncello und Orchester 

„Sie sind schon fast Gewohnheit – die sprechenden Titel des Helmut Schmidinger. Auch sein neues Opus ‚… das Geräusch von den Flügeln, die einander berührten …’ ist da keine Ausnahme. Das Doppelkonzert für Violine, Cello und Streichorchester birgt interessante ‚Konflikte’, da zwei ähnliche Instrumente von sich selbst begleitet werden. Nicht Differenzierung ist das Wesen dieser Komposition, sondern die Strukturierung eines Einheitsklanges. Und da kam ihm Daniel Glattauers Buch ‚Gut gegen Nordwind’ sehr entgegen, in dem ähnliche Konflikte ausgelöst werden.
Musikalisch verwertet Schmidinger auch den Titel, in dem die rhythmische Grundstruktur der Buchstabenzahl der einzelnen Wörter entspricht (3 + 5 + 4 + 4). Dieses Muster bekommt in den Ecksätzen eine stark auf das Repetitive gestützte Stringenz, die an Werke Béla Bartóks erinnert. Diese spielt auch in den Soli eine Rolle, wo Töne, die von den ersten vier Buchstaben des Werktitels abgeleitet werden (d-a-es-g), fast borniert wiederholt werden. Ein gelungener Wurf! Christian Altenburger und Reinhard Latzko waren die fulminanten Solisten“ (Michael Wruss, OÖ Nachrichten, 26. April 2010).
 
 

Presse - Echo, 01.04.2010
W. A. Mozart: 6 Sonaten für Flöte und Cembalo KV 10-15
hrsg. von Ingomar Rainer und Hansgeorg Schmeiser (DM 1422)

" (...) This arrangement may make me change my mind about these juvenile Mozart works. It certainly encourages me to look at them again."
Stephen Preston, PAN Magazine, 3/2010

Presse - Echo, 01.04.2010
Franz Benda, Concerto in a-Moll für Flöte und Streicher
hrsg. von Ann Knipschild, DM 1401

… Benda was highly considered in his own lifetime and this piece reflects the quality of his music. There is nothing here that is technically difficult for a Boehm flute. In fact it would provide a good introduction to mid-eighteenth century style prior to playing C.P.E. Bach. For a baroque flute player, although this is not a technically demanding piece, it does require greater facility (...)
Stephen Preston, PAN Magazine, March 2010

Presse - Echo, 01.04.2010
Rainer Bischof, Sello de Luisa für Flöte solo
Rezension in "TIBIA" 1/2010 von Frank Michael:

Dies ist ein anspruchsvolles Werk für die Altflöte in G, sowohl vom kompositorischen Zugriff her wie von den spielerischen Anforderungen. Strukturell in der Dodekaphonie sehr dicht komponiert, ist das Thema mit seinen 23 Variationen von großer wechselnder Ausdruckstiefe. Mit seinen genau notierten, an die 2. Wiener Schule gemahnenden Rhythmen und Sprüngen ist dieses Werk auf jeden Fall eine spielerische Herausforderung unter Einbeziehung besonderer Spieltechniken wie „pizzicato“, „jet whistle“ und reinen Lufttönen. Bei den mit „Sebtr.“ Bezeichneten Trillern nach Karl-Bernhard Sebon werden die Ausführenden insofern allein gelassen, als sie sich die Ausführung dieser Triller selber zusammensuchen müssen, es sei denn sie haben Karl-Bernhard Sebon, der 1994 starb, noch persönlich auf einem Kurs damit erlebt. Er hatte für diese Intervalltriller oft spezielle Griffe, ob das für alle in diesem Werk angegebenen gilt, entzieht sich unserer Kenntnis. Auf jeden Fall sind kleine Nonen- oder große Septimentriller eigentlich nur „statistisch“ auszuführen, z.B. durch sehr schnellen Wechsel der Oktavlagen, aber durchaus nicht im Tempo eines echten Trillers. Erfreulicherweise ist ein ausführlicher und durchaus beeindruckender Lebenslauf dieses 1947 geborenen Komponisten beigefügt.
 
 

Presse - Echo, 01.04.2010
Reinhad Amon - Klavier kompakt / Piano Essentials
Rezension von Sirkka Vogel in "Musikschule intern", Februar 2010

Die Idee hat schon was: Musiktheorie gehört zur Musik, also platziert man sie genau dort – direkt unter den Noten. In jedem Stück wird ein analytischer Aspekt, ein Detail hervorgehoben und erklärt. Der Schüler wird geradezu mit der Nase darauf gestoßen. Und der Lehrer muss oder besser kann sich die Zeit nehmen, zu erklären, worin die Kunst im Aufbau des jeweiligen Stückes liegt. Die Auswahl an Werken der Klavierliteratur will bewusst Material aus verschiedenen Epochen weitergeben, das man nicht schon in jeder anderen Sammlung findet. Wichtig war Amon kompositorische Substanz, hohe Qualität. Diese Anthologie ist für Schüler ab der unteren Mittelstufe spielbar.

Presse - Echo, 01.04.2010
Wiener Flötenuhrstücke
transkribiert und hrsg. von Helmut Kowar (DM 1382)

Helmut Kowar legt zu dem bekannten Repertoire der Flötenuhrstücke von Haydn, Mozart und Beethoven eine interessante Ergänzung vor. Es handelt sich um 15 Stücke, die der Herausgeber von zwei erhaltenen Flötenuhren abgehört und übertragen hat. Die Transkription ist sehr sorgfältig gestaltet und informiert nicht nur über den Notentext, sondern auch über die detaillierte Ausführung der Artikulation und der Ornamente. (... ) Spieler und Hörer werden mit quirligen und humorvollen musikalischen Miniaturen belohnt, die durchaus mehr sein können als pfiffige Zugaben nach einem „seriösen“ Programm.
Joachim Schreiber, ARS ORGANI 4/09

Presse - Echo, 01.04.2010
Maximilian Stadler, 8 Praeambula für die Orgel mit Pedal
hrsg. von Rudolf Walter (DM 1363)

Maximilian Stadler darf wegen seiner Prägung durch Johann Georg Albrechtsberger einerseits und die Verbindungen zur jüngeren Komponistengeneration um Franz Schubert andererseits auf dem Gebiet der Orgelmusik als wichtiger Komponist der Wiener Klassik gelten. Seine 1773 entstandenen „8 Praeambula“ liegen nun erstmals gesammelt im Druck vor. Es handelt sich um längere Stücke von zwei bis drei Seiten Umfang, in denen jeweils ein melodisches Motiv polyphon durchgeführt wird. Während die Satztechnik noch ganz im Barocken verwurzelt ist, weist die Harmonik der Stücke modernere Züge auf. Formbildend wirkt primär der modulatorische Ablauf, weniger die kontrapunktische oder gar dramaturgische Konzeption. Das Vorwort bietet neben Informationen zu Stadlers Vita und zu den Stücken selbst auch Hinweise zur spieltechnischen und klanglichen Umsetzung. (…) Die Edition Walters bietet einen gut lesbaren Notentext dieser vielleicht nicht eben spektakulären, aber auf entsprechenden Orgeln durchaus charmant und klanglich reizvoll darstellbaren Musik zwischen den Stilen.
 
Joachim Schreiber, ARS ORGANI 4/09

Presse - Echo, 01.04.2010
Maximilian Stadler (1748-1833), 8 Praeambula für die Orgel mit Pedal
hrsg. von Rudolf Walter (DM 1363)

Maximilian Stadler darf wegen seiner Prägung durch Johann Georg Albrechtsberger einerseits und die Verbindungen zur jüngeren Komponistengeneration um Franz Schubert andererseits auf dem Gebiet der Orgelmusik als wichtiger Komponist der Wiener Klassik gelten. Seine 1773 entstandenen „8 Praeambula“ liegen nun erstmals gesammelt im Druck vor. Es handelt sich um längere Stücke von zwei bis drei Seiten Umfang, in denen jeweils ein melodisches Motiv polyphon durchgeführt wird. Während die Satztechnik noch ganz im Barocken verwurzelt ist, weist die Harmonik der Stücke modernere Züge auf. Das Vorwort bietet neben Informationen zu Stadlers Vita und zu den Stücken selbst auch Hinweise zur spieltechnischen und klanglichen Umsetzung. (…) Die Edition Walters bietet einen gut lesbaren Notentext dieser vielleicht nicht eben spektakulären, aber auf entsprechenden Orgeln durchaus charmant und klanglich reizvoll darstellbaren Musik zwischen den Stilen.
 
Joachim Schreiber, ARS ORGANI 4/09

Presse - Echo, 01.04.2010
Bernd Richard Deutsch, Toccata octophonica (02 459)
Rezension von Rupert Gough, CHOIR & ORGAN Jan-Feb 2010

Bernd Richard Deutsch's Toccata octophonica is a demanding work for both player and listener. 'Octophonica' refers to the eight-note tone row around which the piece is tightly constructed. At the centre of the work lies a meditative aria where the composer slowly unravels what has thus far seemed a rather angular assortment of fourths and fifths. This is certainly not a conventional toccata, and in fact 'toccata' seems an odd label for a piece that is really quite rhapsodic. Most of the writing conjures up the impression of constant rubato with its free rhythms and constant changes of tempo. There are some strong passages and a few places with repeated chords more akin to a toccata, but the piece concludes with three pianissimo chords using our now familiar 'octophone'.

Presse - Echo, 01.04.2010
Iván Eröd, Sonata milanese für Fagott und Klavier
Rezension der CD David Seidel - Fagott und Klavier (Classic Concert Records)

(…) His fine musicianship carries over to the nifty Sonata Milanese, a witty, warm and whimsical composition, which the composer Iván Eröd wrote for his colleague and friend Milan Turkovic (who happens to be one of David Seidel’s principal teachers). The first movement is a tongue-in-cheek Allegro molto; the second is a delicate and beautiful movement in which the tempo marking Andante tranquillo sums it up perfectly; and the last movement breaks into a devilish Presto after a slow introduction, which brings the work to a fast, but surprisingly quiet conclusion. Overall this is a nice work for bassoon and piano, which deserves more acquaintance in the bassoon world than it presently has.
 
Ronald Klimko, THE DOUBLE REED Vol. 31/ No. 3

Presse - Echo, 01.04.2010
Gerald Resch, Schlieren (Violinkonzert)
Rezension CD Kühr/Resch/Zykan - Violin Concertos (Patricia Kopatchinskaja) - col legno

(…) Gerald Reschs Titel Schlieren verdeutlicht moderne Kompositionstechniken: Schichten, Überlagerungen, Auflösungen. Und mit Doubles verweist er auf formale Zweiteilungen und Verdichtungen, auf poesievolle Einlassungen, auf Übermalungen, auf Paarungen, bei denen eine Bratsche schon mal mit der Geige konkurriert. (…) Das Konzert möchte das „ungestüme, lebendige, liebenswert-verrückte Wesen“ (Resch) der Solistin zur Geltung bringen, ohne „eine Zirkusnummer“ zu zeigen. (…)
Eberhard Kneipel, DAS ORCHESTER 10/2009
 
(…) wesentlich dramatischere Töne schlägt nach fragilem Beginn Gerald Resch in seinen Schlieren für Violine und Orchester an. Permanente Unruhe und überdrehte Virtuosität kennzeichnen den Solopart, der von einem hochexpressiven Orchester flankiert wird. Ein vielschichtiges Stück mit vielen flüchtigen Reminiszenzen (Resch ist auch Musikwissenschaftler), dessen Verläufe kaum berechenbar sind und immer eine Portion Abgründigkeit in sich tragen, vor allem in der grotesk eingefärbten lyrischen Episode. (…)
 
Dirk Wieschollek, NEUE ZEITSCHRIFT FÜR MUSIK 3/2009

Presse - Echo, 08.01.2010
STARS OF CLASSICAL GUITAR Vol. 3 (herausgegeben von Michael Langer)
Rezension in Classical Guitar Magazine, Dezember 2009

(…) an album of mostly celebrated original and transcribed guitar works all performed on the accompanying CD by various celebrities from the classical guitar world who are all represented on the Naxos CD-Label. The music contained in this album ranges from the Renaissance, Baroque, Classical and Romantic periods (…) and performing these works on the disc are Alirio Diaz, Nigel North, Kevin Gallagher, Manuel Barrueco, Eduardo Fernandez, Ana Vidovic and Andres Segovia.
 
Michael Langer has written informative notes about the performance techniques required throughout the collection and also as each new musical era is encountered has given information about the composers and the performers. He has also edited the music and his suggested fingerings and position indications are all very practical and sensible (...)
As collections of high grade concert material go, this is as good as the best of them, but with the added bonus of being able to listen to virtuoso guitarists playing the music.
Steve Marsh (Classical Guitar Magazine, December 2009)

Presse - Echo, 21.11.2009
 
Zwischen Anmut und tiefer Trauer
Zwischen Anmut und tiefer Trauer
Thomas Daniel Schlee: Tränen. Neun Wiener Tänze für Klavier op. 74 - Uraufführung

"'Tränen. Neun Wiener Tänze' nennt Thomas Daniel Schlee sein Opus 74, das jetzt im stimmungsvollen Bösendorfer-Saal zur Uraufführung gelangte. Sie heißen 'Wiedner', 'Gersthofer' oder 'Ottakringer' und sind dem Andenken Verstorbener sowie (lebenden) Freunden und Familienmitgliedern gewidmet.
Eingebettet zwischen Klaviermusik von Franz Schubert enthüllten sie dabei ihre geheime Verwandtschaft mit dem Lichtentaler Meister. Keineswegs im vordergründig materialhaften Sinn, aber doch im undefinierbar 'Wienerischen', der verborgenen Schwermut zwischen den Polen von Anmut und Tragik. Kaum je schimmert der im Titel evozierte Tanzcharakter durch; es sind vielmehr phantasievoll und kontrastreich erfundene, pianistisch dankbare Charakterstücke, in der Tonsprache freitonal und keinem kompositorischen System verpflichtet mit Ausnahme des letzten Tanzes, der auf der Basis eines Modus von Schlees Lehrer Olivier Messiaen beruht. Und was das Wichtigste ist: All dies scheint aus echter, tiefer Emotion geboren und berührt damit unmittelbar, wie der lebhafte Beifall bewies. Die Wiener Pianistin Gerda Struhal hatte sich in die Welt dieser Musik großartig eingelebt." (Gerhard Kramer, Wiener Zeitung, 21. November 2009)

Presse - Echo, 18.11.2009
 
Ein ideales Wettbewerbsstück!
Ein ideales Wettbewerbsstück!
Helmut Schmidinger: Zupf di! Rondo für Streichquartett. Four and more ... (strings) für Streichquartett. Partitur und Stimmen. Doblinger 06 184

"[...] sehr humorvolle Stücke, voller Zitate aus der Musikwelt ('etwaige Ähnlichkeiten mit bekannten Themen sind nicht zufällig sondern unvermeidbar', so der Komponist). Auch verschiedene Strich-, Zupf- und Schlagarten sind ausgiebig vorhanden. Mit überraschenden Dynamikwechseln, Spiel mit Rhythmus und Tempo und einem plötzlich gerufenen 'Zupf di!'-Unisono macht Schmidinger klar, dass in seinen Kompositionen von Eintönigkeit und Ideenmangel keine Rede sein kann. Ein ideales Wettbewerbsstück also. Der Agent hat seine Mission glänzend erfüllt!" (Antonia Bruhns, NMZ 10/09)
 
 
 
 
 
 

Presse - Echo, 17.11.2009
 
Ursula Erhart-Schwertmann (Hg.): Erstes Duospiel
Ursula Erhart-Schwertmann (Hg.): Erstes Duospiel
D 03 126 

"Was gibt es für einen Geigenschüler schöneres, als von Anfang an mit anderen zusammenzuspielen? Das dachte sich auch die Cellistin und Musikbearbeiterin Ursula Erhart-Schwertmann. Kurzerhand schrieb sie 32 Werke von Bach bis Tschaikowsky für zwei Violinen um, immer mit dem Versuch, der Intention der Komponisten gerecht zu werden. Und falls es die Intention der Herren Telemann, Mozart oder Purcell war, ihre Melodien möglichst früh von motivierten kleinen Geigern spielen zu lassen, dann liegt die Bearbeiterin goldrichtig. [...]
Um es den Schülern etwas leichter zu machen, hat sie einige Tonarten umgeändert und komplizierte Verzierungen weggelassen. Bogenstriche sind vereinfacht. Was bleibt, sind zwei Duostimmen, die beide gut in der ersten Lage spielbar sind. Feste Fingersätze sind nicht vorgegeben, sodass fortgeschrittene Schüler aus klanglichen Gründen auch in andere Lagen wechseln können. Ursula Erhart-Schwertmann, selbst Kammermusikerin, hat somit ein buntes Heft mit Stücken vor allem aus dem Barock und der Vorklassik zusammengestellt. [...]
Die 'Kleinen Stücke alter Meister' sind der Beweis dafür, dass einfache Stücke auch gut klingen können." (Antonia Bruns, NMZ 10/09)
 
 
"Dieses dünne Heft ist wie ein bescheidenes Bäumchen, doch voll behangen mit köstlichen, vielfältigen Früchten zum lustvollen Pflücken. 32 leichte Duette für Kinder aus allen Stilen zwischen frühem Barock und Romantik in verschiedenen Tonarten von zwei Kreuzen bis zwei b, wovon vier in Moll, bringen Abwechslung in den Unterricht. Getragene und bewegliche kurze Stücke, darunter viele Neuentdeckungen, sind ausgewählt aus allen Besetzungen der Musikliteratur. Es gibt viele Anknüpfungsmöglichkeiten zu Form- und Charakterdiskussionen. Höhepunkte sind die Winzig-Fuge von Fux mit Halbschluss, der Kanon Vergebliches Glück von Haydn [...], ein Ländler von Lanner, Altfranzösisches Lied von Tschaikowsky, Les Pifferari von Goundod (mit wunderschön abgestufter Dynamik) und der Haschemann von Schumann. Die Stücklein können alle in der ersten Lage gespielt werden, doch ist es empfehlenswert, hie und da andere Lagen zu benutzen." (Walter Amadeus Ammann, Schweizer Musikzeitung, Januar 2009)
 
"Eine in jeder Hinsicht sehr schön aufbereitete Sammlung von insgesamt 33 kurzen Stücken, vorzugsweise Tänzen, eigens für die frühe Verwendung im ersten Kammermusikunterricht bearbeitet, auf der Grundlage von Originalen zumeist bekannter Meister des Barock und der Klassik. Die Ausgabe beinhaltet zwei Speilpartituren, beide jeweils versehen mit einem sehr informativen Vorwort sowie einem gleich dreifach geordneten Inhaltsverzeichnis (!): 1. nach Seitenzahlen, 2. nach Namen der Komponisten, 3. nach Werktiteln. Sämtliche Stücke sind für beide Duopartner in der ersten Lage spielbar. Sollten diese aber bereits mit dem Lagenspiel vertraut sein, so mögen aus klanglichen Gründen auch andere Fingersätze verwendet werden, auf die Angabe von fingersätzen hat die Herausgeberin jedenfalls bewusst verzichtet. Entsprechend dem grundsätzlichen Anliegen leichter Spielbarkeit wurde auch bei der Einrichtung der Bogenstriche verfahren, je nach spielerischem Niveau können und sollen natürlich auch stilistisch adäquatere Striche gewählt werden." (Fritz Zumkley, Neue Musikzeitung 11/08)
 
"These 'little pieces' of old masters are ideal for young players making their first forays into chamber music. Even beginners can make music together. (...) From Purcell to Schumann, young violinists are sure to find their favorites in this compilation. The notation is slightly larger than usual and, as with all Doblinger scores, the layout is clear and spacious." (M.N., Strings magazine, March 2009)

Presse - Echo, 06.11.2009
 
Das Beste: von Iván Eröd
Das Beste: von Iván Eröd
Waltraud Wulz und Antoinette Van Zabner begeistern zu vier Händen

"Das Beste von der CD 'Tales from Vienna' dauert rund sechs Minuten, hat einen englischen Titel und stammt obendrein von einem gebürtigen Ungarn: Iván Eröds 'Little Suite for 20 fingers' ist charmant, witzig, melodiös und ein echtes Vergnügen." (eb, Wiener Zeitung Programmpunkte, 5. November 2009) 
 
 
 
 

Presse - Echo, 07.10.2009
 
Botschaft tränenreicher Hoffnung
Botschaft tränenreicher Hoffnung
Großer Erfolg für Zeisl Requiem Ebraico im Wiener Musikverein

„Erich Zeisls Botschaft tränenreicher Hoffnung“
„Erich Zeisl (1905–1959) gehört zu jenen österreichischen Komponisten der Zwischenkriegszeit, die 1938 durch rassische Verfolgung ins Exil getrieben und in ihrer Heimat trotz früher Erfolge weitgehend vergessen wurden. Wegbereiter der erst im Jahre 2005 einsetzenden Wiederentdeckung seines Œuvres war das 1944/45 entstandene ‚Requiem Ebraico (The 92nd Psalm)’. Es war aus Anlass von Zeisls 50. Todestag jetzt auch im ersten Philharmonischen Konzert der neuen Saison zu erleben. Und es erntete bei einem Publikum, das gegenüber Musik des 20. Jahrhunderts sonst eher zurückhaltend reagiert, einen rauschenden Erfolg.
Ein durchaus verdienter Erfolg, zieht man seine solide handwerkliche Machart mit einer schulgerechten Schlussfuge, seinen klangvollen Chorsatz in klug disponierter Gegenüberstellung mit den Solopartien, seine transparente Orchesterbehandlung in Betracht.
Die Tonsprache selbst changiert im Wesentlichen zwischen Johannes Brahms und Richard Strauss, zuweilen ergänzt durch orientalisch anmutende Melismatik. Das ist kein Zufall: Ursprünglich war das Werk für die Synagoge bestimmt. Später widmete sie Zeisl dem Andenken an seinen im KZ umgekommenen Vater und akzeptierte dabei bewusst den scheinbaren Widerspruch des Requiem-Gedankens zum Text des Psalms 92, wo er nach seinen Worten die Tröstung einer tränenreichen Hoffnung gefunden hatte.
Die Wiedergabe dominierte der Wiener Singverein mit einer seiner Glanzleistungen, assistiert vom Solistenterzett Raimondi, Kuhlmann und Eröd und sicher geführt von Tugan Sokhiev.“ (Gerhard Kramer, Wiener Zeitung, 7. Oktober 2009)
 
„Philharmonischer Auftakt mit neuem Dirigenten, rarem Psalm“
„Rechtzeitig zum 100. Geburtstag, 2005, war ihm eine Ausstellung im Jüdischen Museum gewidmet. Jetzt kam Eric (Erich) Zeisl im ersten Abonnementkonzert der neuen Saison zu philharmonischen Ehren: mit seiner als ‚Requiem Ebraico’ bekannt gewordenen Vertonung des 92. Psalms. Einer Komposition, die der gebürtige Wiener, der 1959 mit 54 Jahren in Los Angeles starb, im Auftrag des dort tätigen Rabbiners Jacob Sonderling geschrieben hat. Als er mitten in der Arbeit vom Tod seines Vaters und seiner Stiefmutter im NS-Vernichtungslager Treblinka erfuhr, gab er der Psalmvertonung den Charakter eines Requiems. Das erklärt den resignativen Tonfall des in einer imposanten Schlussfuge mündenden Werks, dem auch exotische Züge zu eigen sind.
Zubin Mehta, der diesen Psalm immer wieder aufführt, hat sich das Werk gewünscht. Unerwartete persönliche Umstände zwangen ihn – erstmals in seiner 48-jährigen Zusammenarbeit mit den Philharmonikern –, die Leitung dieses ersten ‚Philharmonischen’ der Saison zurückzulegen. Eine Chance für den erst 32-jährigen Chefdirigenten des Orchestre Capitole de Toulouse, Tugan Sokhiev, der auch ständiger Dirigent am St.Petersburger Mariinskij Theater ist.
Und hier, bei Zeisls knapp zwanzigminütigem Chor-Orchesteropus, nutzte er sie. Vor allem seine aus der Spannung des Werks gewonnene Tempodramaturgie überzeugte. (dob, Die Presse, 5. Oktober 2009)
 
„Ein Maestro mit Mut“
„Auch beim Hebräischen Requiem von Erich Zeisl überzeugte Sokhiev mit deutlichem Zugriff auf den großen Chor (Singverein). Der gebürtige Wiener musste 1938 emigrieren, lebte und arbeitete in Los Angeles. Das zu Ende des Krieges geschriebene Werk lässt die Nähe Hollywoods spüren, aber auch das Entsetzen über Hitlers Judenverfolgung. Der Text (Psalm 92) findet Trost im Hass. Adrian Eröd hat ihn sensibel übertragen und das gewichtige Baritonsolo eindrucksvoll vorgetragen. Dazu zwei Damen-Soli (Raimondi, Kulman). Ein musikalisches Zeitdokument.“ (Karl Löbl, Österreich, 5. Oktober 2009)
 
„Erich Zeisl entdeckt!“
„Im Mittelpunkt des Konzerts: Erich Zeisls Emigrationswerk ‚Requiem Ebraico’. Klangsatt die Sprache, manches gemahnt an Mahler und Korngold. Bewegend! Auch dank Singverein, Ildikó Raimondi, Elsiabeth Kulman, Adrian Eröd.“ (OL, Kronenzeitung, 5. Oktober 2009)
 
„… eine Entdeckung“
„… brachen die … exzellenten Philharmoniker eine Lanze für den vor 50 Jahren verstorbenen, vom Nazi-Terror vertriebenen Erich Zeisl. Dessen ‚Requiem Ebraico’ war dank des Singvereins der Gesellschaft der Musikfreunde und der Solisten Adrian Eröd, Elisabeth Kulman und Ildikó Raimondi eine Entdeckung.“ (P. Jarolin, 5. Oktober 2009)
 

Presse - Echo, 30.09.2009
Peter Planyavsky: ANTON HEILLER – Alle Register eines Lebens
Erste Rezensionen zur neuen, spannenden Heiller-Biographie

 
30 Jahre nach Anton Heillers Tod (1923-1979) legt Peter Planyavsky eine äußerst interessante und lesenswerte Biographie über den wegweisenden österreichischen Organisten und Komponisten vor. Der Leser erfährt in den ersten fünf Kapiteln Heillers Werdegang im Musikleben Wiens in der Kriegszeit und in den entscheidenden Jahren unmittelbar nach Ende des Krieges. Hierbei fällt von Anfang an Heillers breites Betätigungsfeld als Organist/Pianist, Dirigent und Komponist auf. Seine Bewunderung für Instrumente des schweizerischen Orgelbaus mündet bereits Anfang der 50er Jahre in der Idee, das Bachsche Orgelwerk an verschiedenen Orgeln aufzunehmen. Besonders eindrucksvoll liest sich das Kapitel über Heillers Beziehung zu Haarlem. 1952 wurde er als Teilnehmer zum Improvisationswettbewerb eingeladen, bereits 1955 gibt er erstmals einen Kurs und ist ein Jahr später auch als Juror in Haarlem. Die Kurse und der Wettbewerb bleiben für Heiller zeit seines Lebens ein unverzichtbarer Bestandteil, persönlich schlägt sich dies in der lebenslangen Verbundenheit mit Luigi Ferdinando Tagliavini und Marie-Claire Alain („Haarlemer Trio“) nieder.
Der Leser erfährt weiters über zahlreiche Beziehungen in viele andere Länder und seine Eindrücke zu den verschiedenen nationalen Orgelbautendenzen, immer gespickt mit vielen Berichten von Zeitzeugen und Schülern des Meisters.
Heillers unermüdlicher Einsatz für den Bau mechanischer Schleifladenorgeln steht auch im Zusammenhang mit seiner Bach-Interpretation, in beiderlei Hinsicht gilt Heiller hier als wegweisender Pionier. Vor allem seine Bach-Interpretationen machten Heiller zu einem der gefragtesten Organisten nicht nur in Europa.
In dem psychogrammatischen Kapitel „Alle Register einer Seele“ versucht der Autor auf sehr persönliche Weise hinter die Fassade des reisenden Konzertorganisten und Lehrers Anton Heiller zu schauen, z.T. mit einigen Längen und Wiederholungen.
Als besonders gelungen erweist sich, dass der Autor nicht allein in chronologischer Weise vorgeht, sondern durch viele Zitate und Querverbindungen zu späteren Zeiten eine logische und bereichernde Vernetzung erzeugt. Dies trägt sehr zum Verständnis von Heiller als Person und seinen musikalischen Vorstellungen bei. Planyavsky hat sich in akribischer Weise Übersicht über ein unglaublich umfangreiches Material von Briefwechseln, Zeitzeugenberichten und Konzertprogrammen verschafft, welches er intensiv, aber nie den Leser überfordernd, einsetzt. Sein Buch ist besonders für die jüngere Generation höchst informativ, man erfährt vieles über die österreichischen Organisten wie Franz Schütz, Wilhelm Mück, Karl Walter und Egon Krauss, oder Heillers Verbundenheit mit Komponisten wie Johann Nepomuk David, Paul Hindemith oder auch über Heillers spätere Kollegen Alois Forer, Franz Kosch, Ernst Tittel u. a. Eine umfassende Diskographie bringt wichtige Klangdokumente im Überblick.  
Matthias Griesen, Das Orgelforum Nr. 12, Sept. 2009 
 
30 Jahre nach dem frühen Tod von Anton Heiller, jener Wiener musikalischen Ausnahmeerscheinung als Kirchenmusiker, Orgelvirtuose, Dirigent, Komponist, Orgelsachverständiger und Schule bildender Pädagoge usw., verfasst sein früherer Schüler und späterer Kollege Peter Planyavsky eine Biographie, die versucht, „eine umfassende Darstellung, in der die vielen Facetten dieses Musikers beleuchtet werden“ (S. 7) vorzulegen. Der Autor stützt sich einerseits auf vorhandene Literatur und andererseits auf zahlreiche Quellen aus dem Familienbesitz, die er teils minutiös auswertet. Eine große Stärke der Arbeit sind die Aussagen der (einschließlich der Familie) 50 teilweise schon sehr alten Zeitzeugen, welche Planyavsky zwischen 2007 und 2009 interviewt hatte, und deren Erinnerungen wesentliche Beiträge zum Verstehen der komplexen Persönlichkeit Heillers liefern, als deren Hauptkomponente der Autor einen „quasi lebensbestimmende(n) Querstand, das immerwährende Dur und Moll in Heillers Seele“ (S. 259) charakterisiert. Das Buch ist in einer Mischung von chronologischer Biographie und Sachthemen angeordnet. „Haarlem“ und „Amerika“ werden – sachlich richtig – eigens ausführlich behandelt. „Alle Register einer Seele“ ist das Kapitel über den Menschen Heiller, seine Katholizität, sein Familienleben, seinen Lebensdurst, seine Depressionen. Manches wird nur dezent angedeutet, einiges breiter ausgeführt. Die wichtigsten Kompositionen sind in nicht zu detaillierten und für ein breites Publikum verständlichen Beschreibungen dargestellt, das Kapitel über Heillers Denken zum Orgelspiel, vor allem zu Bach, rundet die Darstellungen ab. Erstmals wird der schwierige und gelungene Versuch unternommen, eine möglichst vollständige Diskographie vorzulegen. Ein tabellarisches Werkverzeichnis fehlt leider. Ein Personenregister erleichtert die Orientierung im umfangreichen Stoffgebiet. Der Autor stellt kenntnisreich ein plastisches Bild seines Lehrers vor, vor allem für jene, die keine persönliche Erinnerung an den Meister haben. Vor allem: das Buch ist unglaublich spannend zu lesen.
 
Franz Karl Praßl, Singende Kirche Heft 3 / 2009

Presse - Echo, 22.09.2009
Tristan Schulze: Musik für Herz und Hirn
Großer Uraufführungs-Erfolg für Tristan Schulzes 'Hermann Hesse auf dem Weg in die Mailänder Scala' mit dem Braunschweiger Staatsorchester unter Alexander Joel

 
"Neue Musik, die Herz und Hirn berührte"
"Am Anfang stand Un-Erhörtes: 'Hermann Hesse auf dem Weg in die Mailänder Scala', eine neue Arbeit des mit Joel befreundeten Komponisten Tristan Schulze. Im Auftrag des Staatsorchesters hat Schulze dieses Werk ohne viele schräge Töne, dafür mit Sinn für Orchesterklangfarben, poetischen Ausdruck und lebensfrohe Ironie geschrieben.
Inspiriert von Hesses Roman 'Das Glasperlenspiel' wehte eine exotische Wolke durch den Raum. Indisch anmutende Geigenklänge verbanden sich mit griechischen Tonleitern, schlichte Choräle mit romantischer Gefühlswucht. Am Schluss gab es sogar Opernmusik wie zu Rossinis Zeiten.
Die verzahnten Rhythmen von Triangel, Glockenspiel, Vibrafon und Harfe – das 'Glasperlenspiel' – sorgten für mitreißende Bewegung und helle Klangfarben. Letztere wurden durch den warmen Klang der Streicher, vor allem der acht Celli, noch unterstützt. Musik, die nach Wunsch des Komponisten 'Herz und Hirn' berührte." (Felix Werthschulte, Braunschweiger Zeitung, 17. Juni 2009)
 

Presse - Echo, 18.09.2009
 
Großer Erfolg für Shih
Großer Erfolg für Shih
Requiem für Klavier und Orchester bewegte das Uraufführungspublikum in Kiel

"Strauss-Stärke und Vavics Fingerspitzen"
"Die Kieler Philharmoniker sind imposant in die Saison gestartet: mit [...] einer hochgradig sensiblen Solistin und einer Shih-Uraufführung, die viele im Publikum erreichte und bewegte. [...] 
Solch griffige Verklärungsformeln [wie in Straussens 'Tod und Verklärung', Anm.] sind Shihs Sache nicht. Der in Wien lebende chinesische Komponist hat für Kiel ein Requiem erdacht, das auf Grundlage eines finster-expressiven Gedichts von Else Lasker-Schüler eine letztlich hörbar ins Positive gewendete Philosophie in Tönen zeichnet. 
Schön, dass Eva Heußels Programmheft und Fritzschs Erläuterungen während des Bühnenumbaus so viel Verständnis für die amorph gekräuselten Streicher-Klangflächen, das Grabes-Grummeln in den Bässen, die nervösen Paukenwirbel und die einsam schwebenden Tonschleier im Klavier wecken konnten. Seine ganz besondere Sogwirkung entwickelte das bemerkenswert heutige, traditionsbefreite, geräuschhaft die Aufmerksamkeit fesselnde Klavierkonzert, das dem anwesenden Komponisten Shih herzlichen Beifall eintrug, aber durch das Fingerspitzen-Gefühl von Anika Vavic. Die serbische Pianistin erfüllte die Etüden-Kaskaden ihres virtuosen Parts, das Diskant-Glitzern und Bass-Grollen, die minimalistisch kreiselnden Bewegungsmuster mit viel Sinn und Sinnlichkeit." (Christian Strehk, Kieler Nachrichten, 13. September 2009)
 

Presse - Echo, 15.07.2009
Klangliche Opulenz
Uraufführung von Michael Radulescus Epiphaniai (Orgel-Schlagzeug-Fassung) im Dom zu Bergamo am 30. Mai 2009 (Pier Damiano Peretti – Orgel, Enrico Pelliccioli – Schlagzeug)

Das Konzert schloss mit einer „Premiere“: Epiphaniai, ein Werk von großer emotionaler Wirkung von Michael Radulescu, in der Fassung für Orgel und Schlagzeug, einem Werke, das Herr Peretti selbst beim großen Meister anregte. Den kolossalen Anfangsausbrüchen folgt ein langes und allmähliches Crescendo, in beängstigende Akkordmassen eingewoben, welche vom stetigen rhythmischen Spiel der vielfältigen Schlagzeuginstrumente des Enrico Pelliccioli begleitet wurden. Die klangliche Opulenz schlägt sodann in eine virtuose Kadenz der Orgel um, welche plötzlich unterbrochen wird und einem „demütigen“ und intimen Epilog weicht.
 
Stefano Cortesi, „Eco di Bergamo“, 3.6.2009
 
 

Presse - Echo, 08.06.2009
Helmut Schmidinger: Uraufführung beim Mozartfest Augsburg
Helmut Schmidinger - Zyklen für Streichquartett - Kritiken zur Uraufführung durch das Mozarteum Quartett am 17. Mai 2009 beim Mozartfest Augsburg

Süddeutsche Zeitung vom 25. 5. 2009 / Von Michael Stallknecht
 
"Es ist ein sehr österreichischer Abend im Augsburger Schaezlerpalais mit dieser melancholisch verhinderten Sehnsucht nach Melodie. Unter berückenden Sordino-Streichern schwebt sie auch noch durch den langsamen Satz von Helmut Schmidingers 'Zyklen', der Uraufführung des Abends. Schmidinger ist in der österreichischen Musikszene in verschiedensten Gremien wie als Komponist höchst aktiv. Dass soviel Verwurzelung nicht immer von Schaden sein muss, stellte er in Augsburg unter Beweis - betont ist er Teil einer neuen Generation, für die das Experiment alles andere als Selbstzweck ist.
In 'Zyklen' verzichtet Schmidinger weitgehend auf avantgardistische Klangtechniken und hält die fünf Sätze ganz klassisch mit gleichmäßig ausgefeilter Motivarbeit und starkem Formzugriff zusammen. Aus einem einzelnen repetierten G im ersten Satz heraus steigert die Komposition sich über kaskadenhafte Ausbrüche in ein furioses Finale hinein - souverän bewältigt vom Mozarteum Quartett.
Das Ergebnis ist eine mitreißende, im guten Sinn musikantische Quartettlänge, in der ebenso wie beim mittleren Haydn das Kämpferische - freilich an Bartók orientiert, ins Rhythmische gewendet - die Vorherrschaft der Melodie bestreitet und zerbricht. Der Titel 'Zyklen' bezieht sich nun nicht nur darauf, dass die Komposition am Ende zu einem gehämmerten G zurückkehrt, sondern ist vor allem eine Hommage an Mozarts fünf Streichquartettzyklen (so die Zählung Schmidingers), mit deren Besonderheiten sich der Jungkomponist in je einem der Sätze auseinandersetzt."
 
Augsburger Allgemeine Zeitung vom 19. 5. 2009 / Von Stephanie Knauer
 
Augsburg. Uraufführung beim Deutschen Mozartfest in Augsburg: „Zyklen für Streichquartett“ des anwesenden oberösterreichischen Komponisten Helmut Schmidinger (1969*) als Widmungswerk an die ausführenden Künstler, an das Mozarteum Quartett Salzburg. Alles beginnt mit einem Pizzicato?Urknall und fährt in einem Einklang fort, in den die Stimmen – nach Seitensprüngen in Akkorde oder Dissonanzen – immer wieder zurückkehren. Neue Impulse bringen steten Wandel: Rhythmisierungen von grotesk bis groovy, kurze Loops, ein elegisches Auf und Ab, Zwiegespräch, Bordunbegleitung wie aus einer anderen Welt. Schließlich das Finale: erneut Einkehr zum vereinigenden Unisono. Insgesamt klasse.
Nicht nur bei dieser Uraufführung erhielt die musikalische Königsdisziplin Streichquartett eine gewichtige Stimme im Augsburger Schaezlerpalais.[...]
 
RUNDFUNKÜBERTRAGUNG: 10. Juli 2009, 20.04 Uhr BR4 Klassik

Presse - Echo, 14.05.2009
 
Karl Schiske: Porträt-CD
Karl Schiske: Porträt-CD
ORF Edition Zeitton CD 3026

"Karl Schiske: Letzte Werke"
„Zu einer Wiederentdeckung einer der wesentlichsten Komponistenpersönlichkeiten der Nachkriegszeit lädt diese Kompilation älterer und aktueller Aufnahmen der letzten sieben Opera Schiskes von Candáda bis zur 5. Symphonie und einschließlich des unvollendeten Dialogs für Violoncello und Klavier ein.“ (D. E., ÖMZ 5/2009)
 
 
 

Presse - Echo, 23.04.2009
 
Gerald Resch: Porträt-CD
Gerald Resch: Porträt-CD
ORF Edition Zeitton CD 3029

"Die Kraft der Musik"
"Hinter so einprägsamen Werktiteln wie „Knoten“ oder „Fenster“ steckt der österreichische Komponist Gerald Resch (Jg. 1975), der sich in seinen Werken einerseits von anderen Künsten beflügeln lässt, wie der Malerei in „Nebeneinanderlinien“ (nach Maria Lassnig), aber auch aus ganz alltäglichen oder musikspezifischen Eindrücken schöpft, wie etwa in „Spin“. In den griffigen Stücktiteln oder Satzbezeichnungen ist stets die Essenz der Komposition ausgedrückt, ohne dass diese kraftvolle Musik sich je anbiedern würde. Eine echte Entdeckung!" (hen, Wiener Zeitung Programmpunkte, 23. April 2009)
 

Presse - Echo, 31.03.2009
 
Rainer BISCHOF: HAYDN-ahnend
Rainer BISCHOF: HAYDN-ahnend
Uraufführung durch das Wiener KammerOrchester unter Stefan Vladar

"Hauptwerk des bejubelten Abends war die Uraufführung eines Auftragswerkes des Kammerorchesters zu Haydns 200. Todestag: Rainer Bischof, Komponist, Philosoph, Pädagoge, vereint klassische Elemente mit Zwölftontechnik. Haydn-ahnend für Streichorchester basiert auf Haydns Klaviersonate D-Dur (Hob XV1I42), dessen Andante-Thema in eine zwölftönige Struktur verwandelt wird. Ein Stück, das durch Ausdrucksvielfalt, Ausbrüche ebenso wie geheimnisvolle Passagen und expressive Klänge besticht. In acht Variationen wird das Haydn-Thema nach den Zwölftonregeln verwandelt." (V. P., Kronen Zeitung, 24. März 2009)
 
„In Haydn-ahnend – Kompositionsauftrag des Wiener Kammerorchesters zum Haydn-Jahr – vereint Rainer Bischof klassische Kompositions- mit Zwölftontechnik. Als ‚Erbe’ nach Hans Erich Apostel, damit Enkelschüler von Alban Berg und somit letzter direkter Nachfahre der Zweiten Wiener Schule, setzte sich der Komponist und ausgebildete Philosoph mit Haydns Klaviersonate D-Dur (Hob. XVI/42) als Analytiker auseinander, wenn auch als einer, der den musikphilosophischen Kontext, Haydns Klangatmosphäre und Stimmungskunst nicht überhört. Bischof geht vom Andante-Thema aus und verwandelt dieses in eine zwölftönige Struktur, die auf das ganze Stück ausstrahlt. Im raffinierten Geflecht Bischofs ist Haydns kunstvolle Klangdramaturgie ‚ahnend’, manchmal sogar hörend nachzuvollziehen – obwohl das Material analytisch aufgesplittert und durch strenge Verfahren neugeordnet wird.
Ausdrucksvielfalt, dramatische Aufbrüche, aber auch expressiv gestaute ‚misterioso’-Stimmungen erzeugen ein effektvolles, mitunter aufgeregtes Klangpanorama, das von Stefan Vladar und dem hervorragend studierten Orchester tatsächlich ‚durchhörbar’ realisiert wird. ‚Ahnend’ kann man Haydns Opus in seinen Maskierungen alle acht Variationen hindurch nachvollziehen. Bischofs ‚Haydn-Kosmos’ demonstriert, wie ein Könner von heute tatsächlich im Geist eines Komponisten der Vergangenheit komponiert.“ (K. H. R., ÖMZ 5/2009)

Presse - Echo, 10.03.2009
Ungetrübtes Hörerlebnis!
CD "Bassoon & Piano" - Werke von Iván Eröd, Schubert, Saint-Saens u.a. - David Seidel (Fagott) und Herbert Rüdisser (Klavier) (Classic Concert records CCR 62051)

(…) Die Sonata Milanese von Iván Eröd, die 1984 im Auftrag des Fagottisten Milan Turkovic geschrieben wurde, ist ein abwechslungsreiches dreisätziges Werk. Hier werden die typischen Charakteristika des Instruments dargestellt. (…) David Seidel zeigt sich in allen Bereichen seiner solistischen Präsentation in einer herausragenden Verfassung. Seine Tongebung, sein geschmackvolles, unaufdringliches Vibrato, eine mühelose zuverlässige Technik und eine in allen Belangen seriöse musikalische Darbietung vermitteln ein ungetrübtes Hörerlebnis. Der Pianist Herbert Rüdisser ist ein kongenialer Partner, der auf hohen klanglichen und pianistischen Niveau zum Erfolg dieser Einspielung beiträgt.
 
(Alfred Rinderspacher, das ORCHESTER 3/09)
 

Presse - Echo, 26.02.2009
 
Bärige Begeisterung!
Bärige Begeisterung!
"Der Bär" von Tristan Schulze im Linzer Brucknerhaus (22.2.2009)

Bravourös hat am Sonntag die Upper Austrian Sinfonietta unter Peter Aigner das karnevaleske Kinderkonzert im Brucknerhaus bestritten. Als der Bär nach dem Karneval der Tiere erwacht, hat er nur einen Gedanken: Er will zum Zirkus! Dort lernt er viele Instrumente spielen. Ein heiterer Streifzug durch die Klangfarben des Orchesters, der nach Noten von Tristan Schulze auch stilistisch so einiges zu bieten hatte. Von der Fuge bis zur Tanzmusik der 20-er Jahre, vom Zirkusmarsch hin zu romantischen Träumereien. Erich Josef Langwiesner erzählte hinreißend mit viel Witz, Charme und Einfühlungsvermögen die Geschichte. Begeisternd auch die choreographische Umsetzung durch das Tanztheater Helix unter Christine M. Krenn. (Wruss, OÖ Nachrichten 24.2.2009)
 
Musikbegeisterungsprojekt!
Beim Kinder- und Jugendkonzert im überfüllten Saal des Linzer Brucknerhauses war "Der Bär" los.
(...) Ein vielfältiges Musikbegeisterungsprojekt, das in seiner Treffsicherheit aufschäumenden Jubel hervorrief! (NT, OÖ Krone, 24.2.2009)

Presse - Echo, 20.02.2009
 
Erich Zeisl - Porträtkonzert zum 50. Todestag in Los Angeles
Erich Zeisl - Porträtkonzert zum 50. Todestag in Los Angeles
Eric Zeisl, a forgotten emigre, is remembered at Villa Aurora
(Mark Swed in LOS ANGELES TIMES, February 19, 2009)

 Eric Zeisl is the émigré who got away. You won’t find much about this composer -- who fled Vienna in 1938 and joined the ranks of important foreign musicians in Southern California -- in the studies of those émigrés that have been coming out lately.
A major new history of film music by Mervyn Cooke published by Cambridge University makes no note of a composer who wrote music (uncredited) for the 1946 “Postman Always Rings Twice” and other Hollywood films. Though a treasure trove of the obscure, the 50-CD Milken Archive of American Jewish Music series ignores the composer of “Requiem Ebraico.”
And so it goes, but not entirely. It is much too early to speak of a Zeisl revival, or more accurately a Zeisl rediscovery, because his music is little performed or recorded and much still needs scholarly editing to get into publishable shape. But a small concert and gathering Wednesday night at the Villa Aurora, the German cultural exchange center in Pacific Palisades, had the feeling of a political gathering. Chamber music and songs were performed. The composer’s daughter, Barbara Zeisl Schoenberg, spoke. Audience members, in discussions afterward, asked, what is on the horizon. How to spread the word?
The occasion was the 50th anniversary of the composer’s death. Born in 1905, Zeisl was echt Viennese –- his family ran a coffeehouse. He was a prodigy who began publishing his songs as a teenager. His style was not advanced and his music languished in the old world, although with a modern mood.
Zeisl did not adapt well to Los Angeles. He resented his Hollywood work. He was allergic to sunlight and could barely stand to be in daylight. He stopped writing songs and concentrated on instrumental music. He told The Times in 1950 that he was “a finished product of the old world” and that he couldn’t change even if he wanted to. While teaching an evening composition class at Los Angeles City College in 1959, he suffered a heart attack and died. He was 54.
Zeisl wasn’t entirely obscure. Milhaud and Stravinsky mourned him. He wrote a cello concerto for Gregor Piatigorsky, still unpublished. But his music has certainly languished. His Piano Concerto, written in the early '50s, wasn’t performed until 2005 (by the unexpectedly adventurous Saratoga Symphony in Silicon Valley). It has just been recorded in Vienna by the Radio Symphony, with Gottlieb Wallisch as soloist, on the CPO label. The piece, to my astonishment, swept me up from it first seconds, with an irresistible melody, and never let go for 35 minutes.
There are many reasons why Zeisl’s music has fallen deep within the cracks. He wasn’t of his time or place, and there were bigger stars in the firmament. His daughter married the son of one of them, Arnold Schoenberg. And at Wednesday’s concert, she noted that her father “was no giant, not one of the great figures in music.” But, she continued, his name means "songbird" in German, and he was one.
The Villa Aurora concert featured three performers from Germany –- violinist Sascha Bauditz, pianist Karola Theill and mezzo-soprano Christine Lichtenberg. The program was peculiar, an attempt to give an overview of Zeisl’s career, but it came off as fragmented.
Some of the evening was devoted to juvenilia and the bulk of it to music written in Europe. There were no complete works other than a cycle of seven songs from the early '30s that was presented broken up throughout the program.
Two movements from the piano work “November” and the song “Komm süsser Tod” (“Come Sweetest Death”) captured Zeisl’s disconsolate mood in 1937 and 1938, as his beloved Vienna became inhospitable. Bauditz played, somewhat laboriously, “Menuhim’s Song” from Zeisl’s unfinished opera, “Job,” which was written in Paris as the composer prepared to sail to the States in 1939. Based on a novel by Joseph Roth that helped inspire Zeisl to rediscover his Jewish heritage, the opera features a protagonist who cannot speak and communicates only through the violin.
Excerpts from Zeisl’s playful “Pieces for Barbara,” written for his 4-year-old daughter, were a lively relief from music of suffering. The 1950 “Brandeis Sonata,” for violin and piano, was also excerpted. The full sonata –- as does so much of Zeisl’s music -- awaits contemporary champions.
That may take time. But Zubin Mehta and James Conlon have lately enlisted in the Zeisl camp. And the addictive recording of the Piano Concerto gives me hope.

Presse - Echo, 12.02.2009
 
Bernd Richard Deutsch: Martyrium oder Die Dinge sind
Bernd Richard Deutsch: Martyrium oder Die Dinge sind
Uraufführung des Oratoriums Martyrium beim Stuttgarter Eclat-Festival am 8. 2. 2009

Totentanz aus dem künstlerischen Anti-Heldenleben
 
Durch diese Pforte führt kein Weg ins Freie. Das Höllentor höchstselbst stellt sich am Anfang von Bernd Richard Deutschs „Neurotischem Oratorium“ (so der Untertitel) Martyrium oder Die Dinge sind vor – mit den Worten aus Dantes Inferno, denen die berühmte Konklusio folgt: „Lasst jede Hoffnung fahren, die ihr mich durchschreitet“. Deutsch setzt diese „Inschrift“ mit einem formidabel durchgearbeiteten Chorsatz in Klang, der den Geist der Zweiten Wiener Schule atmet und zugleich ein fernes Echo von Monteverdis Madrigalismus ahnen lässt.
Am Ende von Deutschs anderthalbstündiger Riesenschwartensuggestion für Sprecher, Vokalsoli, Chor, sehr großes Orchester und Videoeinspielungen, die beim Stuttgarter Eclat-Festival für Neue Musik uraufgeführt wurde, öffnet sich wieder eine Pforte, und die scheint fürwahr ins Grenzenlose zu führen: „Nun wollen wir mal das Bewusstsein erweitern!“, verkündet der Chor, und die Textworte Konrad Bayers lassen im Schriftbild die Majuskeln spielen. Aber die Vertonung klappert ins Nichts, als gehe dem vollmundig zu erweiternden Bewusstsein endgültig der Rollladen herunter. Eine Apotheose der psychedelischen Grenzüberschreitung klingt anders.
So desillusioniert Deutsch zuguterletzt die Idee vom Ausbruch des gefangenen Bewusstseins, das zu Beginn durch die infernalische Pforte ging und in Höllen eingesperrt ward, die jene des eigenen Geistes sind. Denn zwischen Ein- und Ausgang setzt es ein Text-Sampling kreativ sich selbst bespiegelnder Leidensmänner und -frauen: Dem düsteren Barock-Visionär Gryphius folgt der Zug der Selbstmörder (Vincent van Gogh, Cesare Pavese, Konrad Bayer), Syphilitiker (Hugo Wolf), Alkoholiker (Werner Schwab) samt der unglücklich verstorbenen Ingeborg Bachmann und – als einzigem Überlebenden – dem Philosophen Peter Sloterdijk.
Den Totentanz aus dem künstlerischen Anti-Heldenleben komponiert Deutsch in zehn vokalsymphonischen und drei rein instrumentalen Teilen. Das sprach-musikalische Resultat ist dem Requiem für einen jungen Dichter von Bernd Alois Zimmermann nicht unähnlich: nicht nur wegen der ausgiebigen Verwendung von Konrad-Bayer-Texten, sondern vor allem dank einer pluralistischen Ästhetik, die freilich nicht mehr das Avantgarde-Idiom der 1960er-Jahre zur Klang- und Bedeutungscollage erweitert. Deutsch verschmäht nicht, was die Avantgarde jahrzehntelang schmähte und sich dann in einer Art doppeltem Tabubruch postmodern wieder aneignete: fette Blechsalven, süffiges Melos, eine breite Palette raffiniert angerührter Orchesterfarben. Doch so wenig sich der erweiterte Klanghorizont scheut vor Neutönerduftmarken – backenklatschenden Vokaltechniken, schrägen Glissandi –, so wenig verfällt er einer devoten Retrospektion oder einem eifrigen Epigonentum Vielmehr wird mit größter kompositionstechnischer Bravour ein Pandämonium musikalischer Expressionszustände berufen, von Spurenelementen der Wiener Spätklassik mit Beethoven-Momenten oder Schuberts daktylischem Todesrhythmus bis zu mahlerischen Naturlautevolutionen und Verfahrensweisen der musikalischen Moderne. Doch was an historischem Ausdruck und zuvorderst an Fin-de-siecle-Auratik aufscheint, gerät in ein merkwürdig doppeldeutiges Flimmern. Momenten der wahren Empfindung wird der Boden entzogen, am wechselseitig dementierten Espressivo findet das Werk seinen genuinen Ton – bis hin zu den tonlosen Sprecherpassagen, die in einer grotesken Brutalissimo-Episode auf einen Bayer’schen Text kulminieren. Dem entspricht auf der optischen Ebene der Abstieg in die Trash-Hölle eines Gangster-B-Movies (Filmregie: Ulrich Kaufmann), und daraus führt kein Weg per aspera ad astra, sondern nur in die metaphysische Ernüchterung: „Die Dinge sind“, sprach Konrad Bayer – egal wie.
Mit seiner gleichsam in Anführungszeichen gesetzten Musik ironisiert Deutsch die Leidensstationen des Künstlerdaseins zwischen Drogen, Depression und Identitätsnöten, mit seinem Untertitel erklärt er sie gar zur Neurose – was in selbstironischer Pathologisierung auf das eigene „Neurotische Oratorium“ zurückstrahlt. So bezeugt das Opus Magnum letztlich eine expressiv auskomponierte Zwanghaftigkeit der dämonisierenden Vorstellungswelten, der Gewalt und des Untergehertums, gegen die kein Kraut einer kreativen Manie gewachsen ist. Statt Rettung bietet sie nur Fata Morganas. Doch wie Deutsch Künstlers neurotisches Erdenwallen auskomponierte, hat einen wahrhaft eigen- und einzigartigen Rang.
Die Uraufführung bei Eclat – in diesem Jahr vor allem Einzelportraits von Komponisten, darunter Jörg Widmann und Wolfgang Rihm, gewidmet – erreichte bemerkenswertes Niveau. Der Dirigent Rupert Huber entfesselte mit den exzellenten SWR-Klangkörpern – Radio-Sinfonieorchester und Vokalensemble Stuttgart – alle dramatische Wucht und innige Glut, ohne es an analytischer Klarheit mangeln zu lassen. Die Sopranistin Isabelle Müller-Cant, der Bariton Ütto Katzameier und der Tenor Corby Welch gaben ihren Parts die von Deutsch sorgsam beschworene lyrische Intensität, die Sprecher Christian Brückner und Marcus Thill überzeugten durch klare Diktion und scharfe Kontur des Wortlauts.
 
Martin Metzger
ÖMZ 5/2009
 
 
Gewaltiges Oratorien-Spektakel
 
Am Sonntag dann Daniel Kötters Video-Musiktheater auf Schloss Solitude und Johannes Kretz' »Klang-Log-Buch« im Theaterhaus. Und als Schlusspunkt Bernd Richard Deutschs gewaltiges Oratorium »Die Dinge sind«: Drei Gesangssolisten, zwei Sprecher, das SWR Vokalensemble, das SWR Radiosinfonieorchester und zahllose Zusatzinstrumente drängen sich im großen Theaterhaussaal. Und über allem thront die Filmleinwand.
 Komponist Deutsch, erst 31, entlockte diesem Riesenapparat ein packendes Seelendrama. Den psychischen Absturz eines manisch-depressiven Schriftstellers leuchtet Deutsch vielschichtig aus: mit surrealen Filmbildern, mit einer spätromantisch bis expressionistisch orientierten Klangsprache - und mit Texten von Autoren wie Ingeborg Bachmann oder Konrad Bayer, die selbst mit Psychosen zu kämpfen hatten.
 Rauschhaftem Aufbäumen folgt Ohnmacht. Sinnleere entlädt sich in grausigen Vernichtungsfantasien, von Sprecher Christian Brückner nach einem Text von Konrad Bayer deklamiert. Das sorgt hinterher für Diskussionen: War dieses sprachliche Blutbad nicht verzichtbar? Packend jedenfalls, wie Deutsch seinem Protagonisten bis auf den Grund der Isolation folgt. Am Ende stürzt die Musik in grellem Piccolo-Sirren ins Nichts. Diesem Klangdrama folgte man gebannt bis ans eisige Ende.
 
Hans-Jörg Lund und Armin Knauer
Reutlinger Generalanzeiger, 10. Februar 2009
 
Ein Künstlerleben im Cinemascope-Sound - Starkes, streitbares Finale beim Festival Eclat
 
Volles Orchester, schrilles Blech, wuchtige Chöre: Das Festival Eclat endete grandios - mit dem furiosen, abgründigen Riesenoratorium "Die Dinge sind". (...) 
Nun aber zu Bernd Richard Deutsch, einem 31-jährigen Österreicher, dessen Oratorium "Martyrium oder Die Dinge sind" zum großen Festival-Finale avancierte. Das 90-minütige Mammutopus toppte vom Aufwand her alles bisher Gehörte. Rund 150 Mitwirkende drängelten sich auf der Bühne im Theaterhaus. Was kam, sprengte alle Dimensionen: Mahler schien durch, Schostakowitsch und Ligeti ließen grüßen - in einem Sound, der insgesamt eher an eine frühere, monumentale Moderne anknüpfte.
Worums ging? Um alles! Genauer gesagt, um ein extremes Künstlerleben, um Höhenflüge und Rauschzustände, um Depressionen und schwärzeste Abgründe. Um ein Anti-"Heldenleben" also: Richard Strauss auf den Kopf gestellt.
Aufgeboten wurde dazu Material für eine Weltensinfonie: Texte von Dante bis Ingeborg Bachmann, Filme, ein furioser Höllengesang, sphärische Endzeitvisionen und tröstlich schwebende Chöre - alles im Breitleinwand-Format, tiefenscharf aufgefächert von SWR Vokalensemble und Radio-Sinfonieorchester Stuttgart unter Rupert Huber. (...) So viel Wucht hatte kein anderes Werk im Eclat-Programm.
 
Otto Paul Burkhardt
Bietigheimer Zeitung, 10. Februar 2009
 
 

Presse - Echo, 05.02.2009
 
Joseph Haydn: Sämtliche Streichquartette - Studienpartitur (13 Bände)
Joseph Haydn: Sämtliche Streichquartette - Studienpartitur (13 Bände)
Stp. 750 

"Der österreichische Doblinger-Verlag hat nun zum Haydn-Jahr eine Studienpartitur aller Haydn-Streichquartette in einer Box veröffentlicht. Diese Edition folgt der Gesamtausgabe, die seit den 60er Jahren von den englischen Forschern H. C. Robbins Landon und Reginald Barrett-Ayres erstellt wurde. Die Autoren folgen dabei den Autografen der Streichquartette. Die in der Box enthaltenen 13 Bände sind gut aufbereitet [...] Auf jeder Seite sind jeweils nur vier Systeme des Streichquartetts abgebildet, so dass der Text sehr gut lesbar ist und auch groß genug, dass man aus ihm spielen könnte. Das Besondere dieser Studien-Partitur-Ausgabe: Sie kostet im Schuber nicht mehr als 99 Euro. Für diesen Preis sollte man sich in jedem Fall diese Box zulegen, und sei es nur, um die Streichquartette von Zeit zu Zeit einmal mit einer CD oder einer Live-Aufführung mitzulesen. Das ist spannend und lässt einen noch tiefer in die Welt der Haynd-Quartette eindringen. Wer selbst Streichquartett spielt, für den ist diese Ausgabe fast ein Muss."  (Ensemble 1-2009 )  
 
 
 

Presse - Echo, 05.02.2009
Friedrich Cerha: Klaviertrio
37 214 

Er gilt schon lange als 'Österreichs Avantgardepapst': der achtzigjährige Friedrich Cerha. Am 30. April 2007 wurde im Wiener Musikverein sein jüngstes Klaviertrio durch das Altenberg-Trio uraufgeführt, dem es auch gewidmet ist. [...] Musikantisch ist es geworden und zugleich poetisch: eine geradezu selige Ruhe im Nachtstück, ein elegant hingeworfenes Finale - ein Eingangssatz 'mit Biss' und ein Scherzo voll grimmigen Humors. Nicht leicht zu spielen, aber die Arbeit lohnt sich." (Ensemble 1-2009) 

Presse - Echo, 05.02.2009
 
Bestechend scharf
Bestechend scharf
Iván Eröd: Klaviertrio Nr. 1 op 21 - Eggner Trio (Gramola CD 98837) 

"Iván Eröds Klaviertrio Opus 21 entstand als Auftragswerk des Wiener Haydn Trios im Jahre 1976 und ist hier erstmals auf CD eingespielt. Kein Wunder, dass das Eggner Trio die Werke Schostakowitschs mit diesem Trio kontrastiert, denn es passt bemerkenswert zu der Klangsprache des Russen, anders zwar, aber ebenso in der Deutlichkeit des Wechsels zwischen Lyrik, Trauer und Zornesausbrüchen. Und auch hier vermögen die jungen Brüder bestechend scharf zu interpretieren. Eine wahrhaft grandiose CD-Einspielung. Bravo!" (Carsten Dürer, Ensemble 1-2009) 
 
 

Presse - Echo, 28.11.2008
Dem verklärten Einem geht es gut
Das Mozarteum Quartett erinnerte in seinem Konzert im Salzburger Mozarteum am 18.11. an Gottfried von Einem, der heuer 90 Jahre alt geworden wäre

(...) ein Angepasster war er nie, der allen Sinnesfreuden zugetane weltoffene altösterreichische Adelige mit dem im Alter so markanten weißbärtigen Charakterkopf. (...) Der um die Errungenschaften der Schönberg-Schule angereicherten, also frei gehandhabten Tonalität blieb er treu und schrieb starke Theatermusik, die heute zu Unrecht vernachlässigt wird. Im hauptsächlich der Kammermusik gewidmeten Alterswerk herrscht melancholisch durchwirktes, oft kunstvoll bruchstückhaft wirkendes Melos vor, wofür das 5. Streichquartett mit dem Beinamen "Festina lente" (etwa: Eile mit Weile) ein gutes Beispiel ist. Das Mozarteum Quartett brachte die feinen Linien und Kontraste des Stückes vorbildhaft zur Geltung und brachte zusätzlich musikantische Laune ein. Jedenfalls ein Plädoyer für weitere Beschäftigung mit Einems heute vernachlässigten Oeuvre.
(Gottfried Franz Kasparek, Drehpunkt Kultur, 18.11.08)

Presse - Echo, 25.11.2008
Helmut Schmidinger: Jet-Set-Trio in drei Minuten
 37 209

"Der Titel des in drei Teile gegliederten Werkes ist wahrlich Programm: Teil 1 'in gebührlicher Hektik, molto marcato', Teil 2 'In Trance' (Streicher con sordino), Teil 3 '...und weiter geht's', nämlich rasant. Was da, eingebunden in ein traditionelles Notationsbild, innerhalb von drei Minuten an Clustern, Fußstampfen, perkussivem Klopfen auf dem Corpus, diversen Bartók-Pizzicati sowie 'col legno battuto'-Passagen zu bewältigen ist, ist schon atemberaubend. Der Cellopart ist, rein spieltechnisch gesehen für ambitionierte Schüler ab dem dritten bzw. vierten Unterrichtsjahr durchaus umsetzbar, verlangt zugleich aber ein hohes Maß an musikalischer Dastellungskraft und Interaktion. Hilfreich (damit ja keine 'ungebührende Hektik' aufkommt) ist das groß und sehr übersichtlich gestaltete Notenbild. Das Stück sollte in der entsprechenden Kategorie bei 'Jugend musiziert' ganz oben auf der Liste stehen (also unbedingt empfehlenswert für U2/M1)." (Fritz Zumkley, Neue Musikzeitung 11/08) 

Presse - Echo, 25.11.2008
Gelungenes Fest für Herbert Vogg
Zum Achtziger des Doblinger-Autors und -Verlagsleiters

"Der erfolgreiche Verlagsleiter ist 80."
"Aus Anlass des 80. Geburtstags von Herbert Vogg lud die Österreichische Gesellschaft für Musik zu einer Feier in ihre Räume. Es drängten sich Freunde, Mitarbeiter und Weggefährten, um den Jubilar im animierten gespräch mit der Musikwissenschafterin Walburga Litschauer zu erleben. Man wurde dabei nicht nur an seine Ausflüge als jugendlicher Musikkritiker oder an seine langjährige, verdienstvolle Tätigkeit als Leiter des Musikverlags Doblinger und des Musikwissenschaftlichen Verlags erinnert. Auch von fruchtbaren Textdichter für namhafte österreichische Komponisten etwa bei Kirchenopern für den Carinthischen Sommer Ossiach war die Rede. Und man durfte auch, höchst überraschend, den humorvollen Autor und Komponisten von Wienerliedern entdekcen - Julius Patzak und Erich Kunz waren einst seine hochkarätigen Interpreten gewesen. Direktor Pany vom Musikverlag Doblinger und die frühere Intendantin des Carinthischen Sommers Gerda Fröhlich steuerten Grußadressen bei. Gutgelaunt boten Elisabeth Lang (Mezzosopran), Max Müller (Bariton und Rezitation) sowie Lieselotte Theiner am Klavier Kostproben der genannten Genres. Ein gelungenes Fest! (ghjk, Wiener Zeitung, 7. November 2008)

Presse - Echo, 25.11.2008
Die Seele berühren
Fridolin Dallinger 75: Konzert im Linzer Brucknerhaus 

"Dieses Jahr feierte Komponist Fridolin Dallinger (*1933) aus Eferding den 75. Geburtstag. Aus diesem Anlass widmete das Brucknerhaus dem Jubilar, dessen weltliches und kirchliches Schaffen von Solostücken über Vielgestaltiges bis hin zu Großformen (Musical, Oratorium, Symphonien) reicht, einen Kammermusikabend mit eigenen Werken. Die zeitliche Auswahl konzentrierte sich auf das Jahr 1974 und auf die letzte Zeit. Die vorgestellten Kostproben zeichnen sich durch eine präzise, direkte und klare Aussage aus; sie vermitteln musikantisch erfüllte Spielmusik mit Tiefgang und entsprechen seinem Motto als Komponist: 'In erster Linie war bzw. bin ich bestrebt, mit meiner Musik die Seele des Menschen zu berühren.' Das gelingt durch ein stark melodisches und lineares Element, durch überquellende Lebendigkeit in den Ecksätzen und geistreiche Nachdenklichkeit in den langsamen Abschnitten. Dabei kamen die Interpreten auf ihre Rechnung mit den vorteilhaften Aufgaben: Gernot Fresacher (Klarinette) und Tomasz Liebig (Violine) aus dem Bruckner Orchester, Alfred Melichar (Akkordeon) und Sven Birch (Klavier, Cembalo) von der Bruckner-Uni und 'Weltbürger' Martin Rummel (Cello). Gespielt wurden unterschiedlich besetzte Stücke (Concertino, Sonatinen, Sonaten, Trio) – darunter eine bemerkenswerte Sonate für Cello und Akkordeon (!). Im Gespräch von Wolfgang Winkler mit Dallinger ergaben sich interessante Streiflichter auf den Komponisten, Pädagogen, Sonntags- und Amateur-Maler." (Franz Zamazal, OÖ Nachrichten, 25. Oktober 2008)

Presse - Echo, 24.09.2008
Erfolgreiche Gerald Resch-Uraufführung bei der Eröffnungsfeier des Internationalen Brucknerfestes
"LAND" für Orchester

Kritiken zur Uraufführung von Gerald Reschs "Land" am 14.9.2008 Linz, Brucknerhaus (Eröffnung des Internationalen Brucknerfestes)
 
Aufwühlende Rede, mutiges Werk (OÖN 15.9.08, Bernhard Lichtenberger und Michael Wruss):
… Lichtblick zum rettenden Leuchtturm war allerdings das traditionelle Auftragswerk, das diesmal der junge Linzer Komponist Gerald Resch realisierte. Mutig, aber voller Respekt ging er daran, Symbole zu hinterfragen, indem er das Material für seinen „Variationszyklus“ aus der österreichischen Bundeshymne destillierte.
  So blitzten in „Land“ da und dort Floskeln der Mozart’schen Melodie durch, verdichteten sich, fanden in neuer Strukturierung zu neuem Leben und ließen ebenso schemenhaft kritische Stimmen laut werden. Diese traten sich als solistische oder in der Gruppe geführte Instrumente hervor und versuchten, dem Überlieferten neue Facetten abzugewinnen, die in einer übersteigerten Stretta durchaus auch bedrohliche Dimensionen annehmen können.
  Mutig war das Unterfangen auch deshalb, weil manche demonstrativ nicht applaudierten, als dürfe man dies mit Staatssymbolen nicht machen. Da mag etwas dran sein, aber wenn es derart meisterhaft und respektvoll geschieht, dann ist es Kunst und braucht nicht um Erlaubnis zu fragen. Das Brucknerorchester unter Ingo Ingensand war engagierter Helfer bei der freien Meinungsäußerung.
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 Brucknerfest-Eröffnung ganz ohne Bruckner (Neues Volksblatt 15.9.08, Georgina Szeless): 
… Bei den wenigen Musikentrees für das Fest war die Uraufführung der Brucknerhaus-Auftragskomposition „Land“ des 33-jährigen Komponisten Gerald Resch erfreulich. Sein neues Stück bezieht die Grundmelodie von der Österreichischen Bundeshymne und verarbeitet diese erfindungsreich im Klangbereich, ohne die Maßstrenge formaler Zusammenhänge zu vernachlässigen.
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Respekt und Entschleunigung (OÖ-Krone 15.9.08, B. Sulzer/C. Tröster):
 Das zum Anlass fällige Auftragswerk lieferte der Linzer Komponist Gerald Resch (33): „Land“, ein kurzes, ansprechendes Orchesterstück über eine Tonfolge aus der Bundeshymne. Die ausgewählten Töne sind interessant verflochten, in phantasievolle Klangfarben gekleidet und lassen das Original in Umrissen deutlich vernehmbar durchschimmern.
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OÖ Kulturbericht 10/08, Franz Zamazal:
... Der für den feierlichen Anlass einer guten Gewohnheit entsprechende Kompositionsauftrag ging an den Linzer Gerald Resch (*1975). Seine Partitur "Land" für großes Orchester basiert auf einer Notenfolge aus der Österreichischen Bundeshymne, die mit großem Können, Klangsinn und Einfühlungsvermögen in 20 Teilen (!) facettenreich verändert wird. Diese Miniaturen ergeben mit changierenden "Farben" bei Soloinstrumenten und Orchester-Gruppen ein oft filigran luftiges Gebilde. Mit großem Einsatz hat das Orchester diese Geistesblitze bis hin zur voll tönenden Coda eingefangen und plausibel vermittelt.
 
 
 

Presse - Echo, 17.09.2008
Franz Schmidt beim Internationalen Brucknerfest Linz 2008
17. 09. 2008 Linz, Familienkirche:  Schmidt, Praeludium und Fuge Es-Dur beim Orgelkonzert Helmut Binder

(...) Die gewaltige Partitur "Praeludium und Fuge Es-Dur" vom Wiener Franz Schmidt überwältigt durch ihre Vielschichtigkeit..." (OÖ Nachrichten)
(...) Schließlich griff Binder nochmals ins "Volle" mit Franz Schmidts Praeludium und Fuge in Es-Dur: Was hätte wohl besser zu dieser Orgel gepasst? Mit technischer Meisterschaft beschloss Binder den festspielreifen Abend, berechtigter langer Applaus. (Neues Volksblatt Linz)

Presse - Echo, 01.07.2008
 
Erich Zeisl: Streichquartett Nr. 2 d-Moll
Erich Zeisl: Streichquartett Nr. 2 d-Moll
aron quartett, Klosterkirche Pulgarn

"Dem Vergessen entrissen"
"Ebenso 'spätromantisch' das 2. Streichquartett von Eric(h) Zeisl, der 1938 Österreich in Richtung Los Angeles verließ und nur schwer an die großen Erfolge als 30-Jähriger in Wien anknüpfen konnte. Dennoch ist das 1953 entstandene Quartett meisterlich in seiner Erfindung und handwerklich perfekt inszeniert. Vom pathetischen Anfang hin bis zum weltumfassenden Andante, zum quirligen Scherzo und dem sehr bewegten Rondofinale hat alles seine klassische Ordnung und spricht trotzdem eine eigene Sprache." (Michael Wruss, OÖ Nachrichten, 28.6.2008)

Presse - Echo, 29.05.2008
 
Philharmonisches all'ungarese
Philharmonisches all'ungarese
Großer Erfolg für Ernst von Dohnányis Konzertstück für Violoncello und Orchester op. 12 mit den Wiener Philharmonikern unter Lorin Maazel in Wien und Budapest

"...Dass Neupräsentationen einen Anflug von Frische haben, der sich auf den Zuhörer überträgt, dafür war die Aufführung von Ernö Dohnányis Konzertstück für Violoncello und Orchester der überzeugende Beweis. Dieses Konzerstück ist seit dem Jahr 1939 im Konzerthaus nicht mehr gespielt worden und zusammen mit dem gesamten Schaffen von Dohnányi in Vergessenheit geraten. Wie man hörte, ist das sehr schade. Schlug er doch in seinem 87 Jahre währenden Leben die Brücke von seinem Mentor Johannes Brahms bis zu seinem Zeitgenossen Béla Bartók und Zoltán Kodály. In besagtem Konzertstück aus dem Jahr 1905 dominierte allerdings noch der Einfluss von Johannes Brahms. Wollte man respektlos sein, zeichnete sich dieses Werk durch einprägsamere melodische Einfälle aus als so manches von Brahms. Fast möchte man sagen, es war die labyrinthische Fülle an melodischer Thematik, die den Hörer aufs Angenehmste verwirrte. Und dies umso mehr, als Robert Nagy den Solopart zwar ohne Schmalz, aber trotzdem mit fühlbarem Empfinden spielte. Mit der Wiederaufführung dieses Werkes gelang den Philharmonikern eine glaubwürdige dramaturgische Erweiterung ihres Repertoires."  (Peter Vujica, Standard, 28.5.2008)
 
(...) Quasi als stilistisch logische Fortsetzung nach Brahms das sich ins Ohr einschmeichelnde Konzertstück für Violoncello und Orchester von Ernö Dohnányi. Bravourös der ungarische Solist Robert Nagy.
(Luise Hahn, Kurier, 28.5.08)
 
"Knappe 70 Jahre wartete das Konzerthaus-Publikum auf eine neuerliche Aufführung von Ernst von Dohnányis Konzertstück für Violoncello und Orchester. Mit den Wiener Philharmonikern unter Lorin Maazel hat das spätromantische Werk nun passende Interpreten gefunden. Hier wurde nicht nur mit den gängigen Stilmitteln der Entstehungszeit (1950) gespielt. Die Philharmoniker ließen Dohnányi in herrlich transparentem Licht erscheinen; bewegend der lyrische Ausdruck des ungarischstämmigen philharmonischen Solo-Cellisten Robert Nagy, beeindruckend präzis sein Dialog mit den Cello-Kollegen. (...)"
(Wiener Zeitung, 28.5.08)

Presse - Echo, 21.05.2008
Thomas Daniel Schlee: Jiggs op. 48
Wien, Konzerthaus, 15. Mai 2008 - Wiener Kammerorchester, Dirigent: Joji Hattori

"Mit Thomas Daniel Schlees 'Jiggs' op. 48 ging es [nach Joseph Haydn] an das andere Ende der österreichischen Musikgeschichte: Unter größtem Körpereinsatz verwirklichte das Kammerorchester, angespornt vom strengen Blick des anwesenden Komponisten, dess polyphone Auffassung vom Tanzen." (Daniel Wagner, Wiener Zeitung, 17. Mai 2008

Presse - Echo, 13.05.2008
 
Iván Eröd: Schwarzerde. Fünf Gesänge für Bariton und Orchester op. 49
Iván Eröd: Schwarzerde. Fünf Gesänge für Bariton und Orchester op. 49
Wien, Musikverein, 8. Mai 2008: Adrian Eröd - Bariton, RSO Wien, Dirigent: Anders Nelsons

„Bariton mit familiärem Heimvorteil“
„Den Weg nicht zur Mutlosigkeit zu zeigen, sondern dort anzusetzen, wo sie schon ihren Höhepunkt erreicht hat, um schließlich einer weltabgewandten Hoffnung Raum zu geben: Iván Eröds ‚Schwarzerde’, nach Gedichten von Ossip Mandelstam, stand im Zentrum eines ungarisch umflorten Konzertes des RSO Wien im Musikverein. Mitte der 80er Jahre komponiert, traf Eröd genau das Herz der Texte, die von anfänglicher Verzweiflung bis zum Ausblick auf eine vielleicht bessere Zukunft reichen; diese Wandlung erzielte er dank differenzierter Instrumentierung und vielfältiger klanglicher Nuancen. Adrian Eröd, angesichts früher Kenntnis der väterlichen Musiksprache gewissermaßen mit Heimvorteil (und exzellentem Bariton) singend, vermittelte eindrucksvoll den Wechsel von Aufruhr zu milder Zuversicht im Lichte des eigenen Endes. […] Dirigiert hat […] der junge Lette Andris Nelsons, dessen unprätentiöse, sorgfältige Musizierweise Werken und Musikern auf das Beste gedient hat. (Markus Hennerfeind, Wiener Zeitung, 10. Mai 2008)
 
„Ein zündender und spannender Einstand“
„Exzellent […] der Bariton Adrian Eröd als Interpret des Soloparts der Komposition ‚Schwarzerde’. Einen besseren Solisten konnte sich der im Saal anwesende Komponist und Sängervater Iván Eröd für dieses expressive, den kryptischen Textvorlagen adäquate Werk nicht wünschen.“ (opal, Kurier, 10. Mai 2008)
 
"Das Zeug zum Pultstar"
"Nicht nur mit außergewöhnlichen Programmen, sondern auch mit namhaften Dirigenten und Künstlern versteht es das Radio-Symphonieorchester Wien auf sich aufmerksam zu machen und die Neugier beim Publikum zu wecken. So auch beim 5. Zykluskonzert mit selten Gespieltem und dem Debüt des Dirigenten Andris Nelsons. [...] Bariton Adrian Eröd begeisterte [...] in den von seinem Vater Iván komponierten Werk 'Schwarzerde. Fünf Gesänge' op. 49 durch seine technisch makellose, virtuose und ausdrucksvolle Interpretation. Ihm und dem Orchester gelang es, sowohl den ernsthaften Charakter als auch die melodiöse Stimmung überzeugend zu gestalten." (FK, Kronen Zeitung, 15. Mai 2008)
 

Presse - Echo, 25.04.2008
 
Thomas Daniel Schlee: Körper in Cafés
Thomas Daniel Schlee: Körper in Cafés
Wien, Musikverein, Brahms-Saal, 23. April 2008 - Ildikó Raimondi (Sopran), Matthias Schulz (Flöte), Milan Turkovic (Fagott), Charles Spencer (Klavier)

"Knisternde Töne der Zweisamkeit"
"Ein schillernder Abend über Zweisamkeit: Zentral waren Thomas Daniel Schlees neue Szenen Körper in Cafés für Stimme, Flöte, (Matthias Schulz), Fagott (Milan Turkovic) und Klavier (Charles Spencer). Die Texte Robert Gernhardts bringen den 'knisternden Alltag' köstlich ans Licht, Schlee hat die Musik zur feinsinnigen Begleitung als zwinkernden Kommentar geformt. Wer könnte sich das Schmunzeln verkneifen, wenn die Musik den Grad der Schönheit dreier Frauen beredt formuliert, die zum Treffen mit dem 'wirklich guten Mann' der Kontaktannonce erscheinen.
Auch dass 'Die Lust kommt', wenn sie am wenigsten zu brauchen ist, kleidet der Komponist in nonchalante Töne, und in 'Erst als sie wegblieb' klingt die (erheiternde) Dramatik an, die sich im langsamen Walzer eines sich anbahnenden One-Night-Stands ('Als sich die Party auflöste') durch pikante Sprachschwierigkeiten der Beteiligten großartig steigert. Rhythmisch anspruchsvoll zeigt sich ein Disput, bevor die 'Nacht der Deutschen Dichter' musikalisch geistreich um die 'Stille Nacht' kreist, voller (Klang)Werben, ohne dem berühmten Vorbild je zu nahezutreten." (Petra Haiderer, Der Standard, 26. April 2008)
 
"Kunst des Humors in virtuoser Musik"
"Im Zentrum der Aufmerksamkeit stand [...] die Uraufführung von Thomas Daniel Schlees Szenenfolge Körper in Cafés op. 69, die auf Gedichten Robert Gernhards basiert. Dem unikalen Humor des sprachgewaltigen Dichters setzte Schlee subtil-witziges, ebenso eloquentes, geradezu spitzbübisches musikalisches Material gegenüber. Die virtuose Verbindung aus beidem ergab eine der ersprießlichsten zehn musikalischen Minuten der letzten Jahre." (Markus Hennerfeind, Wiener Zeitung, 25. April 2008)

Presse - Echo, 15.04.2008
Johann Strauß für Streichquartett
Unter Donner und Blitz - 06 325
Fledermaus-Ouvertüre - 06 236
Perpetuum mobile - 06 237

These three albums (Thunder & Lightening op. 324, Fledermaus-Ouverture, Perpetuum Mobile op. 257) are amongst several in Doblinger’s series of Viennese string music. The Austrian capital, home to Mozart, Schubert and the Strauss family, still thrives on its rich musical heritage as does the publishing house of Doblinger, located in Vienna’s historical first district.
These gems from the pen of Johann Strauss the son (1825-1899) adapt very well to the arrangements for string quartet (with the bonus of an extra part for double bass, so that either cello or bass may be used).
For the immensely popular balls of the time, large orchestras were employed but often dance music was performed by a small chamber formation consisting of two violins (or three in the absence of a viola) with the lowest part usually played by a double bass.
The quick polka known as Thunder & Lightening requires fleet fingers and a nimble bow, as do the Fledermaus Ouverture and Perpetuum Mobile; they are fresh today as when they were first written.
These beautiful editions come complete with a full score and five pristine parts unfettered by bowings and fingerings. (Mary Nemet, Stringendo Magazine – Spring 2008)

Presse - Echo, 15.04.2008
Franz Xaver Süßmayr: Streichtrio d-Moll SMWV 613
DM 1392

The exceptionally clear print in Doblinger’s edition of this trio is a sight-reader’s dream. To boot, we have here a charming work by the little known Süßmayr who nowadays is famous only as Mozart’s friend, completing his Requiem. Yet in his day, he was held in high regard and his works enjoyed popularity. Earning his daily bread as a copyist, he ended up a Kapellmeister at Vienna’s Imperial National Theatre, composing a large number of operas and ballets.
This two-movement work is ideal for chamber music students to cut their teeth on, or for anyone wanting a lovely Sunday afternoon of easy playing and listening, while you’re waiting for your absent second violinist friend to turn up. (Mary Nemet, Stringendo Magazine, Spring 2008)

Presse - Echo, 09.04.2008
Gernot Wolfgang: Common Ground
CD Albany Records

"In 'TheQuARTet' war Gernot Wolfgang einst als Gitarrist tätig, seit rund zehn Jahren lebt er nun als Film- und TV-Komponist in Los Angeles - und nützt den Jazz als Inspiration für seine 'Groove-oriented chamber music': Metamorphosis für Streichtrio und Klavier gefällt durch ein expressives, ideenreiche Wandlungen durchlaufendes Violin-Thema, das etwas irreführend betitelte Jazz&Cocktails für Klavier, Violine und Cello konveniert hingegen als abwechslungsreiche Folge von lyrischen und rhythmischen Parts. Dual Identity für Solo-Fagott zeigt melodischen Witz, wiewohl die thematisierten Charaktere des Instruments sooo gegensätzlich nicht sind. [...] Gernot Wolfgang findet, dem Geist Schostakowitschs und Strawinskys folgend, durch Gespür für sinnlich-plastische Gestalthaftigkeit und klare formale Plots zu eigener Handschrift." (felb, Jazzzeit 71, März-April 2008)

Presse - Echo, 02.04.2008
Gerald Resch: Knoten für Fagott und Kammerorchester
Wien, Musikverein - Brahmssaal, 11. November 2007. Robert Buschek - Fagott, Wiener Concert-Verein, Dirigent: Konstantin Ilievsky

„Wie der Titel bereits verrät, weist diese Komposition für Fagott und Kammerorchester eine Verbindung unterschiedlicher Stränge auf: Sowohl tonale als auch atonale Elemente werden verknüpft, ebenfalls wird die Auflösung des 12-Ton-Systems durch Glissandi eingebunden. Zeigt sich in manchen Passagen die Gleichberechtigung von Solist und Orchester, geht das Fagott kurzzeitig im dichteren Klang der orchestralen Masse unter; neben dem solistischen Auftreten finden aber auch Duette, u.a. mit Horn oder Klarinette. ihren Raum. Wechselnde Klangfarben entstehen durch die Übernahme von einzelnen Tönen oder gesamten Motiven des Fagotts durch andere Instrumente, die sich immer weiter verdichten. um dann doch wieder zu reduzierteren Passagen zurück zu finden, bis am Ende ein tonales, absteigendes Motiv des Fagotts, das plötzlich abbricht, fragend im Raum stehen bleibt. Durch die Verknüpfung dieser vielfältigen Komponenten, lässt Resch ein abwechslungsreiches Gebilde entstehen, dessen Abschnitte starke Kontraste aufweisen und dennoch durch erneutes Aufgreifen zuvor erklungener Elemente zueinander in Bezug stehen; besonders fasziniert dabei das Gespür des Komponisten für den Spannungsaufbau. Robert Buschek/Fagott erfüllte die hohen technischen wie musikalischen Anforderungen mit Feingefühl, und auch der Wiener Concert-Verein unter Konstantin Ilievsky setzte das Werk überzeugend um – vor begeistertem Publikum. (D. W., ÖMZ 1/2008)

Presse - Echo, 02.04.2008
Richard Dünser: Die letzten Dinge. Liederzyklus für Bariton und Kammerorchester
Wien, Musikverein - Brahmssaal. Adrian Eröd - Bariton, Ensemble Kontrapunkte, Dirigent: Peter Keuschnig

„Die von starken Gegensätzen und heterogenen Elementen geprägte Musik orientiert sich an vom Text evozierten Bildern, die wiederum katholisch geprägte Vorstellungen benutzen. Das Spannungsfeld zwischen Licht und Dunkel der Textvorlage ist in alle Schichten der musikalischen Struktur getragen und entlädt sich in ekstatischen Ausbrüchen und grotesken Kulminationspunkten, wobei die Verarbeitung traditioneller Stilmittel nicht gescheut wird, und spätromantisch und expressionistisch anmutende Welten erstehen. Adrian Eröd gelang mit dem Ensemble eine brillante und in ihren Extremen authentische. mitreißende Aufführung.“ (E. H., ÖMZ 1/2008)

Presse - Echo, 12.03.2008
Domenico Dragonetti: Quintett in B-Dur für Solo-Kontrabass (Solo-Violine), Violine, 2 Violen und Basso (Hg. Nanna Koch)
DM 1364

"Original im besten Sinne sind [...] die sechs Quintette für Solo-Kontrabass. [...] Die Besetzung des vorliegenden B-Dur-Quintetts lässt schon darauf schliessen, dass es sich nicht an der Gattung des Streichquartetts orientiert. Der Solist kann und muss sich über einer leichtfüssigen Streicherbegleitung ohne Unterbruch verwirklichen, und zwar in der ungewöhnlichen Satzfolge Andantino - Presto (in Form eines Rondos) - Andagio, einem 6/8-Allegretto und einem Andante con Variazioni. Mit Nachklängen aus der Opera buffa durchtränkte, geschickt inszenierte Kurzweil wechselt sich ab mit etwas sehr weit ausholenden musikalischen Ziergirlanden und dürfte mit entsprechend kommunikativer Interpretation die Salosn ergötzt haben." (Andreas Cincera, Schweizer Musikzeitung 2/08)

Presse - Echo, 07.03.2008
Friedrich Cerha: Trio für Violine, Violoncello und Klavier (2005)
Doblinger 37 214

"Wenn drei sich musikalisch treffen"
"Heftig zupackend der Eingangssatz, poetische Ruhe im Nachtstück, dann ein vitales Scherzo und graziös pizzicato hingetupft das Finale. Ein im Zusammenspiel anspruchsvolles, aber tolles, in der Tonsprache zeitgerechtes Geschenk an das Klaviertrio-Repertoire von heute." (Eckart Rohlfs, neue musikzeitung 3/08)

Presse - Echo, 07.03.2008
Wiener Orgelmusik um 1600 (Hg. Erich Benedikt)
Doblinger DM 1354

"This is the final volume of  this important series covering Viennese organ from 1600 to the first half of the nineteenth century. As with its predecessors there is a good selection of mostly unknown and unpublished music from the period, in a clear and uncluttered presentation. [...] With a wealth of interesting music to choose from the volume should be a useful addition to the repertoire." (Trevor Webb, Church Music Quarterly March 2008)

Presse - Echo, 07.03.2008
Thomas Daniel Schlee: Diptychon für Orgel op. 65
Doblinger 02 461

"Technically demanding and requiring a strong command of rhythm, this is rewarding repertoire for the experienced recitalist." (Huw Morgan, Church Music Quarterly, March 2008)

Presse - Echo, 07.03.2008
Peter Planyavsky: Das Gebet der Rebecca für Orgel
Doblinger 02 439

"[...] My favourite of this selection, The Prayer of Rebecca, is an affecting and gentle movement in a simple trio-sonata texture, combining a constantly developing melodic cell with a more extended, more recognizably lyric melody." (Huw Morgan, Church Music Quarterly, March 2008)

Presse - Echo, 07.03.2008
Peter Planyavsky: Toccata ma non troppo für Orgel
Doblinger 02 441

"Toccata ma non troppo features octave oscillations between manuals that play on the varied timbres of 8- and 4-foot flutes: it is an enchanting piece though a level head is required, especially when the oscillations change to be at the 7th." (Huw Morgan, Church Music Quarterly, March 2008)

Presse - Echo, 01.02.2008
Egon Wellesz: Prosperos Beschwörungen
Wien, Musikverein - 30. Jänner 2008 - Wiener Symphoniker, Dirigent: Manfred Honeck

"Gewaltig massiv und Lust auf mehr Wellesz"
"Die Realisierung der fünfsätzigen Komposition Prosperos Beschwörungen nach Shakespeares Sturm von Egon Wellesz am Mittwoch im Wiener Musikverein machte Lust auf weitere Werke des gebürtigen Österreichers. Die Umsetzung besonders der drei mittleren Sätze gelang den Wiener Symphonikern aber auch wirklich toll: wahrlich 'stürmisch' der zweite, mit feinen Einzelleistungen der Orchestermusiker der dritte und wie ein purer Höllenritt der vierte Satz. Das Finale leitete schließlich stimmig zu Bruckners 'Romantischer' über. [...] Viel Applaus." (Alexander Opatrny, Kurier, 1. Februar 2008)
 
"Eine uneitle Meisterleistung"
"[...] Zu mehr Konzentration fähig schien das Publikum vor der Pause bei Prosperos Beschwörungen von Egon Wellesz (1885-1974). Der in Wien geborene Komponist hat Shakespeares Sturm im Jahr 1936 farben- und ideenreich in Töne gegossen. Er schuf impressionistische Gemälde, Szenen von Mahlerscher Jenseitigkeit und einen mächtigen, martialischen Tanz, der jeden Hollywood-Triumphmarsch mickrig erscheinen lässt. Ein Werk, das eigentlich ins Repertoire jedes großen Orchesters gehört. [...] Ergreifend." (r. e., Wiener Zeitung, 1. Februar 2008)
 
"Romantisches Feuer"
"Nicht minder gewichtig [...] erwies sich der erste Teil des Konzertes mit Prosperos Beschwörungen, fünf symphonischen Stücken nach Shakespeares Sturm von Egon Wellesz.Wellesz (1885-1974) nähert sich Shakespeare klugerweise nicht durch Vertonung, sondern durch atmosphärische Annäherung an diverse Schlüsselszenen, die er mit wachem Instinkt für wirksame Theatralik und hohe Sensibilität für Klangfarben zu gestalten weiß.Honeck und die Symphoniker waren auch diesem in seiner eindringlichen Rhetorik sehr spannenden Werk die optimalen Interpreten." (Peter Vujica, Der Standard, 1. Februar 2008)

Presse - Echo, 31.01.2008
Helmut Schmidinger: "...wenn er immer so einen Riesen hinter sich marschieren hört." Nachklänge für Orchester
Graz, Stefaniensaal, 28. Jänner 2008 - recreation - GROSSES ORCHESTER GRAZ, Dirigent: Andrés Orozco-Estrada

"[Schmidinger ist] ein knatternd-knisterndes und zugleich sanftes Revolutionsstück gelungen. Rhythmisch kapriziös scheint seine Klanglandschaft milde, aber unnachgiebig den Aufstand gegen den Titanen zu proben, und doch weht es immer wieder hochbrisante Sehnsuchtsmelodien ins Geschehen. Ein spannendes Stück, das von 'Recreation' ausdruckswilligst umgesetzt wurde." (NT, Kronen Zeitung, 1. Februar 2008)
 
"[...] ein klanglich abwechslungsreiches, geschickt instrumentiertes [...] OEuvre des 38-jährigen Welsers Helmut Schmidinger." (WN, Kleine Zeitung, 30. Jänner 2008)
 
"Die Schmidinger-Partitur ist ein Auftragswerk des Grazer Orchesters, das als einzige inhaltliche Vorgabe einen Bezug auf Beethovens Violinkonzert nannte. Der Werktitel will verdeutlichen: Wie geht es einem Komponisten heute, der den übermächtigen Riesen 'Tradition' im Konzertbetrieb ständig hinter sich marschieren hört? Für den Welser bestand die Lösung des Problems darin, 'den Riesen bewusst in sein Werk einzubeziehen'. Das geschah mit transformiertem Originalmaterial aus dem Violinkonzert und in der Abfolge kleiner Solokonzerte (Klarinette, Pauke, Violine, Trompete) mit Orchesterzwischenspielen. Das Ergebnis: Eine große symphonische Partitur voll von Einfällen und Kontrasten, von Abwechslung und Spannungen in maßvoller moderner Formulierung, die alle für Aufmerksamkeit sorgen." (Franz Zamazal, Kulturbericht OÖ, März 2008)
 
"Kompositionstechnisch sorgfältig kalkuliert bezieht sich Schmidinger auf [Beethovens] Violinkonzert. Es schimmern geschickt verarbeitete Zitate hervor: Die einleitenden Paukenschläge des Violinkonzerts werden in den Nachklängen durch kurze Orchestereinwürfe auseinandergerissen, der Gegensatz zwischen Solo und Tutti eröffnet programmatische Perspektiven. Die Orchesterschläge Beethovens klingen als krachendes Saitenreißen der Kontrabässe nach - in der Wirkung genauso aufrüttelnd. Das Publikum goutierte die Nachklänge, fühlte sich aufgehoben in dieser affirmativ postromantischen Musiksprache, die vielfach an Schostakowitsch gemahnte. Doch Schmidingers Beethoven-Reflexion enthält mehr als nur traditionell verarbeitete Zitate: Die Spur Ironie im Umgang mit dem 'Riesen' auf dieser ästhetischen Ebene ist neu. Ein Wegweiser für Komponisten im 21. Jahrhundert?" (U. A.-G., ÖMZ 3-4/2008)

Presse - Echo, 29.01.2008
Michael Haydn: Konzert für Violoncello und Orchester B-Dur, hg. v. Werner Rainer
DM 1222

"The melodious moments in the first two movements especially sing out freely and the triplet and semiquaver passagework [...] is sympathetically written [...] The moderato first movement ist the longest and hardest of the movements, its gracious cantabile themes framed by passagework in double-stopping, broken arpeggios and embellished scales [...] The slight but charming Romanze that follows includes a couple of excursions to the higher ranges of the fingerboard and the 6/8 Rondo that rounds off the concerto will certainly remind cellists of the composer's brother Joseph Haydn's D major concerto." (Robert Max, Music Teacher, August 2007)

Presse - Echo, 29.01.2008
Uwe Korn: Jazz On Tschaikowsky
Doblinger 01 416

"Highly recommended" (Alec Boulton, Music Teacher, August 2007)

Presse - Echo, 29.01.2008
Michael Publig: Jazz on Classics
Doblinger 01 417

"Recommended for those with a classical background wanting to explore the Modern Jazz sound." (Alec Boulton, Music Teacher, August 2007)

Presse - Echo, 29.01.2008
Uli Gruber: My First Blues and Boogie
Doblinger 01 419

"My first Blues and Boogie comprises fifteen original pieces arranged in blues and boogie style. This book is a winner for pregrade and Grade 1 students [...] First class, snap it up at once." (Alec Boulton, Music Teacher, August 2007)

Presse - Echo, 29.01.2008
Lorenz Duftschmid: Gambenschule
Doblinger 33 710

"Dass nun ein umfassendes Kompendium erschienen ist, das die aktuellen Forschungen und Erkenntnisse über historische Aufführungspraxis zur Grundlage hat, ist das Verdienst des renommierten Gambenvirtuosen und erfahrenen Pädagogen Lorenz Duftschmid [...] Im Theorieteil werden die [historischen] Quellen übersichtlich geordnet zitiert, alle wichtigen Anweisungen zur Spieltechnik und die Regeln für Verzierungen, Artikulation und Phrasierung sind verständlich und klar erläutert. Das Heft ist mit historischem Bildmaterial reich illustriert [...] Die Gambenschule wurde mit dem Deutschen Musikeditionspreis Best Edition ausgezeichnet." (Johannes Degen, Schweizer Musikzeitung, 11/2007)

Presse - Echo, 24.01.2008
Michael Radulescu: Soliloquia - Monologe für Singstimme und Orchester
Pirja Kalinowska - Sopran, Orchester 'Spirit of Europe', Dirigent: Martin Sieghart - URAUFFÜHRUNG

"Im Auftrag des Orchesters hatte Michael Radulescu, Professor für Orgel an der Wiener Musikuniversität, ein Werk geschrieben, dessen erste Realisierung er selbst nicht erleben wollte - Radulescu, er hat schon vor vielen Jahren Rumänien verlassen, weigert sich beharrlich, das Land jemals wieder zu besuchen.
Sein 'Soliloquia - Monologe für Singstimme und Orchester', das die aufwühlenden Erlebnisse des Komponisten und seine verwirrenden Gefühle der ehemaligen Heimat gegenüber musikalisch zur Sprache bringt, ging auch dem rumänischen Publikum im neuen Konzertsaal 'Thalia' nahe. Man wusste die Qualität der Tonschöpfung zu würdigen.Die polnische Solistin Pirja Kalinowska meisterte den sehr anspruchsvollen Part [...] diszipliniert und mit großer Gestaltungskraft. Dass es Orchestern immer gut tut, sich mit zeitgenössischer Musik auseinander zu setzen, war auch hier deutlich zu spüren." (Thomas Jorda, Niederösterreichische Nachrichten 50/2007)

Presse - Echo, 23.01.2008
Das Klangquadrat. Neue Wege zur Klavier-Improvisation
Doblinger 01 428

"Eine quadratische Box (23x23 cm), darin ein dickes Heft und 16 'Spielkarten', die sich auf zwei oder drei Seiten aufklappen lassen - das ist das 'Klangquadrat', eine Sammlung von Improvisationsspielen für den Klavierunterricht [...] Einfache und knapp gehaltene Anleitungen ermöglichen ein aufgeräumtes und einladend-klares Layout (schnörkellos und dennoch kindgerecht durchgeführt von Barbara Ployer) und laden zum schnellen Ausprobieren ein. Auch die Konzeption der insgesamt 32 Stücke von einfachem und mittlerem Schwierigkeitsgrad trägt dieser Idee Rechnung [...] Anders als bei 'schon fertigen' Stücken (etwa einer Mozart-Sonate) werden die Schüler bereits in die Entwicklung eines Stücks einbezogen - was sich wiederum segensreich auf das Verständnis der zu übenden Literatur auswirkt. Das 'Klangquadrat' git eine Fülle hervorragend aufbereiteter und durchdachter Übungen an die Hand, die zum eigenen Weiterspinnen geradezu einladen. Und nicht zuletzt eignet sich die Sammlung auch für Nicht-Pianisten, da sich gut die Hälfte aller Spiele vor allem auf Themen wie rhythmische Koordination und Vorstellungsvermögen beziehen, von denen auch Bläser und Streicher profitieren können." (Manuel Rösler, PianoNews 4/2007)

Presse - Echo, 23.01.2008
Play Guitar Together!
Doblinger 35 925

"[...] sorgfältiges didaktisches Konzept [...] Die Bezeichnung 'Die Gitarrenschule für den Gruppenunterricht' ist in diesem Fall keine leere Phrase [...] Jeder Lernschritt wird mit Akribie vorbereitet [...] Die Aufnahmen auf der beigelegten CD kommen ohne jeglichen Schnickschnack aus [...] Die Schule kann aber gut auch ohne CD durchgearbeitet werden." (Werner Joos, Schweizer Musikzeitung, 9/2007)

Presse - Echo, 05.12.2007
Gerhard Schedl: Julie & Jean
Wien, Musikverein, 3. Dezember 2007 - Maria Husmann (Sopran), Wolfgang Koch (Bariton), Wiener Kammerchor, Ensemble Kontrapunkte, Dirigent: Peter Keuschnig

"Der ewige Kampf der Geschlechter"
"Schon seit mehr als 30 Jahren bestreitet Peter Keuschnig mit seinem Ensemble Kontrapunkte einen eigenen Musikvereinszyklus. Eine Leistung, die nicht genug gewürdigt werden kann: Mit der Fokussierung auf die 'klassische Moderne' wird hier eine Lücke zwischen der Avantgarde-Lastigkeit von 'Wien modern' und dem klassisch-romantischen Mainstream des Musikbetriebes geschlossen.
Was nicht heißen soll, dass das qualitätsvolle Neue zu kurz käme. Mit einer konzertanten Aufführung seiner Kammeroper 'Julie & Jean' erinnerte jetzt das Ensemble an Gerhard Schedl: Der ebenso hochbegabte wie überaus erfolgreiche österreichische Komponist wäre heuer fünfzig Jahre alt geworden. Nach wie vor ist es unbegreiflich, dass er vor sieben Jahren freiwillig aus dem Leben schied.
'Julie & Jean' mit dem Untertitel 'Ein Match in zwölf Runden' (Libretto: Bernhard Glocksin) komprimiert Strindbergs 'Fräulein Julie' auf die beiden Protagonisten und ihren letal endenden Geschlechterkampf, erweitert um symmetrisch angeordnete Traumsequenzen. Das alles vor dem Hintergrund eines Chores, der mit dem katholischen Ordinarium Missae die 'gesellschaftliche Ebene' verkörpern soll.
Was dramaturgisch vielleicht anfechtbar erscheinen mag, erweist sich musikalisch als ungemein reizvoller Kontrast zur Hauptebene: Plastisch hebt sich von der archaischen Ruhe des Chorsatzes die eruptive Gestik des kleinen Orchesters ab; da findet Schedl mit unerschöpflicher Fantasie immer wieder bestürzende Klangbilder zur Erhellung und Überhöhung des Geschehens.
Keuschnig, Dirigent der szenischen Uraufführung vor vier Jahren, hat mit seinem brillanten Ensemble die Partitur auch diesmal auf das Prägnanteste formuliert. Und auch die beiden exzellenten Solisten von damals waren wieder zur Stelle: Maria Husmann mit ihrem intelligent geführten, durchschlagskräftigen Sopran, Wolfgang Koch mit seinem virilen, in der Höhe tenoral gefärbten Bariton. Reicher Beifall." (Gerhard Kramer, Wiener Zeitung, 5. Dezember 2007)

"Wie bei der Uraufführung 2003 begeisterten auch diesmal die Akteure: die Sopranistin Maria Husmann, der Bariton Wolfgang Koch, der Wiener Kammerchor (Leitung: Michael Grohotolsky) sowie der Dirigent Peter Keuschnig mit seinem bravourösen Ensemble Kontrapunkte. Sie alle verstehen es, Schedls Gefühlswelt und Freude an raffinierten Effekten zum Klingen zu bringen. Eindrucksvolle Lyrik wechselt mit Orchesterausbrüchen; Eckpfeiler der beiden Akte sind Momente von melancholischem Kirchengesang. Eine hinreißende Aufführung!" (Florian Krenstetter, Kronenzeitung, 5. Dezember 2007)

Presse - Echo, 21.11.2007
Gerhard Schedl: Concerto da Camera
Wien, Musikverein, 19. Dezember 2007, Ensemble Kontrapunkte, Dirigent: Peter Keuschnig
"Zum Auftakt des Konzerts hörte man Gerhard Schedls 'Concerto da Camera', in dem Energie des Ausdrucks die einzige - aber daher desto fesselndere - einheitsstiftende Kraft ist." (Florian Krenstetter, Kronenzeitung, 21. November 2007)
Presse - Echo, 19.11.2007
Gerald Resch: Knoten für Fagott und Kammerorchester
Wien, Musikverein, 11. November 2007 – Robert Buschek – Fagott, Wiener Concert-Verein, Dirigent: Konstantin Ilievsky – URAUFFÜHRUNG

„Der Titel des Stücks ist […] zugleich auch Programm […]: Klänge und Melodien des Soloinstruments (ausgezeichnet: Robert Buschek) werden aufgefangen, umgewandelt und von Instrument zu Instrument weitergereicht. Auf diese Weise entwickeln sich ‚Verknotungen’ wechselnder Dichte, die unmittelbar nachvollziehbar sind. Dies alles auf der Basis eines sensibel austarierten harmonischen Hintergrunds. Glissando, Spaltklänge, weite Sprünge wechseln einander ab – die klanglichen Möglichkeiten des wandlungsfähigen Instruments werden voll ausgeschöpft. Zum Schluss wird mit dicken Pinselstrichen ordentlich über die farbenfrohen Klanglandschaften gewischt, wenn alle Instrumente sukzessive eine Solofigur des Fagotts übernehmen. Viel Applaus für den Komponisten wie den souveränen Robert Buschek.“ (Rüdiger Rausch, Kronen Zeitung, 16. November 2007)

Presse - Echo, 18.11.2007
Ludwig Nussbichler: Traumbildfragmente III
Salzburg, Solitär, 16./17. November 2007, Timea Ham - Violine, Fausto Quintaba - Klavier
"Dunkel war's, Musik klang helle"
"Ätherischer und für den Zuhörer anspruchsvoller ging es bei Stücken auf der nacht- und jenseitigen Schiene zu: Ludwig Nussbichlers 'Traumbildfragmente III' waren in Salzburg schon öfter zu hören. Es ist eines unruhigen Schläfers Reise durch die Nacht, auf die Nussbichler in rasch wechselnden Bildern führt: dynamisch-rhythmische, oft unruhig-heftige Elemente stehen in raschem Wechsel mit oft unisonoartigen weicheren und ruhigen Passagen. Gegen Ende scheint der Schläfer Ruhe zu finden in seinen Träumen. - Ein Stück von hypnotischer Wirkung, brillant gespielt gespielt von Timea Hám, Violine, und Fausto Quintaba, Klavier." (Heidemarie Klabacher, DrehPunktKultur, 18. Dezember 2007)

Presse - Echo, 19.10.2007
Friedrich Cerha: Sechs Inventionen für Violine und Violoncello
Ernst Kovacic - Violine, Heinrich Schiff - Violoncello
"Die Heiterkeit aus Cerhas Quintett für Klarinette und Streichquartett von 2004 ging noch einen Schritt weiter zum Alterswerk der 6 Inventionen, einer Uraufführung für Cello und Violine, von Schiff selbst am Cello und Ernst Kovacic /Vl fulminant dargeboten. In deren dritter konnte man vermeinen, Klänge aus einer jenseitigen Welt in Flageolett gehüllt, in der sechsten einen Dialog des Ehepaares zu hören." (Irene Suchy, ÖMZ 10/2007)
Presse - Echo, 19.10.2007
Helmut Schmidinger: Gesang zwischen den Stühlen
Brahms Trio
"Nach einem Gedicht von Erich Kästner benennt Helmut Schmidinger seinen Gesang zwischen den Stühlen, eine ebenfalls nach Kästner 'Sachliche Romanze'. Mit viel kompositorischer Raffinesse sind Triosätze unterbrochen von instrumentalen Rezitativen, die den Intellekt ebenso ansprechen wie die rein musikantische Ebene." (Christa Höller, ÖMZ 10/2007)
Presse - Echo, 19.10.2007
Tristan Schulze: Tango Apasionato
Doblinger 03 831
"Mit dem vorliegenden ca. 5-minütigen 'Tango apasionado' gelang dem Komponisten ein ebenso temperamentvolles wie kurzweiliges Stück, das alles hat, was man sich von dem Genre verspricht: glutvolle Rhythmik, beseeltes Timing, schwülig-dichte, bisweilen dramatische Harmonik. Durchgehend im Violinschlüssel notiert und nur auf der A-Saite zu spielen, verlangt der Cellopart zunächst ein sicheres Spiel in allen Halslagen einschließlich der 5. Lage. Im weiteren Verlauf schwingt sich die Melodie hinuaf in den Tonraum bis zum a''. Wer die Daumenlage noch nicht beherrscht, möge eine Oktave tiefer transponieren oder besser noch, sich spätestens jetzt motiviert fühlen, sie anhand dieses sehr dankbaren Stückes zu erlernen - es lohnt sich! (sehr empfehlenswert)" (Fritz Zumkley, Literaturempfehlungen für den Unterricht an Musikschulen des VdM, Juli 2007)
Presse - Echo, 19.10.2007
Martin Klaschka: It's T (Trombone) Time. 16 leichte Stücke für Posaune und Klavier
Doblinger 05 780
"Leicht zu erarbeitende Stücke, Bearbeitungen und Originalkompositionen. Angenehme Tonarten und übersichtliches Layout. (sehr empfehlenswert) (André Levermann, Literaturempfehlungen für den Unterricht an Musikschulen des VdM, Juli 2007)
Presse - Echo, 19.10.2007
Flute update. Neue Musik für junge Flötisten (mit CD)
Doblinger 19 763
"Flöte trifft Zeitgeist" "Die Idee liegt wohl in der Luft, und die Nachfrage wohl auch: nämlich neue Stücke aus dem Geist unserer Zeit für Unterricht und Vorspiel zu schaffen, die leicht spielbar, gut hörbar und verständlich und damit auch vor allem vergnüglich sind... Vor allem kommt twas Brauchbares heraus, wenn der Komponist das Instrument aus eigener Erfahrung selbst in und auswendig kennt, für das er schreiben soll, oder umgekehrt, wenn der Interpret wie bei 'Flute update' selbst kompositorisch umzusetzen versteht, was ihm kreativ in den Sinn kommt und was es zu vermitteln gilt. Und wenn das alles einen nicht spürbaren pädagogischen Background haben soll. So entstand Flute update, indem komponierende Flötisten ihrer Fantasie freien Lauf ließen... In all diesen Circafünfminutenpiècen ist gut verteilt, aber just alles eingepackt, was man einem ernsthaft aufsteigwilligen Flötenspieler im Interesse musikalischer Vielfalt und Farbigkeit an Kunst-Stücken zumuten kann, was es an klanglichen und dynamischen Varianten, rhythmischer Sicherheit, Formverständnis, Zusammenspiel und Hörvermögen zu lernen gilt, was man in gestuften Schwierigkeiten an Fixigkeit, an Anblas-, Atem-, Lippen-, Finger- und Lesetechnik abverlangen kann... vernünftig praktische flötistische Begegnung für und mit Musik unserer Tage, die von brav und experimentell bis jazzig reicht und die dazu lehrreich und originell präsentiert wird und zwar im interessanten Notenbild und (CD)-Ton von (noch nicht überall) bekannten Musikern..., Julia Tinhof, Christina Wippel, Mihaela Anica, die ihre Stücke bei Gabriel Ahumada, Wilfried Aigner, Maria Augustin, Martin Fuss, Helmuth Hödl, Reza Najfar, Wil Offermans, Wolfgang Puschnig und Alexander Wagendristel eingeholt haben." (Eckart Rohlfs, NMZ 10/07)
Presse - Echo, 19.10.2007
Viktor Fortin: No Problem. 14 leichte Duos für Querflöte
Doblinger 35 026
"Das bei Doblinger erschienene Heft 'No problem' von Viktor Fortin beinhaltet 14 Duette für Querflöte, die es zum Ziel haben, schon im 'relativ frühen Stadium' moderne Speiltechniken in den Unterricht zu integrieren. Die Schüler sollten die 1. und 2. Oktave sicher beherrschen. Häufig wird Chromatik verwendet. Auch rhythmische Sicherheit ist für das Zusammenspiel der meist dialogisch aufgebauten Stücke Voraussetzung. Nur dann kann sich der Schüler auf die neuen Spieltechniken konzentrieren und daran Freude finden. Diese werden in kleinen Schritten und durch praktische und klar verständliche Tipps, die nicht nur für Schüler interessant sind, von dem Flötisten Arno Steinwider-Johannsen nahe gebracht. So erscheinen Techniken wie Flatterzunge, whistle tones, glissando und so weiter auf einmal ganz einfach (no problem)... Geschickt setzt der Komponist dei meist programmatischen Titel mit Effekten um. Es entstehen Klangbilder, die den Schülern Spaß machen... Eingestreut sind jazzige Stücke, bei denen der Rhythmus im Vordergrund steht." (Renate Watzlowik, NMZ, 10/07)
Presse - Echo, 14.09.2007
Michael Langer/Ferdinand Neges: Play Guitar Together!
Doblinger 35 925
"Supercool und ziemlich marktschreierisch kommt das Umschlagbild der neuen Gitarrenschule Play Guitar Together von Michael Langer und Ferdinand Neges daher. Ein Blick ins Innere zeigt aber, dass dem spiralgebundenen Heft ein sorgfältiges didaktisches Konzept zugrunde liegt. Die Bezeichnung 'Die Gitarrenschule für den Gruppenunterricht' ist in diesem Fall keine leere Phrase... Jeder Lernschritt wird mit Akribie vorbereitet... Die Aufnahmen auf der beigelegten CD kommen ohne jeglichen Schnickschnack aus... Die Schule kann aber gut auch ohne CD durchgearbeitet werden." (Werner Joos, Schweizer Musikzeitung, September 2007)
Presse - Echo, 14.09.2007
Sting - Songs from The Labyrinth. Music by John Dowland
Doblinger 08 952
"Es war schon erstaunlich, dass Sting ein Album mit zehn Liedern des großen Engländers John Dowland herausbrachte. Hier kommt nun das passende Songbook für Singstimme und Gitarre. Für Dowland-Spezialisten freilich nichts wirklich Neues, stammen die Fassungen doch aus Doblingers Gesamtausgabe der Dowland-Lieder, sorgfältig und erfrischend lesbar besorgt von Werner J. Wolff. Interessanterweise hat Sting eine sehr persönliche Auswahl getroffen, die nicht nur für Dowlands fröhliche ('Fine Knacks for Ladies'), sondern auch seine depressive Seite berücksichtigt ('Come, Heavy Sleepe'). Beigefügt sind die deutschen Übersetzungen und einige stimmungsvolle England-Fotos, die mit Dowlands Worten unterlegt sind." (Wieland Ulrichs, Akustik Gitarre 5/07) "Ist sie nicht wunderbar, die süße Schwermut der Lieder von John Dowland? Unerfüllte Liebe, dunkles Leiden, bittere Anklage, dies alles verpackt in eine Lyrik, die die Metaphern des menschlichen Leidens in höchst kunstvoller Weise aus der Natur bezieht, und eine Musik, die nicht nur zu Tränen rührt, sondern auch das Herz höher schlagen lässt. Einfache Melodien werden von der Begleitung meist stützend, manchmal auch kontrapunktisch getragen, rhythmische Vertracktheiten lösen sich auf, wenn der Text als Grundlage verstanden wird. Sting - Songs From The Labyrinth heißt eine neue Sammlung von ausgewählten Dowland Liedern... Die Übertragung der Lautentabulaturen in Gitarrennotation entspricht den Transkriptionen des Herausgebers Werner J. Wolff in der früher schon im Doblinger-Verlag erschienenen Gesamtausgabe von Dowlands Lautenliedern. Sie ist zweckmäßig und übersichtlich und erfüllt gleichwohl die heute üblichen editorischen Ansprüche." (Werner Joos, Schweizer Musikzeitung, September 2007)
Presse - Echo, 11.09.2007
Kurt Estermann: Symphonie Nr. 3
Tiroler Symphonieorchester Innsbruck und Haydn ORchester von Bozen und Trient, Dirigent: Johannes Kalitzke
"Erfrischende Klangmassen" "Und auch die Premiere konvenierte: Kurt Estermanns 3. Sinfonie lebte bei allen Assoziationen in Richtung neoklassizistischer Expressivität von der rhythmusorientierten Gestaltung des Materials und Momenten bildhaft-abstrakter Ambivalenz, während im Final-Teil plakative Rhythmik dominierte." (Andreas Felber, Der Standard, 11. September 2007)
Presse - Echo, 07.09.2007
Friedrich Cerha: Klarinettenquintett
Musiktage Mondsee, 1. September 2007
"Dacapo gefordert" "... Zum Schluss dann das Klarinettenquintett (2004) des Composers in Residence, Friedrich Cerha: voller spritziger Einfälle... Ein großes gehalt- und klangvolles Kammermusikwerk, das von Paul Meyer, Ernst Kovacic, Patricia Kopatchinskaja, Antoine Tamestit und Christian Poltéra so leidenschaftlich musiziert wurde, dass vom begeisterten Publikum ein Dacapo gefordert wurde." (Michael Wruss, Oberösterreichische Nachrichten, 3. September 2007)
Presse - Echo, 05.09.2007
Herbert Paulmichl: Die sieben Worte Jesu am Kreuze. Meditationen für Orgel op. 189
Doblinger 02 451
"This is an interesting set of meditations on Christ's seven last utterances from the cross, based on a haunting chorale-like melody [..."> The writing is mostly minimalistic and not at all difficult. Tempi are well marked [..."> This would make a useful addition for most organists' Lenten and Holy Week repertoire." (Peter Jewkes, Sydney Organ Journal, Spring 2007)
Presse - Echo, 05.09.2007
Erich Benedikt (Hg.): Wiener Orgelmusik um 1650
DM 1355
"The Doblinger publication forms part of a seven-volume set of organ (and harpsichord(calvichord) music from Vienna c.1600-1850. This volume concentrates on pieces by composers not generally available elsewhere (hence the eclusion of Froberger) and includes 12 transcriptions of instrumental works mady by the editor, many transposed, a common practice of this period. The original keyboard compositions include four pieces by Wolfgang Ebner (the Toccata Tertij Toni and the Partite sopra l'Aria favorita are substantial and technically demanding), and an anonymous short Toccata Octavi Toni. A chirpy Fuga on the call of the cricket is ascribed to Kerll. Most of the transcriptions require pedals. They include canzonas in up to six parts by Valentini and Priuli (with tempo markings of presto and tardo), and sonatas in up to seven parts by Valentini, Bertali and Schmelzer, by whom five short arias are also included. All are skillfully transcribed and sound effective. This volume is as well produced and informative as others in the series." (John Collins, Choir and Organ Magazine, Sept-Oct 2007)
Presse - Echo, 17.07.2007
Vom Krieg und von der Liebe
Glänzende Kritiken für Gerhard Schedls Triptychon in Hamburg und Wien
Großer, posthumer Erfolg für Gerhard Schedl: Sowohl in Wien, wo die neue oper wien im Museumsquartier eine komplette Neuinszenierung des Triptychon unternommen hat, als auch in Hamburg, wo an der opera stabile der Hamburgischen Staatsoper zwischen den Opern "Pierre et Luce" und "S.C.H.A.S." der "Totentanz von Anno Neun" als (szenisch inkludiertes) Mittelstück erklang, wurden die beiden Neuproduktionen von Publikum und Kritik gefeiert. "Fäkalischer Bauchlaut" "Die Neue Oper Wien spielt Gerhard Schedls Weltuntergangs- und Kammeropern-'Triptychon' im Wiener Museumsquartier" "Adolphus H. Im Wiener Kaffeehaus, das die Welt bedeutet und das von völlig kaputten, sich in einer Art Cartoon-Musik verständigenden Typen bevölkert ist, will er Ordnung schaffen. Resultat ist das ultimative Chaos, und Adolphus tritt ? im Original als Pappmachée-Popanz, in der überbordenden Inszenierung von Johannes Erath jedoch als androgyne Kindfigur mit Chaplinbärtchen ? zu einem wild krachenden Gebräu aus Anton Bruckners Neunter Symphonie (Scherzo!), Peter Tschaikowskys ?1812?-Ouvertüre und anderen musikalischen Imponiergesten auf. Bandeinspielungen und Live-Musik steigern sich zu grandioser Kakophonie, die ihre visuelle Entsprechung in einer Choreographie orgiastischen Zuckens von Kaffeehausgästen und Kellnern findet. [..."> Schedls ?S. C. H. A. S.? (1986?88) [..."> ist der skurril-hybride Orkus, in den diese dreiteilige Odyssee durch Krieg, Zerstörung und destruktivem Irrsinn mündet. Dabei beginnt die ?Triptychon?-Reise mit ?Pierre et Luce? (1986), einem zur Zeit des Ersten Weltkriegs in Paris spielenden Stück ? den Text schrieb Attila Böcs nach einer Erzählung von Romain Rolland ? in zugespitzter Kulinarik: zwischen Gustav Mahler, Richard Strauss und Giacomo Puccini changierend, mit süffigen Gesangslinien für das Titelpaar, von Alexander Kaimbacher und Isabel Marxgut überzeugend genutzt. In den letzten Sekunden wird diese traumverlorene Musik jedoch brutal zertrümmert wie die imaginäre Kathedrale, in der die Liebenden vor einem Bombenangriff Zuflucht suchten. [..."> Alle Singdarsteller der Trilogie und die Musiker des Amadeus Ensembles unter Walter Kobéra sind beeindruckend in dieser dichten Produktion, die in Erinnerung bleiben wird. Selbst wenn einem am Schluss nicht nach Singen zumute ist. Gerhard Schedl, der heuer 50 Jahre alt geworden wäre schrieb einmal, sein ?Triptychon? biete dem Hörer und Zuschauer einen nur wenig Trost spendenden, resignativen Ausblick in eine disparate Zukunft?, der man machtlos gegenüber stehe. Der Junge in ?Kontrabass? sagt: ?Also weinen hilft auch nichts. Bloß Mitleid ändert nichts in dieser Welt.? Und was ist mit der Kunst? Am 1. Dezember 2000 nahm sich Gerhard Schedl in tiefster Depression das Leben." (Gerhard Persché, Süddeutsche Zeitung, 11. Juli 2007) "Schedl hat die Trilogie zwischen 1982 und 1989 erarbeitet. Seine vielschichtige und vielgesichtige, impressionistisch anmutende Musik kulminiert entlang des Artmann-Textes und hinterlässt großen Eindruck. Auch weil allen Solisten in der Inszenierung von Johannes Erath und in der musikalisch idealen Umsetzung des Amadeus Ensemble Wien unter Walter Kobéra eine sprühende und mit unmittelbarer Kraft packende Aufführung gelingt." (Andreas Dallinger, Falter 28/07) "Chaos und Kireg im Kaffeehaus" "Am 5. August dieses Jahres wäre Gerhard Schedl 50 Jahre alt geworden. Es ehrt die Neue Oper Wien, dass sie jetzt mit einer Neuinszenierung seines ?Triptychons? an diesen ebenso hochbegabten wie überaus erfolgreichen österreichischen Komponisten erinnert, der am 30.November 2000 freiwillig aus dem Leben geschieden ist. Eine Initiative, umso erfreulicher in einer Zeit, da die Aufführungsserien zeitgenössischer Komponisten mit ihrem Tod meist abrupt zu enden pflegen! [..."> Unterschiedlich wie die Sujets ist die Musik. In ?Pierre et Luce? entlarvt ihre absichtsvolle Süße das Idyll als schönen Schein [..."> Schedls Erfindungsreichtum und Expressivität [..."> virtuos, für manchen vielleicht zu schrill, ist das Schlussstück arrangiert. Mit Feuereifer und hervorragendem Gelingen sind die Ausführenden bei der Sache: Die Sopranistinnen Isabel Marxgut und Heidi Manser, die Tenöre Alexander Kaimbacher und Gernot Heinrich, Andreas Jankowitsch (Bassbariton), Marianne Chappuis und Gerhard Karzel in ihren Sprechrollen sowie all die Randfiguren. Walter Kobéra leitet mit Umsicht sein bewährtes Amadeus Ensemble, als Stehgeiger in Artmanns Kaffeehaus brilliert Eugeniy Chevkenov. Der Premierenerfolg ließ nichts zu wünschen übrig." (Gerhard Kramer, Die Presse, 10. Juli 2007) "Die ganze Welt ist nur ein Wiener Kaffeehaus" "Die Neue Oper Wien nahm sich des bewegenden Dreiteilers an, mit Ernst, aber doch verspielt, sparsam in der Ausstattung, aber stark in der Darstellung und vor allem musikalisch sorgfältig. [..."> Dem Dirigenten Walter Kobéra gelang mit seinem ?amadeus ensemble-wien? eine gewohnt hochwertige musikalische Umsetzung. Ein kurzweiliges, lohnendes Vergnügen. Hörens- und sehenswert!" (Markus Hennerfeind, Wiener Zeitung, 5. Juli 2007) "Kaffeehaus-Trilogie" "Auch im von Walter Kobéra geleiteten amadeus ensemble wien verstärken sich die Klangeindrücke. Changiert die Musik in Pierre et Luce noch zwischen großen tonalen Gesten und harmonischer Freiheit, so intensiviert sie sich in Kontrabass zu Momenten höchster Expressivität bei gleichzeitiger tiefer Traurigkeit. Das Spiel mit den Nuancen des Ausdrucks wird bei S.C.H.A.S. zur vollendeten Farce. Musik und Szene taumeln von der zu Beginn noch schwülen Kaffeehausatmosphäre mit rasender Geschwindigkeit in einen Wahn der (Selbst-)Zerstörung. Sehr wienerisch geht es hier zu, aus Momenten des grinsenden Charmes bilden sich jedoch schnell geifernde Metastasen einer offensichtlich außer Kontrolle geratenen Operette." (Robert Spoula, Der Standard, 10. Juli 2007) "Wer Gerhard Schedls ?Triptychon? mit Erfolg auf die Bühne bringen will, braucht eine auf die Raummaße des MuseumsQuartiers (Halle G) zugeschnittene Inszenierung, eine hervorragende Besetzung der Titelpartien und ein Orchester, das dem Klangzauber der drei Operneinakter ? ?Pierre et Luce?, ?Kontrabass?, ?S.C.H.A.S.? ? voll vertraut. Walter Kobéra und seinem Team ist das alles sehr überzeugend gelungen. [..."> Musikalische Qualität ist Trumpf. Walter Kobéra gelingt höchste Dichte: Ausgewogen in den Tempi, stimmig in der Dynamik, expressiv im Ausdruck dieser stark emotionalen Musik! Spannungsgeladene Passagen gelingen ebenso wie hauchzarte lyrische Momente. Die Streicher, besonders die Celli, entfalteten einen warmen, weichen Klangteppich, und die Holzbläser sprechen eine berührende Sprache. Die Sänger werden vom amadeus ensemble wien wirklich getragen und nie überdeckt. Ihre stimmlichen Möglichkeiten entwickeln Isabel Marxgut, Heidi Manser, Alexander Kaimbacher, Gernot Heinrich, Andreas Jankowitsch und Gerhard Karzel überzeugend. Ausdruck, Klangfarben, Spannungskurven beeindrucken." (Florian Krenstetter, Kronen Zeitung, 13. Juli 2007) "Vom Krieg und von der Liebe" "Schedls Musik ist eindringlich kompakt, mit verfremdeten musikalischen Zitaten und großteils in dunklen Farben komponiert. Walter Kobera dirigiert das dynamische amadeus ensemble-wien präzise, gesungen und gespielt wird ordentlich bis sehr gut." (JuS, Kurier, 6. Juli 2007) "Heim ins Reich des Wahnsinns" "Kaum zu glauben, dass die lyrische Kurzoper 'Pierre et Luce' und das skurrile Musiktheater 'S.C.H.A.S.' ein und derselben Feder entflossen. [.."> In der traumverlorenen Pariser Liebesgeschichte des letzten Kriegswinters 1918, von Romain Rolland ersonnen, widerfährt zwei großen Kindern das Glück der ersten Verzauberung. Der menschenfressende Krieg zerstört es auf der Stelle. [..."> eine beklemmende, Kontrabass-geführte Totentanzmusik ["Der Totentanz von Anno Neun""> von Gerhard Schedl [..."> Mit Kaffee und Sachertorte empfängt ein Wiener Vorstadt-Café der frühen 1950er Jahre das verblüffte Publikum nach der Pause, bevor ein mürrischer Herr Lackl, scheinbar Stammgast seit k.u.k.-Zeiten, Unfrieden stiftet. [..."> Das philharmonische Ensemble, unter Alexander Winterson wie wild geigend, blasend und Klavier dreschend, mischt die theatralische Groteske mit Bolero-Rhythmen und Wiener-Walzer-Klischees auf. Wagner-Einblendungen beflügeln die Heimkehr ins Reich des Wahnsinns." (Lutz Lesle, Die Welt, 7. Juli 2007) "Zwei kurze Opern: Zeit für Entdeckungen" "Die Produktionen des Internationalen Opernstudios sind ein schönes Forum für Experimente und Repertoireentdeckungen. Dieses Jahr widmet sich die Staatsopern-Talentschmiede einem hier wenig bis nie gespielten Komponisten des 20. Jahrhunderts: dem Österreicher Gerhard Schedl (1957?2000), der seit den 1980er-Jahren mit seinen Bühnenwerken große internationale Erfolge feiern konnte." (Hamburger Abendblatt, 5. Juli 2007) "Schmalzen und Strudeln" "Wir sind in einem Kaffeehaus, monomaner Kellner (Ladislav Elgr), schmierlappiger Stehgeiger (großartig strudelnd: Philharmoniker-Konzertmeister und Original-Wiener Thomas C. Wolf) und jede Menge thomasbernhardeskes Personal inklusive. 'S.C.H.A.S.' zeigt einen antisemitisch wütenden Stammgast (Ryszard Kalus, optisch eine Mischung aus Helmut Qualtinger und Michael Moore), der von einer Blondinen (Lesia Mackowycz) angemacht wird, während sich weiter hinten ein Wirtshauspoet (Apostolos Dulakis) in Adolphus H. verwandelt. Die Farce kippt ins brutal Surreale, Schedls Musik liefert einen Soundtrack, der schnell dafür sorgt, dass einem das Grinsen über die Unsitten dieser Operettenrepublik vergeht." (jomi, Hamburger Abendblatt, 7. Juli 2007) "Aber der Herr H. wird's schon richten" "Es ist ein bitterböses Bühnenbömbchen, das der im Jahr 2000 freiwillig aus dem Leben geschiedene österreichische Komponist Gerhard Schedl da unter dem Titel S.C.H.A.S. gezündet hat und das nun als letzte Premiere der Staatsopernsaison in der Opera stabile hautnah zu erleben ist. Das 'skurrile Musiktheater' versprenkelt Schmähfetzen aus H.C. Artmanns Gleichnis Erlaubent, Schas, sehr heiß, bitte. Aus der Tiefenschicht der quietschenden Neue-Musik-Melange grinst noch die dekadente Salonmusik-Gemütlichkeit herauf - so schmierig wie der Kellner (Ladislav Elgr), der das einbezogene Publikum in der Stabile penetrant zum Zahlen auffordert. Regisseur Heiko Hentschel hat das punktgenau neuralgisch, mit Lust an Klischees szenisch arrangiert. Das Philharmoniker-Ensemble spielt und die jungen Stimmen des hauseigenen 'Internationalen Opernstudios' singen unter Alexander Winterson mit herrlich ätzender Präzision." (Christian Strehk, Kieler Nachrichten, 7. Juli 2007)
Presse - Echo, 15.07.2007
Michael Langer/Ferdinand Neges: Play Guitar Together! Band 1
Doblinger 35 925
"Der erste Band einer völlig neuartigen Gitarrenschule für Kinder im Gruppenunterricht setzt Maßstäbe, die auch für künftige Lehrwerke anderer Instrumente gelten sollten. Der Untertitel 'Gemeinsam zuhören lernen, mit Freude zusammenspielen, rhythmisch sicher werden, auch ohne Noten spielen' verrät den Ansatz. Der sorgfältige Kurs vermittelt sämtliche Stammtöne (einstimmig) in der ersten Lage mit Daumen- und gestütztem Wechselschlag, was das Grundpensum betrifft. Die durchgehend zweifarbige Aufmachung ist ansprechend, übersichtlich und stellenweise richtig witzig. Das Maskottchen ist eine Schildkröte namens Schildi. Doch wirklich neu sind die Bausteine, die z. B. Staffel, Domino oder Ping Pong heißen. Dank ihrer haben drei oder mehr Spieler zugleich, abwechselnd oder im Kanon zu agieren und aufeinander zu hören, wodurch die eigentlichen, von der Materie her eher trocknen Lernschritte spielerisch erarbeitet werden. Häufig sind dabei kleine Elemente der musikalischen Elementarlehre versteckt (z. B. fehlende Taktstriche eintragen). Die Hörübungen führen dazu, dass auf vorgegebene Phrasen eine Antwort erfunden, also improvisiert werden soll. Von Anfang an ist ein starkes rhythmisches Element mit unterschiedlichen Schlägen auf den Korpus dabei, was später zu einer eigenen Stimme wird. Hierzu gehören auch "Plopp-Töne" (Ghost-Notes). Natürlich gibt es auch Aufgaben und Wiederholungen, zahlreiche Abbildungen zeigen Griffbrett-Positionen und Fingerstellungen. Alle Stücke - Kinder- und Volkslieder sowie eigenes Material im selben Rahmen - finden sich auf der beigefügten CD. Skeptiker seien noch darauf hingewiesen, dass diese bahnbrechende Schule vor der Veröffentlichung diversen Praxistests unterzogen wurde." Wieland Ulrichs (AKUSTIK GITARRE 4-2007) akustik-gitarre.com
Presse - Echo, 03.07.2007
Hannes Raffaseder: zwischen.durch.daneben für Streichorchester
Kremsmünster, Stift, 23./24. Juni 2007 - Budapester Streichersolisten, Dirigent: Stefan Vladar - URAUFFÜHRUNG
"[..."> ein ruhig angelegtes Streicherstück, das durch interessante rhythmische und klangliche Schichtungen eine überraschendes Wechselspiel von Raum und Zeit erstehen lässt - von den Budapestern unter Vladar ansprechend realisiert." (Chr. Grubauer, Neues Volksblatt, 25. Juni 2007) "[..."> Die Novität ist ein angenehm anzuhörendes Streicherstück mit hochdramatischen, aus stürmischen Bewegungsvorgängen gewonnenen Steigerungen. Viel beifällige Anerkennung!" (Balduin Sulzer, Neue Kronen Zeitung, 25. Juni 2007)
Presse - Echo, 15.06.2007
Peter Androsch: Paso doble
Doblinger 06 519
"Every player has their personal techique closely examined, but it provides an interesting challenge, and would suit an established music college quintet or similar, whose oboist wants the chance to play cor anglais [..."> now all you have to do is play it!" (Winds, Autumn 2006)
Presse - Echo, 15.06.2007
Rafael Catalá: Encrucijada
Doblinger 35 924
"Encrucijada is a full-blown concert work by the Spanish guitarist and composer Rafael Catalá. In it he sets out to bridge the gap between classical and flamenco styles of guitar playing and to give due recognition to the 'profound musical significance' of flamenco. Andalusian cadences provide the harmonic basis for the piece and the result is unashamedly tonal with all the harmonic suspension and tension one would expect from music of this origin. A one-movement piece in multiple, contrasting sections this work is relentlessly inventive, successfully exploiting both flamenco and classical content and structure. One of a growing number of works for classical guitar utilising flamenco styles and techiques, Encrucijada should be of interest to any advanced student or concert guitarist looking to expand their repertoire without alienating an audience of traditional or conservative tastes." (Craig Ogden, MusicTeacher, May 2007)
Presse - Echo, 15.06.2007
Michael Langer (Hg.): Stars of Classical Guitar Vol 1
Doblinger 35 921
"I have reviewed some of Michael Langer's didactic works in the past and always found them well thought out, clearly presented and detailed in content. In this hyperbolically titled publication Langer has assembled 38 works of comparable difficulty and provided detailed editorial suggestions for fingering and phrasing. With the book comes a CD of all the featured pieces from Naxos' archive of recordings including performances by some of the world's finest guitarist. The selected repertoire is solid material beloved of generations of guitarists and the notes that preface the collection are detailed and informative. You could pay the price for the book or CD alone; together they represent excellent value." (Craig Ogden, MusicTeacher, May 2007)
Presse - Echo, 15.06.2007
Pietro A. Locatelli: Sonata No. 6 D-Dur für Violoncello und Cembalo
herausgegeben von Elke Hager Doblinger 33 706
"Elke Hager decided to publish this sonata after having seen the original version in the Opera Omnia by the Fondazione Locatelli (Amsterdam-Cremona). Cellists are already familiar with the arrangement made by Piatti of this sonata, which is an adaptation from the violin sonata op. 6 no. 6. The original sonata has a Largo and Andante to start, neither of which appear in Piatti's edition, followed by the Allegro with the famous up-bow staccato, followed by the Minuetto variations. The Adagio in Piatti's edition has been taken from op. 6 no. 12 but E.H. has decided to include the movement in her edition so that performers have a choice whether to perform it or not. The opening movements are indeed lovely, provided, of course, that both the soloists and cellist continuo player play beautifully in tune. The solo part is in double stops throughout both these movements, many of them in thum position. To have a cellist playing the continuo part, as well as a harpsichordist, is essential to achieve the rich resonance inherent in the music. The staccato movement does indeed have staccato dots plus slurs written over the notes in some places, though not at the opening. However, up-bow staccato was known at the time and is described in Leopold Mozart's treatise on violin playing. What one misses in this cleanish edition are the thoroughly indulgent cadenzas that Piatti composed both in the Adagio and at the end of the Minuetto variations. If you want to end your performance with a flourish you will need to resort to Piatti; if you want to play what Locatelli wrote, you will have to end politely. So this is a welcome and useful piece of music to be able to buy. How I wish that Elke Hager had published all 12 sonatas, so that we could enjoy some new repertoire." (Angela East, The Consort, Summer 2007)
Presse - Echo, 15.06.2007
Heinrich Neumann: Schweizer Serenade op. 29 / Variations on Schuberts Sehsuchtswalzer op. 21
Doblinger GKM 218
"Heinrich Neumann (1792-1861) wrote mostly for woodwind but also, unusually, for clarinet and guitar. [..."> The combination ofmelody instrument and guitar may be welcome in many schools and families and a possible addition to the Paganini violin and guitar repertoire. The Suiss Serenade is somewhat repetitive and apparently folky with drone effects and some tricky unusual rhythmic moments. The Schubert was immensely popular in the 19th century and variations on it were written by many other contemporary copmosers such as Diabelli and Emil Berté." (Jane Gillie, The Consort, Summer 2007)
Presse - Echo, 24.05.2007
Gernot Wolfgang: Desert Wind für Kammerorchester
Glendale, CA (USA), Alex Theatre 19. Mai 07 - Los Angeles Chamber Orchestra, Dirigent: Jeffrey Kahane
"Los Angeles Chamber Orchestra produces a cool 'Desert Wind' [..."> to unveil the latest LACO Sound Investment commission, a 14-minute tone poem by Austrian-born, Los Angeles-based composer Gernot Wolfgang called 'Desert Wind'. Talk about a fortuitous title. Desert winds have been very much on our minds lately, what with the ominously early arrival of the Santa Anas accompanied by wildfires in Griffith Park and Gorman. Wolfgang's arresting, jazz-drenched new score seemed to capture at once the realities and myths of Los Angeles during fire season. The winds themselves were exactingly summoned up by the swirling strings and horns, with a snare drum rat-a-tat-tatting away. At other times, the strings were caught in a state of sustained unresolved tension, animated by chugging grooves in the percussion. There was a jazzy French horn solo for Richard Todd and a tricky oboe solo for Allan Vogel, who stood when they played as if in a big band. The sustained string tension and percussion punctuations reminded one of the music of another transplanted local notable, William Kraft. This piece could also serve as the score for an archetypical 1950s L.A. detective thriller - music that's somehow cool and sultry at the same time, suggesting danger in the palm tree paradise. Wherever your imagination takes you, Wolfgang supplies the fuel - 'Desert Wind' ought to have legs beyond its premiere." (Richard S. Ginell,The Los Angeles Times, May 22, 2007)
Presse - Echo, 15.05.2007
Ein Abend für Friedrich Cerha
Klaviertrio - UA - Altenberg Trio Wien, Musikverein – Gläserner Saal, 30. April 2007
"'Ein Abend für Friedrich Cerha' - eine Huldigung für einen der wichtigsten, renommiertesten österreichischen Komponisten, unseren Avantgardepapst: Was ist Musik? Eine ernst zu nehmende Frage, auf die es viele Antworten gibt. Einen Abend lang spürte man an diesem Abend der Frage mit sechs ausgewählten Werken Cerhas - darunter der Uraufführung des Trios für Violine, Violoncello und Pianoforte - nach. Das Altenberg Trio unter Leitung von Claus Christian Schuster, Bariton Peter Schöne und der Klarinettist Andreas Schablas gaben auf die Frage brillant, mit dramatischem Impetus, aber auch kunstvoll in der Differenzierung ihre Antworten. Bemerkenswert: die Präzision rhythmischer Verschiebungen, die gerade im Zusammenklang der Instrumente und der Stimme sich ständig wandelnde rhythmische Strukturen zeigen." (Florian Krenstetter, Kronen Zeitung, 13. Mai 2007)
Presse - Echo, 08.05.2007
Wolfram Wagner: Violinkonzert
Christian Altenburger - Violine, Spirit of Europe Orchestra, Dirigent: Martin Sieghart
"Schon die klassisch langsame, elegisch gehaltene Einleitung des rund halbstündigen Violinkonzerts Wagners demonstrierte die handwerklichen Qualitäten des Komponisten, zeigt aber gleichzeitig die fast permanent spürbare post-romantische Prägung dieses erstaunlich - im besten Wortsinn - konventionellen Stücks. Vom Rhythmus dominierte Abschnitte bildeten regelmäßig Steigerungen, die gelegentlich filmmusikähnliche Züge annahmen. Die Behandlung des Soloinstruments konzentrierte sich auf Ausschöpfung des gesamten Ambitus, auf moderne Effekte verzichtete der Komponist, der dem Solisten in ausladenden Kadenzen Gelegenheit zur Selbstentfaltung gibt, welche Christian Altenburger dankbar annahm und durch seinen herausragenden Einsatz viel zum großen Erfolg des Werks beitrug." (Rainer Hauptmann, ÖMZ 5/2007)
Presse - Echo, 08.05.2007
Hannes Raffaseder: imPuls
Wiener Kammerorchester, Dirigentin: Stamatia Karampini
"Der vielseitige Komponist Hannes Raffaseder, der sich sowohl in elektronischer als auch analoger Musik zuhause fühlt, hat auf Anregung des Wiener Kammerorchesters das durch dieses uraufgeführte Stück imPuls geschaffen, das seinem Namen gerecht wird: Das Spiel mit dem Rhythmus und dessen stete Veränderung machen den Reiz des Werkes aus; rhythmische Impulse in einer Stimme, die nacheinander von den anderen übernommen werden. Rasante dominierende Teile kontrastieren mit den sie unterbrechenden ruhigen, in denen die rhythmische Asynchronität zu Dissonanzen in dem sonst sehr konsonanten Stück führt." (Doris Weberberger, ÖMZ 5/2007)
Presse - Echo, 08.05.2007
Gerald Resch: Spin
Wiener Concert-Verein, Dirigent: Ernest Hoetzl
"Der junge österreichische Komponist Gerald Resch – *1975, Schüler von Ivan Eröd, Michael Jarrell und Beat Furrer – ist mit Kompositionen aufgefallen, die sich, oftmals von bildlichen Vorstellungen inspiriert, durch konsequente strukturelle Stringenz auszeichnen. So ziehen sich etwa in seinem Stück Wellen (2003) bestimmte Elemente wellenartig durch das Ensemble, wobei sie sich ständig verändern. Im Violinkonzert Schlieren aus demselben Jahr wird die Hauptlinie der Geige vom Orchester schlierenartig imitiert und verzerrt etc. So auch sein Kammerorchesterwerk Spin (2006/07), das jetzt im Brahmssaal durch den Wiener Concert-Verein unter der soliden Leitung von Ernest Hoetzl zur erfolgreichen Uraufführung kam. Hier hatte Resch nach eigener Aussage 'die Vorstellung eines klar definierten Klangzustandes, der einen Drall (eng.: Spin) hat, wodurch er sich zu einem anderen Klangzustand hin weiterbewegt ...' Zu hören ist solcherart in einem tonalitätsfreien Umfeld eine Fülle abwechslungsreicher, oftmals überraschender Erscheinungsformen, die gerade durch die ihnen zugrundeliegende Logik überzeugt." (Gerhard Kramer, ÖMZ 5/2007)
Presse - Echo, 25.04.2007
Kurt Estermann: Vier Elemente für Orgel, Zwei Stücke für große Orgel
Doblinger 02 444, 02 445
"The Austrian composer Kurt Estermann, based in Innsbruck, is a new discovery for me. Both these sets demonstrate his natural ear for colour, aided by frequent and incisive registration indications, by his command of a wide harmonic palette within a controlled structure, and by a taut melodic language that never wastes a gesture. The oscillations and unison writing in the contrasting Zwei Stücke are reminiscent of some of the sparse textures in Hindemith?s Sonatas, while the Vier Elemente are set out in the form of a Messe Basse, complete with a Tierce en Taille and a Dialogue sur les Grands Jeux. All four movements are based on plainsong, useful for the liturgical organist: my favourite is the delicate, pointilliste Concert de Flutes (Viri Galilei), a sparse, often monodic dance in 9/8. Technically demanding enough to be satisfying to learn and perform, and no more, this is excellent central European repertoire that would be a fine addition to any organist?s library." (Huw Morgan, Church Music Quarterly, March 2007)
Presse - Echo, 25.04.2007
Jürgen Essl: Demoltokata für Orgel
Doblinger 02 446
"This intriguingly titled work by another composer based in Austria is a re-interpretation of, or perhaps a fantasia upon, Bach?s famous Toccata and Fugue in D minor. Essl plays merry havoc with one?s expectations, turning Bach?s familiar themes upside down and inside out, adding and removing notes, playfully mixing things up. Although technically rather severe in places (especially where one hand plays in free time and the other has complex asymmetric rhythms), the biggest chaIlenge is often playing what is written rather than what you think should happen! A jovial and dazzling concert piece, or a voluntary to brighten the dark winter nights after evensong." (Huw Morgan, Church Music Quarterly, March 2007)
Presse - Echo, 05.04.2007
Thomas Daniel Schlee: Fragen von der Seele
Linz, Martinskirche, 3. April 2007; Judith Lehner - Sopran, Rudolf Jungwirth - Orgelpositiv
"Die Sopranistin gestaltete sauber und deutlich [..."> auch das anspruchsvolle Moderne, herausragend [..."> die schlichten Fragen von der Seele mit den Tönen von Schlee." (fz, Oberösterreichische Nachrichten, 5. April 2007)
Presse - Echo, 29.03.2007
Erich Zeisl: Streichquartett Nr. 2 d-Moll
26.3.2007, Los Angeles (USA), Colburn School of Performing Arts - Southwest Chamber Music
"Within [..."> Zeisl's String Quartet No. 2 lurks a stimulating collection of fugues, folk-like tunes and faint klezmer strains. Yet the most gripping section of this piece is the unusual slow movement, where an emotionally affecting prayer played steadily over an ostinato backing. Here is a work that ought to be heard more often." (Richard S. Ginell, March 28, 2007, Los Angeles Times)
Presse - Echo, 29.03.2007
Ivan Eröd im Interview
Porträtkonzert in Warschau
"Heiter und Ernst. So ist seine Musik, so ist auch er selbst – Iván Eröd": Anlässlich des Porträtkonzerts von Iván Eröd im Österreichischen Kulturforum in Warschau hat Kuba Kukla vom Auslandsdienst von Polskie Radio ein Gespräch mit dem Komponisten geführt: Interview zum Anhören (mp3, 5.48 MB)
Presse - Echo, 29.03.2007
Hannes Raffaseder: imPuls für Kammerorchester
Wien, Konzerthaus, 27. Februar 2007 - Wiener KammerOrchester, Dirigentin: Stamatia Karampini
"Eine Komposition, die in der polyphonen Motivverarbeitung, in Kontrastreichtum und vielschichtigen Klangnuancen beeindruckt." (Florian Krenstetter, Kronenzeitung, 7. März 2007)
Presse - Echo, 18.03.2007
Gerald Resch: Spin für Kammerorchester
Wien, Musikverein, 10. März 2007; Klagenfurt, Konzerthaus, 12. März 2007 - Wiener Concert-Verein, Dirigent: Ernest Hoetzl
"Im Brahmssaal bietet der Wiener Concert-Verein neben dem herkömmlichen Kammerorchester-Repertoire auch zeitgenössischen österreichischen Komponisten ein willkommenes Forum. Diesmal war es der aus Linz gebürtige Gerald Resch (Jahrgang 1975), dessen 'Spin' für Kammerorchester zu interessieren vermochte; ein Stück, dessen vielfältige Erscheinungsformen einer spürbar straffen Konstruktion gehorchen." (Gerhard Kramer, Die Presse, 13. März 2007) "...ein atmosphärisches, klangflächiges Stück..." "Es sind anfänglich nur zwei Töne, eine Sekunde, denen Resch einen ordentlichen Drall gibt, dann raffiniert auffächert und variiert." (Helmut Christian, Kleine Zeitung, 10. bzw. 13. März 2007)
Presse - Echo, 04.12.2006
Gernot Wolfgang: Mozart-Fagottkonzert- Kadenzen und Alpine Story
Judith Farmer - Fagott, San Luis Obispo Symphony, Dirigent: Michael Nowak
"[..."> Mozart Bassoon Concerto, K. 191 [..."> [Judith"> Farmer?s bassoon mastery of it is dazzling. She made it sing through even the fastest virtuoso passages and played the unaccompanied cadenzas in the first and second movements with an organic feel. Those cadenzas, and the much-anticipated closing piece, are the work of Gernot Wolfgang, a remarkable mid-career musician. Born in Austria in 1957, Wolfgang has been based in Los Angeles for 10 years, and his music also seems to be from several places at once. He composes for film and television, writes for orchestras and chamber groups and plays guitar with a jazz quartet. He brings all these influences into his Alpine Story. If Wolfgang?s title conjures something like Strauss' Alpine Symphony, guess again. This 14-minute tone poem moves between old Europe and today?s Los Angeles, bridging moody percussion with repeating string figures. A timpanist pounds out riffs the strings make deeper. Cymbals are stroked with violin bows until they scream. Marimbas and vibraphones clang and bong while a snare drummer browses between jazz and rock. Strings start plucking. Everything seems to circle back to the opening figures, but then it gets more interesting. It?s over too soon. Alpine Story might not be a linear narrative, but it?s full of surprises and accessible on several levels. The Arroyo Grande audience got to be the first in the United States to hear it." (James Cushing, San Luis Obispo Tribune, Dec 4, 2006)
Presse - Echo, 21.11.2006
Bernd Richard Deutsch: DistanzKomposition. Bassklarinettenmusik mit Gastvortrag
Christian Kapun - Bassklarinette, Walter Weidringer - Gastvortrag
"In Distanz/Komposition (2000/01) von Bernd Richard Deutsch ist simultan zu einer Solo-Musik für Bassklarinette ein (nicht fixierter) Gastvortrag vorgesehen, den Walter Weidringer übernahm, der somit als Musikkritiker einmal die Seite wechselte. Mit subtilem, trockenen Humor wortdeutlich und rasant artikuliert, war Weidringers Auftritt eine Mischung aus ironischem Werkkommentar im spitzen Tonfall einer Thomas Bernhard-Figur (dessen Konterfei auf einer Schautafel zur Veranschaulichung präsentiert wurde), Nonsens und der Abhandlung eines wilhelminischen Mediziners, die Vermeidung nächtlicher Pollutionen betreffend. Christian Kapun spielte davon unbeirrt und die beiden Stellen, an denen der Sprecher zu schweigen hat, kamen, rechtzeitig angekündigt und sogar 'gedeutet' (Große Sext / kleine Sext), punktgenau." (Heinz Rögl, www.mica.at) "Nicht nur die schiere Menge an neuer Musik, mit der Wien Modern aufwartet, ist beeindruckend; auch die stilistische Vielfalt des Repertoires vermag zu überraschen. So deckten allein Peter Keuschnig und sein Ensemble Kontrapunkte eine bemerkenswerte ästhetische Bandbreite ab: zwischen unverhohlenem Klangbad und verhaltenen Modernismen, zwischen aktionistisch angehauchter Ironie und religiösem Pathos. [..."> Bernd Richard Deutsch erinnerte subtil an die Provokationen der 1960er: Derweil sich Bassklarinettist Christian Kapun mit dem Solopart der DistanzKomposition beschäftigte, hielt Walter Weidringer seinen 'Gastvortrag', den das Werk zwar vorsieht, aber nicht festlegt. Diesmal stand Thomas Bernhard Pate für eine witzige Performance zwischen sinnigen Andeutungen und Nonsense, aber auch nützlichen Tipps zur Vermeidung nächtlicher Pollutionen, wovon vor allem die Erkenntnis blieb, dass die Musik tatsächlich in Distanz gerückt wird, wenn jemand zugleich spricht." (Daniel Ender, Der Standard, 15. November 2006)
Presse - Echo, 02.11.2006
Gernot Wolfgang: Common Ground (CD)
Judith Farmer - bassoon, Margaret Batjer - violin, Brian Dembow - viola, Stephen Erdody - violoncello, a.o.
"All six of these works have the benefit of highly professional performances demonstrating the composer's variety of styles to their fullest advantage while the music is shown to be charged with interest, invention, individuality and variety. Wolfgang seldom, if ever, ventures into the minefield of 'crossover' composition; instead, possibly as a result of his work for TV and cinema, he moves freely between conventional 'pictorial' chamber music and programmatic jazz-inspired numbers." (Howard Smith, Music & Vision, 29. Oktober 2006) Read the full article by clicking here.
Presse - Echo, 17.10.2006
Gernot Wolfgang: Continuum IV - Cascades
Susan Greenberg - Flöte, Los Angeles Chamber Orchestra, Dirigent: Jeffrey Kahane
"Music director Kahane, beginning his 10th season as leader of LACO, offered a premiere to open the program. Gernot Wolfgang's Continuum IV - Cascades was commissioned and performed by flutist Susan Greenberg, a longtime member of the orchestra. It is a gently dissonant, bright and aggressively amiable piece, alternately jazzy and pastoral. Greenberg negotiated its showy complexities effortlessly, playing alto flute, flute and piccolo with equal aplomb." (Daniel Cariaga, Los Angeles Times, October 16, 2006)
Presse - Echo, 06.10.2006
Peter Planyavsky: Keine Bearbeitungen (und zwar vier) für Trompete und Orgel
Au am Inn (D), Klosterkirche - Florian Klingler - Trompete, Peter Planyavsky - Orgel
"Ein bayerischer Garten mit Pinien Um dem Übermaß an Bearbeitungen gegenzusteuern, komponierte Peter Planyavsky mehrere Stücke für Trompete und Orgel unter dem ironisch schelmischen Titel 'Keine Bearbeitungen'. Zwei davon gab der Komponist mit seinem Trompeter zum Besten: 'Elegia e recitativo' und 'Mantanera'. Doch, man spürte es sofort beglückt, dass die Klangfarben und ihre vielfältigen Brechungen haargenau kalkuliert sind. Das hat Pfiff und macht Effekt, und hat doch auch bedeutende musikalische Substanz." (Walther Prokop, Oberbayerisches Volksblatt, 5. Oktober 2006)
Presse - Echo, 30.08.2006
Ludwig Nussbichler: Endymion. Traumbildfragmente I
oenm, Dirigent: Peter Hirsch - Salzburg, Mozarteum, 25. August 2006 - Salzburger Festspiele
"Stop the piano! Ein Höhepunkt des ersten Teils war sicherlich 'Endymion - Traumbildfragmente I' des Salzburger Komponisten Ludwig Nussbichler unter der musikalischen Leitung von Peter Hirsch, der Nussbichlers innerweltliche Apotheosen schroff zum Klingen brachte, bedrohliche Klangmuster der Streicher, hilfloses Aufbäumen der Bläser, bis hin zu hermetischen Melodielinien - ein schönes Gefängnis des verordneten Traumes Tod." (Christian Martin Fuchs, DrehPunktKultur.at, 27. August 2006) "Spielarten der Gegenwart Ludwig Nussbichlers 'Endymion - Traumbildfragmente' widmet sich der chaotischen allnächtlichen Traumwelt, wobei die Träume bei Nussbichler erstaunlich nachvollziehbar geraten. Und dissonante Alpdrücke wollen sich schon gar nicht einstellen." (Jörn Florian Fuchs, Salzburger Nachrichten, 28. August 2006)
Presse - Echo, 30.08.2006
Gerhard Schedl: Gesänge über 'Deh vieni alla finestra' für Klaviertrio
Trio Wanderer - Salzburg, Mozarteum, 24. August 2006 - Salzburger Festspiele
"Premiere mit Mozart Der 2000 freiwillig aus dem Leben geschiedene Komponist hat das Ständchen aus 'Don Giovanni' mit damals neuesten Komponistionstechniken und technischen Möglichkeiten für Violine und Violoncello zum effektvollen Trio verarbeitet. Die Zuhörer zeigten sich von dieser Wiederbegegnung mit dem Komponisten und der Kraft des Werks überrascht, ja begeistert." (H. M., Kronen Zeitung, 26. August 2006)
Presse - Echo, 08.08.2006
Christian Ofenbauer: EisMusik (2005) für 17 Instrumente
Wiener Concert-Verein, Ulf Schirmer - Bregenz, Kunsthaus, 6. August 2006 - Bregenzer Festspiele
"Musik, so spröde wie mitteilsam Aufhorchen ließ Ofenbauers 'EisMusik'. [..."> Von Beginn an zog das fünfundvierzig Minuten dauernde Werk die Zuhörer in seinen Bann, denn es öffnete sich ein musikalisch fein gesponnener und beziehungsreicher Raum, in dem die facettenreichen Ereigniseinheiten mannigfaltige Wahrnehmungsebenen zuließen. Neben einer langsam stattfindenden Transformation durch die Instrumentengruppen wurden auf parallel ablaufenden Zeitachsen Motivfragmente personalisiert, sie wanderten, rannten, hüpften, prallten aufeinander und voneinander ab und trippelten auf der Stelle. Darüber hinaus bildeten sich musikalische Muster, Bewegungsverläufe sowie Schattenbilder ab. 'EisMusik' war ursprünglich als Ballettmusik konzipiert, daraus kristallisierte sich auch eine optische Vorstellung der Bewegungsabläufe. Dass Christian Ofenbauer fasziniert ist von der Musik Morton Feldmans ist klar, dessen Musik war wohl auch die Inspirationsquelle für 'EisMusik', die ein überaus spannendes Eigenleben entwickelte." (Silvia Thurner, Vorarlberger Nachrichten, 8. August 2006) "Bis an den Rand des Verstummens Höchst sensible, zerbrechliche Musik: Christian Ofenbauer Die Sitzordnung überrascht. In einer Schlange aufgefädelt, ohne Sichtkontakt zueinander, nehmen 17 Musiker(innen) inmitten der Zuhörer auf einer den Raum durchschneidenden Diagonale Platz. Ihre Blicke richten sich nicht auf den Dirigenten Ulf Schirmer, der nur gelegentlich ein Signal gibt, sondern auf eine große, von Schirmer in Gang gesetzte Digitaluhr, deren Ziffern 45 Minuten lang ihr Tun steuern. Im Bregenzer Kunsthaus [..."> hob der Wiener Concert-Verein im Rahmen der Festspielreihe 'Kunst aus der Zeit' die 'EisMusik' von Christian Ofenbauer aus der Taufe. Der [..."> bei Friedrich Cerha in Wien ausgebildete Professor am Salzburger Mozarteum hat mit ihr ein Werk komponiert, das zwar über weite Strecken statisch anmutet, aber doch ganz langsam Klänge wie Eisschollen durch den Raum driften lässt. Die vor einem Jahr vollendete 'EisMusik' greift jenes Flimmern auf, das schon den eingangs präsentierten Streichquartettsatz von 1997 prägt und setzt auch dessen zerbrechliche Verletzbarkeit fort. Sie wirkt aber noch ruhiger, erzählt mit meist zarten, stets vibratolosen Tönen und Geräuschen die Geschichte einer Begegnung und einer Trennung. Die karge, am unteren Ende der dynamischen Skala angesiedelte, von großer Sensibilität geprägte Musik scheint zu erstarren, ehe sie am Rande des Verstummens anlangt." (Ernst Naredi-Rainer, Kleine Zeitung, 8. August 2006) "Tönende Isolation auf dem Gletscher Ein Streichquartett aus dem Jahr 1997 und die Uraufführung von 'EisMusik' zeigen den Weg Ofenbauers, den er vor circa elf Jahren eingeschlagen hat, einen Weg des Rückzugs ins Leise, Fragmentarische, die tönende Konzentration, wie ihn etwa der amerikanische Komponist Morton Feldman schon vorgelebt hat. Im Streichquartett, dargeboten von vier jungen Musikerinnen des Wiener Concert-Vereins, wirkt das Geschehen noch relativ unruhig, gleichsam fransige, zerbrechliche Klänge, angesiedelt im Piano-Pianissimo, die sich immer mehr zum knarzend Geräuschhaften wandeln und schließlich im Windhauch der Bogenbewegung verlöschen. Schwer zu spielen und zu hören sind die vier Stimmen immer in fortschreitender Bewegung, trotzdem und obwohl die Musikerinnen dicht im Kreis gegenüber sitzen, sind die Klänge isoliert voneinander. Diese Isolation führt Ofenbauer in seiner 'EisMusik' noch weiter [..."> Für Ausführende wie Publikum ergibt sich eine bisher ungehörte Situation, die höchste Konzentration erfordert. Doch das Spannende ist, dass sich der flächige Klang der 'vorderen' Streicher über den Zeitraum von rund 40 Minuten nach 'hinten' bewegt, unterbrochen von kurzen Einwürfen der Bläser, trockenen Hornstößen oder leise fauchenden Klarinettentönen. Über weite Strecken vollzieht sich die Entwicklung der Dynamik, verdichtet sich der Klang und löst sich wieder in säuselnde, sirrende Klänge auf. Bilder entstehen, wie etwa das der unendlich langsamen Fließbewegung eines Gletschers, deren Stille vom Knacken des Eises oder dem Kollern eines Steins unterbrochen wird. Das Publikum folgte der Aufführung des höchst motivierten Concert-Vereins und seines Dirigenten mit außerordentlicher Konzentration, wenn auch die Irritation über solche Art musikalischen Denkens und solcher tönender Einsamkeit in der Gruppe sicher manche Rätsel aufgab." (Katharina von Glasenapp, Neue Vorarlberger Tageszeitung, 8. August 2006)
Presse - Echo, 03.08.2006
Friedrich Cerha: Musik für Posaune und Streichquartett
Walter Voglmayr - Posaune, Streichquartett des Klangforum Wien - Bregenz, Kunsthaus, 1. August 2006 - Bregenzer Festspiele
"Freiheit in der Tradition Mit großem Beifall aufgenommen wurde die Uraufführung eines Werks für Posaune und Streichquartett von Friedrich Cerha bei KAZ im KUB. [..."> Ganz neu und ohne Vergleich in der Musikgeschichte ist Cerhas Besetzung mit Posaune und Streichquartett. Frei von allen Moden oder Schulen kehrt Cerha zum klassischen, intensiv durchgearbeiteten, auch höchst virtuosen Satz zurück, lässt die Posaune manchmal konzertant auftrumpfen oder schafft vor allem in den langsamen Sätzen eine klangfarbenreiche Dichte, die durch den Einsatz verschiedener Dämpfer bei der Posaune noch variiert wird. Das Verhältnis von Individuum und Gruppe wird in diesem fünfsätzigen Werk auf spannende Weise in Frage gestellt - und in mitreißender Hingabe interpretiert!" (Katharina von Glasenapp, Neue Vorarlberger Tageszeitung, 3. August 2006)
Presse - Echo, 01.08.2006
Iván Eröd: Cellokonzert
Rudolf Leopold, recreation - Großes Orchester Graz, Andrés Orozco-Estrada - Graz, Helmut-List-Halle, - Styriarte
"Stark eingedunkelter Humor und Poesie Die Aufführung von zeitgenössischer Musik zählt nicht zur Kernkompetenz der 'styriarte'. Um so besser, wenn wieder eine Ausnahme zur Regel ertönt. 2006 war diese Ausnahme dem österreichischen Komponisten Iván Eröd gewidmet, dessen wundervolles Cellokonzert in der Grazer List-Halle aus der Taufe gehoben wurde. [..."> Das halbstündige Cellokonzert "In memoriam fratris" komponierte Iván Eröd in Erinnerung an seinen im KZ Buchenwald getöteten Bruder. Das sich an althergebrachte Muster (Sonatensatz, Scherzo-Form) haltende Werk erinnert tonsprachlich an die klassische Moderne der Vorkriegszeit. Humor und Lyrik sind in diesem Stück stark eingedunkelt. Der Solsit hat Möglichkeiten zu brillieren, der Jubel für Rudolf Leopold war in jedem Fall berechtigt. Bleibt zu hoffen, dass man dem Werk noch öfter begegnen wird. Gleiches gilt auch für die Symphonie Nr. 2" (Martin Gasser, Kronen Zeitung, 22. Juli 2006)
Presse - Echo, 13.07.2006
...phan-tast-erei...
Orgelwerke von Schiske und Urbanner (9. bis 16. Mai, Schottenkirche Wien)
Mit Mut zum Risiko programmierte die Schottenkirche Wien ihr heuriges, konzentriertes (vier Konzerte in einer Woche) Orgelfest "...phan-tast-erei ...". Zum einen gab es mit der Gesamtaufführung der Orgelwerke von Karl Schiske und Erich Urbanner (anlässlich des 90. bzw. 70. Geburtstages von Lehrer und Schüler [...">) einen zeitgenössischen Schwerpunkt, vielfältig kontrastiert mit Stücken aller Epochen. Es war jedenfalls faszinierend, künstlerische Entwicklungen der Komponisten anhand der praktischen Anwendung an einem Instrument zu verfolgen - im Fall Schiskes ausgehend von den frühen Variationen über ein eigenes Thema op. 10 bis zur streng konstruierten Choralpartita op. 46 aus der letzten Schaffensperiode. Ähnlich findet sich in Urbanners Œuvre die Orgel erstmals schon 1961 (Abschluss der Studien bei Schiske) in der vorgegebenes Material quasi frei entwickelnden Improvisation I bis zur dichten, spannungsgeladenen und farbreichen Suite Orgelwerk 1998. Stimmig nahm sich die Präsentation der großteils "absoluten" Werke im sakralen Raum aus, authentisch die Darbietung durch die ausschließlich aus Tirol - Hommage an Jubilar Urbanner - stammenden Interpreten: Andreas Juffinger, Kurt Estermann, Ludwig Lusser und Wolfgang Mitterer. Gesamtprädikat: wertvoll. Den "Schotten" ist für dieses so engagierte Projekt zu danken. (C. H., ÖMZ 7/2006)
Presse - Echo, 20.06.2006
Friedrich Cerha: Klarinettenquintett
Paul Meyer, Quatuor Ysaye - Wien, Konzerthaus, 25. April 2006
"Des Schaffens kein Ende: Der vom Konzerthaus veranstaltete Cerha-Zyklus rund um den 80. Geburtstag ... bietet auch Neues. Nach Abschluss der letzten Oper ... schuf Friedrich Cerha eine ganze Reihe von Instrumental-Kompositionen, zumeist, wie er selbst angibt, 'rein musikalischen' Neu-Auseinandersetzungen mit dem ihn zeitlebens beschäftigenden Verhältnis eines Einzelnen (oft Außenseiters) zu einer Gemeinschaft ... [Nach dem"> im Dezember in Wien uraufgeführten Violinkonzert ... [soll"> ein Stück für Posaune und Streicher diesen Sommer in Bregenz aus der Taufe gehoben werden. Das im Konzerthaus uraufgeführte Klarinettenquintett basiert auf einem Auftrag der Fondation BNP Paribas, für das französische Quatuor Ysaye. Cerhas Bevorzugung der Gegenüberstellung eines Solisten mit einem homogenen Ensemble wurde zusätzlich durch das Erlebnis einer ihn besonders beeindruckenden Aufführung des Mozart'schen Klarinettenquintetts durch Paul Meyer und dem renommierten französischen Quartett bestärkt. Umrahmt war das neue Cerha-Stück daher von diesem Werk und zuvor einer beglückend-kompetenten Wiedergabe des Streichquartetts von Claude Debussy. Das viersätzigr Werk erschließt sich dem Hörer auf Anhieb. 'Stürmisch' und aufgeladen beginnt es, immer wieder löst sich die Solostimme aus dem Kollektiv, sie hat schon im ruhigeren, fast choralartigen Abschnitt des um eine Symmetrieachse angeordneten ersten Satzes, noch mehr im variantenreichen zweiten ('Sehr ruhig') über delikaten Klangflächen fast 'sprechende', lyrisch-kantable, berührend expressive Melodielinien zu vollführen. Das rhythmisch spannende 'Intermezzo' des dritten Satzes, von den Streichern überwiegend im Pizzicato auszuführen, in dem die Klarinette als fünfte Stimme das Streicher-Pizzicato imitieren muss, ist ein weiteres gelungenes Beispiel für den pointenreichen, ja fast burlesken Tonfall, den Cerha gerade in neueren Werken anzuschlagen versteht - wobei der organische Formverlauf nie ganz aus den Augen verloren wird. Witzig und wirkungssicher endet auch der vielgliedrige Finalsatz, der mit virtuosem neuen Material aufwartet, zwischendurch auch mit Erinnerungen an Charaktere der vorangegangenen Sätze. Eine überaus feine Kammermusik, und eine, wie das Uraufführungsensemble mit einer Wiederholung des 'Intermezzo' als Zugabestück bewies, überaus dankbare Aufgabe für ambitionierte Solisten: Mit solcher Musik kann man ein Publikum erobern und begeistern." (H. R., ÖMZ 6/2006) "Cerha ging es ... darum, ein Spannungsverhältnis zwischen Klarinette und Ensemble herauszuarbeiten. Meyers Instrument schwimmt nur deshalb streckenweise mit im Strom, damit es umso deutlicher daraus wieder auftauchen kann. Wieder gelang es Cerha trotz seines Faibles für ausgefeilte Konstruktionen, ein aufs erste Hören fassliches, hoch-expressives Werk zu schreiben. Die Detailverliebtheit der Franzosen kam der Komposition sehr entgegen." (hd, Die Presse, 27. April 2006)
Presse - Echo, 16.06.2006
Norbert Sterk: Hôtel de la Paix
CD mit dem Haydn Trio Eisenstadt
"...Norbert Sterk bedient sich in seiner fesselnden Vertonung von Bachmanns 'Hôtel de la Paix' des flexiblen Baritons von Christian Hilz und lässt Geige und Cello vor schlichtem Klavierhintergrund den vokalen Dehnungen und Überblendungen des Textes nachspüren." (Carsten Fastner, Falter 24/06)
Presse - Echo, 02.06.2006
Antonín Dvorák/Rainer Bischof: Vier Lieder 'Im Volkston'
Marjana Lipovsek, Webern Symphonie Orchester, Bertrand de Billy
"Nicht schlecht staunte ich, als für Rainer Bischofs Instrumentierung von Dvoráks viel Liedern 'Im Volkston', op. 73, diese zarten, intimen Gesänge, ein Riesenorchester auf die Bühne kam. Doch Bischof versteht sein Handwerk: Dunkel kolorierend verstärkte Bischof die melancholische Stimmung der Lieder; beeindruckend, wie er Dvoráks Klaviersatz behutsam in Orchesterfarben aufblättert und den Texten seine Interpretation aufdrückt. Widmungsträgerin Marjana Lipovsek traf genau die Mitte zwischen Lebensweisheit und Melancholie." (hen, Wiener Zeitung, 23. Mai 2005) "Bei den Dvorák-Liedern profitieren die Musiker von der Ausstrahlung Marjana Lipovseks. ... Die symphonische Instrumentation Rainer Bischofs kommt unter de Billy zum Erblühen." (OL, Kronen Zeitung, 2. Juni 2006)
Presse - Echo, 02.06.2006
Hans Erich Apostel: Fischerhaus-Serenade
Ensemble Akzente, Vera Kral - Linz, Brucknerhaus
"Hans Erich Apostel, Schüler Schönbergs, und Bergs hatte die Musik der Zweiten Wiener Schule bis zu seinem Tod 1972 immer wieder mit Leben erfüllt. So auch in der 1971 entstandenen Fischerhaus-Serenade, Musik von beeindruckender Kraft und mitreißender Emotionalität." (Michael Wruss, OÖ Nachrichten, 2. Juni 2006)
Presse - Echo, 12.05.2006
Iván Eröd: Symphonische Szene 'Hommage à Franz Liszt'
Eduard und Johannes Kutrowatz - Klavier Wien, Musikverein - Brahms-Saal (Wiener Festwochen)
"Die Uraufführung von Iván Eröds 'Symphonischer Szene Hommage à Franz Liszt' op. 46a setzte dem Konzert klanglich wie affektiv die Krone auf. Klar zeichnen Kutrowatz und Kutrowatz die Konturen dieser Klavierfassung des großen Orchesterstücks, mit der Eröd aufs Neue zeigt, dass ihm auch als Komponist alle pianistischen Finessen eigen sind. So intensiv und selbstverständlich das Duo untereinander, kommuniziert der Jubilar direkt mit dem Publikum." (miwei, Wiener Zeitung, 12. Mai 2006)